Hotel schließt Ende März - Dorint beendet Betrieb am Bremer Hillmannplatz

| Hotellerie Hotellerie

Das Dorint Hotel am Hillmannplatz in der Bremer Innenstadt stellt zum Ende des Monats den Betrieb ein. Wie mehrere Medien berichten, hat die Kölner Hotelgruppe den Pachtvertrag für das Haus mit 230 Zimmern außerordentlich gekündigt. Der Betrieb soll nach Angaben des Unternehmens bereits Ende März eingestellt werden.

Nach Angaben der Hotelgruppe seien langfristige bauliche Mängel der Grund für die Entscheidung. In einer Mitteilung erklärte Dorint, diese machten „eine qualitative und sichere Fortführung des Hotelbetriebes unmöglich“. Laut Unternehmen seien die Mängel über einen längeren Zeitraum nicht beseitigt worden. Dorint erklärte zudem, man bedauere die kurzfristige Entwicklung und hätte sich „einen gemeinsamen Lösungsansatz zum Fortbestand des Hotels“ gewünscht.

Über die Kündigung hatten unter anderem der Weser-Kurier, Radio Bremen sowie das Portal t-online berichtet.

Eigentümer weist Vorwürfe zurück

Der Eigentümer der Immobilie, der Immobilienverwalter Michael Grothe, weist die Darstellung der Hotelgruppe zurück. Gegenüber Radio Bremen erklärte Grothe, die Vorwürfe seien „schlicht und ergreifend falsch“. Die Kündigung halte er für nicht rechtswirksam, sein Anwalt sei bereits eingeschaltet.

Grothe äußerte zudem eigene Kritik an der Hotelgruppe. Gegenüber Medien erklärte er: „Dorint ist den vertraglichen Investitionen nicht nachgekommen.“ Seine Einschätzung zur weiteren Entwicklung lautet: „Das läuft auf einen Rechtsstreit hinaus.

Das Gebäude am Hillmannplatz gehört nach Angaben des Eigentümers seit dem Bau in den 1980er Jahren seiner Familie. Grothe besitzt demnach auch Gewerbeimmobilien in anderen deutschen Städten, darunter München und Hamburg.

Dorint betreibt das Hotel seit 2019

Die Dorint Hotelgruppe betreibt das Haus seit 2019. Damals übernahm das Unternehmen den Betrieb vom französischen Hotelkonzern Accor. Zuvor wurde das Hotel unter der Marke Swissôtel geführt.

Mit der Schließung entfällt ein Hotelbetrieb mit mehreren hundert Zimmern in zentraler Lage der Bremer Innenstadt.

Auswirkungen auf Beschäftigte und Gäste

Nach Angaben der Hotelgruppe sollen für die Beschäftigten des Hauses alternative Arbeitsplätze angeboten werden. Laut Dorint sollen Mitarbeitende offene Stellen im Parkhotel Bremen oder an anderen Standorten der Gruppe erhalten können.

Auch für Auszubildende kündigte das Unternehmen Lösungen an. Sie sollen nach Angaben der Hotelgruppe ein Angebot vom Parkhotel Bremen erhalten und dort übernommen werden können.

Für Gäste mit bestehenden Reservierungen will Dorint ebenfalls Ersatz anbieten. Betroffene würden laut Mitteilung entweder vom Unternehmen selbst oder über ihren jeweiligen Buchungsanbieter kontaktiert. Sofern entsprechende Kapazitäten vorhanden seien, könnten Buchungen zum gleichen Preis in das zur Gruppe gehörende Parkhotel Bremen umgebucht werden.

Nach Angaben von t-online sollen Mitarbeiter und Lieferanten erst in dieser Woche von der bevorstehenden Schließung erfahren haben.

Offene rechtliche Fragen

Zwischen Hotelbetreiber und Eigentümer zeichnet sich inzwischen ein Konflikt über die Wirksamkeit der Kündigung ab. Während Dorint die Entscheidung mit baulichen Mängeln begründet, weist der Eigentümer diese Darstellung zurück und stellt die Rechtmäßigkeit der Kündigung infrage. Wie Grothe gegenüber Medien erklärte, sei bereits ein Anwalt eingeschaltet worden.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Strategische Erweiterung in der Rhön: Die Ritter von Kempski Group übernimmt die renommierte Fachklinik Dr. von Weckbecker. Mit Millioneninvestitionen und einem Fokus auf präventive Medizin soll der Standort Bad Brückenau zukunftssicher aufgestellt werden.

Das Hilton Berlin am Gendarmenmarkt schließt einen weiteren Abschnitt seiner Modernisierung ab. Das Haus eröffnet in seiner markanten Glaskuppel die „Beletage“ sowie eine neu gestaltete Executive Lounge. 

Urlaub an der Nordseeküste, auf den Ostfriesischen Inseln und in der Lüneburger Heide: Die Zahl der Gäste und Übernachtungen übertrifft erstmals das Vor-Corona-Niveau.

Die Schweizer Beherbergungsbranche erreicht 2025 mit fast 44 Millionen Übernachtungen einen neuen Rekord. Während Stadthotels und Fernmärkte wie China und die USA das Wachstum treiben, belasten steigende Kosten und sinkende Margen die Betriebe.

Das Bio Berghotel Ifenblick im Allgäuer Bergdorf Balderschwang hat nach umfangreichen Umbaumaßnahmen neu eröffnet. Zentraler Bestandteil ist das neu geschaffene Panorama-Spa mit Outdoor-Infinity-Pool und Hallenbad.

Das Conrad Hamburg erweitert sein Angebot im Levantehaus um ein 1.000 Quadratmeter großes Spa. Neben dem größten Hotelpool der Stadt setzt das Haus auf ein neuartiges Longevity-Konzept mit medizinisch orientierten Anwendungen.

Das Grand Hotel Central in Barcelona hat sein Wellness-Angebot erweitert. Auf der hoteleigenen Dachterrasse „La Terraza del Central“ wurde eine Panorama-Sauna in Betrieb genommen, die Gästen einen direkten Blick über die Stadt ermöglicht.

Limehome baut sein Angebot in München massiv aus. Durch die Übernahme des Hotel Miano in Pasing und einen geplanten Neubau nahe dem Hauptbahnhof kommen 174 neue Einheiten zum Portfolio hinzu. Der Fokus liegt dabei auf der digitalen Transformation bestehender Hotelstrukturen.

Die Region Hannover bleibt das Schlusslicht bei der deutschen Hotelzimmerauslastung. Während andere Großstädte deutlich höhere Werte erzielen, streitet die Branche in Hannover über die Verwendung der Beherbergungssteuer und fordert eine effektivere Vertriebsstrategie für den Tourismusstandort.

Hamburg festigt seine Rolle als Tourismusmagnet: Mit 16,5 Millionen Übernachtungen und der bundesweit höchsten Hotelauslastung blickt die Hansestadt auf ein erfolgreiches Jahr 2025 zurück. Für 2026 versprechen große Jubiläen, neue Musical-Premieren und Museumsprojekte weiteres Wachstum.