Hotelentwicklung in Afrika erreicht historischen Höchststand

| Hotellerie Hotellerie

Der Hotelmarkt in Afrika verzeichnet eine deutliche Zunahme bei den geplanten Neubauprojekten. Laut dem aktuellen Bericht „Hotel Chain Development Pipelines in Africa 2026“ der W Hospitality Group umfasst die Entwicklungspipeline derzeit 123.846 Zimmer in insgesamt 675 Hotels und Ferienanlagen. Dies entspricht einem Zuwachs von 18,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auf einer vergleichbaren Basis beträgt das Wachstum 12,2 Prozent. Ein wesentliches Merkmal dieser Entwicklung ist die starke Konzentration auf wenige Märkte. Die zehn führenden Länder vereinen 79 Prozent aller Zimmer in der Planung sowie mehr als 75 Prozent der neu unterzeichneten Verträge auf sich.

Dominanz nordafrikanischer Märkte bei der Zimmeranzahl

An der Spitze der kontinentalen Entwicklung steht Ägypten. Mit 185 Projekten und 45.984 Zimmern entfällt mehr als ein Drittel der gesamten afrikanischen Pipeline auf diesen Standort. Damit weist Ägypten eine mehr als viermal so hohe Zimmeranzahl auf wie der zweitplatzierte Markt Marokko, der über 10.606 Zimmer verfügt. Zusammen halten diese beiden nordafrikanischen Staaten einen Anteil von über 45 Prozent am gesamten Projektvolumen. Allein in Ägypten wurden im vergangenen Jahr 39 neue Verträge abgeschlossen, wobei für das Jahr 2026 die Eröffnung von 33 Hotels erwartet wird. Trevor Ward, Geschäftsführer der W Hospitality Group, stellt dazu fest: „Die Daten zeigen klar, dass Afrikas Hotelentwicklungsstory von einer Handvoll besonders leistungsstarker Märkte getragen wird – mit Ägypten eindeutig an der Spitze sowohl bei Neuabschlüssen als auch bei prognostizierten Eröffnungen.“

Hinter den beiden Spitzenreitern folgen Nigeria mit 8.480 Zimmern, Kenia mit 6.190 Zimmern und Äthiopien mit 5.964 Zimmern. In den weiteren Positionen der zehn führenden Länder finden sich Kap Verde (4.328 Zimmer), Tunesien (4.189 Zimmer), Tansania (4.159 Zimmer), Südafrika (4.136 Zimmer) und Ghana (3.942 Zimmer). Die durchschnittliche Hotelgröße variiert dabei erheblich zwischen den Regionen. Während in Ägypten ein Hotel im Schnitt 249 Zimmer umfasst, liegt dieser Wert in Südafrika bei 133 Zimmern.

Ostafrika verzeichnet höchste Realisierungsquote

Obwohl Nordafrika das größte Gesamtvolumen aufweist, zeigt eine Analyse des Projektstatus laut dem Bericht der W Hospitality Group, dass die stärkste Dynamik bei der tatsächlichen Umsetzung in Ostafrika liegt. In Äthiopien befinden sich 79,9 Prozent der geplanten Zimmer bereits im Bau, in Kenia sind es 79,5 Prozent. Auch Tansania weist mit 77,5 Prozent eine hohe Bauquote auf. Im Gegensatz dazu fällt die Realisierung in anderen Märkten geringer aus. In Kap Verde sind lediglich 8,6 Prozent der Zimmerkapazitäten im Bau, in Nigeria liegt dieser Anteil bei 39,2 Prozent.

Trevor Ward erläutert diese regionalen Differenzen wie folgt: „Was dieses Jahr besonders auffällt, ist die Stärke Ostafrikas bei Projekten, die tatsächlich voranschreiten. Kenia, Äthiopien und Tansania weisen einige der höchsten Bauquoten auf dem Kontinent auf – was darauf hindeutet, dass hier kurz- bis mittelfristig ein erheblicher Teil des neuen Angebots entstehen wird.“ In Ägypten befinden sich derzeit 23.622 Zimmer im Bau, was einem Anteil von 51,4 Prozent entspricht, während Marokko auf eine Quote von 64,7 Prozent kommt.

Konzentration auf globale Hotelgesellschaften

Die Entwicklung wird maßgeblich von einer kleinen Gruppe internationaler Hotelketten vorangetrieben. Die sogenannten „Großen Fünf“ – bestehend aus Marriott International, Hilton, Accor, IHG und der Radisson Hotel Group – zeichnen für rund 80 Prozent aller Pipeline-Hotels und Zimmer verantwortlich. Marriott International führt das Ranking mit 31.782 Zimmern an. Für die Jahre 2026 und 2027 wird die Eröffnung von insgesamt mehr als 65.000 Zimmern prognostiziert. Davon entfallen 31.768 Zimmer auf das Jahr 2026 und 33.381 Zimmer auf das Folgejahr. Der Bericht weist jedoch darauf hin, dass historische Realisierungsraten nahelegen, dass die tatsächlichen Fertigstellungen hinter diesen Prognosen zurückbleiben könnten. Für weitere 22.631 Zimmer steht ein bestätigtes Eröffnungsdatum noch aus. Detaillierte Analysen zu diesen Entwicklungen sollen auf dem Future Hospitality Summit Africa präsentiert werden, der Ende März in Nairobi stattfindet.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Die Münchener Arabella Hospitality expandiert nach Ibiza: Mit dem ersten Hotel-Management-Vertrag übernimmt die Gruppe das Ibiza Corso Hotel & Spa. Nach einer umfassenden Renovierung wird das Haus 2027 als Teil der Autograph Collection neu positioniert – inklusive des legendären Clubs Lio Ibiza.

Das Grandhotel Bad Pyrmont wechselt im Sanierungsprozess in ein Regelinsolvenzverfahren. Ein Insolvenzplan soll nun die hohen Mehrkosten beim Brandschutz auffangen und die baldige Wiedereröffnung des geschichtsträchtigen 150-Zimmer-Hauses ermöglichen.

Das ehemalige Renaissance Hotel in Düsseldorf-Mörsenbroich wird zwangsversteigert. Das Amtsgericht setzt den Verkehrswert für den seit 2019 leerstehenden Gebäudekomplex auf über 19 Millionen Euro an. Am 8. Mai 2026 entscheidet sich die Zukunft des markanten Standorts an der Münsterstraße.

Ruhige Nebensaison, neue Seenlandschaft, mehr Übernachtungen im Flughafen-Umfeld: Brandenburgs Tourismus bleibt aus Sicht der Branche stabil. Sorgen macht die Gastronomie.

Der Falkensteinerhof in Vals startet mit neuer 4-Sterne-Superior-Klassifizierung in die Wintersaison 2025/26. Neben baulichen Erweiterungen fokussiert das familiengeführte Haus auf ein geschärftes Kulinarik-Konzept und ergänzte Angebote für Familien.

Die Primestar Group eröffnet am 1. März das June Six Salzburg. In Zusammenarbeit mit der Soravia Gruppe und Marriott International wird das ehemalige Mayburg Salzburg als Tribute Portfolio Hotel neu positioniert.

Das Tourismusjahr 2025 war in Thüringen weitgehend von Stabilität geprägt. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes lag die Zahl der Gästeübernachtungen mit rund 10,1 Millionen nur geringfügig unter der des Vorjahres.

Der Aparthotel-Betreiber Adagio blickt auf ein erfolgreiches Jahr 2025 zurück. Mit einem Rekordumsatz von 339 Millionen Euro und einer hohen Auslastung festigt das Unternehmen seine Position und kündigt für 2026 weitere Standorteröffnungen an.

Marriott International blickt auf ein wachstumsstarkes Jahr 2025 in der EMEA-Region zurück. Mit über 230 neuen Verträgen und einem Fokus auf Luxusobjekte, Markenresidenzen sowie das mittlere Preissegment, festigt der Konzern seine Präsenz in der Region.

Die Radisson Hotel Group kündigt das neue Radisson Blu Hotel & Conference Centre in Salzburg an. Durch eine Konversion entsteht bis Mitte 2026 in Kooperation mit der GCH Hotel Group ein Tagungshotel mit über 1.700 Quadratmetern Eventfläche nahe dem Hauptbahnhof.