Hoteleröffnung: Bussi Baby setzt auf Lifestyle und polarisiert

| Hotellerie Hotellerie

Mit den Zeiten, in denen das Durchschnittsalter der Gäste in Bad Wiessee mit der alten Postleitzahl des Ortes, 8182, vergleichbar gewesen sein soll, macht das Hotel Bussi Baby endgültig Schluss. Das Haus von Korbian Kohler hat gerade am Tegernsee eröffnet, spricht junge Zielgruppen an und polarisiert. „In der Region gab es bisher praktisch keine zeitgemäßen 3-Sterne Hotels und gar keines für junge Leute. Mit dem Hotel Bussi Baby schließen wir diese Lücke,“ sagt der Unternehmer, der auch Betreiber des Luxushotels Bachmair Weissach am Tegernsee ist. „Vor allem Menschen im gefühlten Alter zwischen 20 und 35 Jahren mit einer Affinität für moderne bayerische Lebensart bieten wir eine Plattform für ihre Abenteuer in der Region.“ 

Der Stil des Hauses ist erfrischend unprätentiös: Auf dem Niveau eines 3- bis 4-Sterne Hotels in hoher Wohnqualität und mit einem lockeren Service. Das Interieur entwarf Kohler gemeinsam mit der Interior- Designerin Nora Witzigmann. Regionale Akzente setzen sie mit wohlriechendem Zirbenholz, für Möbel und Wandverkleidungen. Echte Hingucker sind die mit original Dirndlstoff verkleideten Garderoben und Kissen.

Gastronomisch bilden Bussi Baby Bar und Restaurant Thai Stüberl das Herzstück des Konzepts. In der Bar serviert das Team um Betriebsleiter Andreas Schulz Signature Drinks bei lässiger Musik, ganz im Hipster Style. Im thailändischen Restaurant bietet Koch Lucky Thongtong authentische, frische Thai-Küche - ein echtes Novum am Tegernsee. Traditioneller entspannen lässt sich in zwei Bayerischen Stuben.

Das Haus als Ganzes ist laut Kohler „frech und polarisierend“. Anfangs sorgte schon der Name für einige Aufregung im Tal: Viele hielten es für einen Scherz, dass der traditionsreiche, ehemalige Kirchenwirt nun unter „Bussi Baby“ firmieren sollte. Zumal das Haus bis dahin besonders für althergebrachte Festivitäten und Trauerfeiern genutzt wurde. Einige Gemüter erzürnte gar der Gedanke, es handle sich vielleicht um ein moralisch zwielichtiges Etablissement. „Ein ‚Bussi‘ ist ein kleiner Kuss, wie ihn das selbstbewusste Mädchen einem Burschen auf dem Seefest gibt, oder die Mutter ihren Kindern. Da ist kein Funken Erotik dabei,“ betont Kohler. „Doch wir sind hier im wahren Bayern. Immer zwischen der Sehnsucht nach Großstadtfeeling und Liebe zur Tradition,“ kommentiert er schmunzelnd. Laut BILD spricht der örtliche Trachtenverein von „Verrat der Heimat“, der Pfarrer findet das Hotel „unanständig“.

Zurück

Vielleicht auch interessant

Premier Inn hat zeitgleich drei neue Häuser in Freiburg, München und Koblenz eröffnet und baut damit die eigene Präsenz auf dem deutschen Markt auf rund 70 Standorte aus.

Zwei Jahre nach Einleitung eines DMA-Verfahrens gegen Alphabet fordern Unternehmen ein entschlosseneres Vorgehen der EU-Kommission. Laut Mitteilung sei die Umsetzung der Vorgaben weiterhin nicht abgeschlossen.

Die Investorensuche für die insolvente Revo Hospitality Group stößt auf großes Interesse. Wie die WirtschaftsWoche berichtet, haben nach Angaben der Restrukturierer mehr als einhundert potenzielle Investoren Zugang zum Datenraum erhalten.

Das Hotel Sacher Wien feiert sein 150-jähriges Bestehen mit der Enthüllung zweier Skulpturen des Künstlers Erwin Wurm vor dem Haupteingang. Im Verlauf des Jahres sind weitere Jubiläumsaktionen geplant.

Die The Chocolate on the Pillow Group entwickelt in Potsdam ein neues Tribute Portfolio Hotel mit 145 Zimmern. Die Eröffnung des Objekts im historischen Zentrum ist für den Sommer 2026 vorgesehen.

Nach einem kalenderbedingt starken Februar verzeichnet die österreichische Hotellerie im März eine deutliche Buchungszurückhaltung. Strukturelle Verschiebungen zugunsten von Ferienwohnungen und hohe Betriebskosten belasten die Branche weiterhin massiv.

Six Senses zieht ein Jahr nach dem Start ihres Female Wellness Programms eine positive Bilanz. Das Angebot kombiniert medizinische Diagnostik mit Ernährungsstrategien und ist bereits an mehreren Standorten verfügbar.

Das Berliner Hotel Das Stue erweitert sein digitales Angebot durch den neuen Video-Podcast „Man wird doch wohl fragen dürfen“. In der ersten Folge spricht General Manager Zeèv Rosenberg mit dem Moderator Dominik Porschen über die Hintergründe des Hauses.

Hyatt hat die Unterzeichnung des Vertrags für das Hyatt Select Berlin Prenzlauer Berg bekanntgegeben. Bei dem Projekt handelt es sich um das erste Haus der Marke Hyatt Select außerhalb der USA seit der Markteinführung.

Mehrere Medien berichten über unterschiedliche Darstellungen eines Konflikts beim Mandarin Oriental Hotel in Wien. Im Raum stehen Forderungen in zweistelliger Millionenhöhe.