Hotelportale enttäuschen beim Service

| Hotellerie Hotellerie

Hotelaufenthalte lassen sich bequem online buchen, zahlreiche Portale haben sich darauf spezialisiert. Doch der schnelle Mausklick führt offenbar nicht immer zum besten Angebot. Das zeigt die aktuelle Studie des Deutschen Instituts für Service-Qualität, welches im Auftrag des Nachrichtensenders n-tv acht Hotelportale getestet hat. 

Preisvergleich zahlt sich aus

Für Hotelsuchende empfiehlt es sich laut Studie, bei mehreren Portalen nach passenden Angeboten zu suchen und die Preise zu vergleichen: Im Test lag das mögliche Sparpotenzial im Schnitt bei rund elf Prozent. Im Einzelfall könne der Hotelgast sogar bis zu rund 27 Prozent sparen, wenn er über das Portal mit dem besten Preis bucht, so die Analyse. „Die Zimmerbuchung über Hotelportale ist nicht nur komfortabel, sondern kann durch einen Vergleich auch den Geldbeutel schonen. Neben den Übernachtungspreisen sollten aber mögliche Extras, wie eine kostenfreie Stornierungsmöglichkeit, nicht außer Acht gelassen werden,“ erklärte Markus Hamer, Geschäftsführer des Deutschen Instituts für Service-Qualität. 

Serviceschwächen am Telefon und per E-Mail

Die Portale bieten laut Studie aber nur einen befriedigenden Service und können sich damit gegenüber der Vorstudie nicht verbessern (aktuell: 66,5 Punkte, 2016: 66,8 Punkte). Die Beratungen am Telefon sind häufig unvollständig und lassen damit Fragen offen. Ebenso verhält es sich bei Anfragen per E-Mail. Auch die anfallenden Hotline-Wartezeiten sorgen für Verdruss: Anrufer müssen im Schnitt fast anderthalb Minuten warten, bis ein Mitarbeiter zur Verfügung steht. 

Erwartungsgemäß spielen die Portale ihre Stärken online aus: Die Internetauftritte bieten hilfreiche Such- und Filteroptionen und oft umfassende Hotelinformationen, die die Angebotsauswahl erleichtern. Auch mobil sind die Anbieter gut aufgestellt: Eine bequeme Buchung per App (Android und iOS) ist bei fast allen Hotelportalen möglich.

Die besten Hotelportale

Testsieger wurde Ehotel mit dem Qualitätsurteil „sehr gut“. Das Portal überzeugt laut Studie mit dem besten Service und attraktiven Konditionen. Die Website verfügt über einen hohen Informationswert; der Buchungsprozess ist transparent. Einen guten Service leistet Ehotel auch am Telefon und per E-Mail; an der Hotline fallen unter anderem die kurzen Wartezeiten positiv ins Gewicht. Das Portal ist bei der Hälfte der analysierten Musterfälle preislich nicht zu schlagen, wobei in acht von zehn Fällen auch kostenfreies WLAN inkludiert ist.

Auf dem zweiten Rang folgt Check24, ebenfalls mit dem Qualitätsurteil „sehr gut“. Das Portal ermittelt die im Schnitt zweitgünstigsten Preise und erzielt in allen drei Servicebereichen – Internet, Telefon und E-Mail – gute Resultate. Der Internetauftritt ist strukturiert gestaltet und verfügt über umfassende Such- und Filteroptionen bei der Hotelsuche. An der Hotline und per E-Mail beantworten die Mitarbeiter Fragen kompetent und freundlich.

Hotels.com nimmt mit einem guten Gesamtresultat den dritten Rang ein. Alle zehn untersuchten Hotels sind im Test verfügbar; das Angebot an inkludierten Extras, wie kostenfreies WLAN, ist im Anbietervergleich führend. In puncto Service überzeugt vor allem die Website, etwa mit zahlreichen Suchoptionen, umfangreichen Hotelinformationen sowie einem Bonusprogramm.

Über die Untersuchung

Das Deutsche Institut für Service-Qualität (DISQ) testete acht Hotelportale im Internet. Die Servicequalität wurde bei jedem Unternehmen anhand von jeweils zehn verdeckten Telefon- und E-Mail-Tests, je zehn Prüfungen der Internetauftritte durch geschulte Testnutzer sowie einer detaillierten Inhaltsanalyse der Websites ermittelt. Im Fokus standen dabei unter anderem der Informationswert und die Bedienungsfreundlichkeit sowie die Transparenz und Sicherheit im Buchungsprozess. Insgesamt flossen 228 Servicekontakte mit den Anbietern in die Untersuchung ein. In einem weiteren Analysebereich erfolgte auf Basis von zehn konkreten Hotels im In- und Ausland eine stichtagsbezogene Ermittlung und Bewertung der Preise, der Verfügbarkeit und der inkludierten Extras, wie eine kostenlose Stornierungsmöglichkeit beiden jeweils günstigsten Angeboten.

Zurück

Vielleicht auch interessant

Signo Hospitality senkt durch den Einsatz wassersparender Duscheinsätze in sechs Hotels den jährlichen Wasserverbrauch um 11,5 Millionen Liter und reduziert die Energiekosten um über 100.000 Euro.

Eine Analyse von Christie & Co zeigt für 2025 eine stabile Entwicklung der Stadthotellerie in Österreich. Gleichzeitig treten Unterschiede zwischen den wichtigsten Stadtmärkten deutlicher hervor.

Das Hamburger Hotel Louis C. Jacob identifiziert zum 235. Jubiläum das anonyme Mädchen auf Max Liebermanns berühmtem Terrassen-Gemälde als Irma Jacob. Die Klärung der Identität gelang durch Dokumente und Erzählungen eines Nachfahren in Zusammenarbeit mit der Hamburger Kunsthalle.

Living Hotels schließt die 20 Millionen Euro teure Modernisierung von 254 Maisonetten und Studios an vier Standorten ab. Im Fokus der Neugestaltung stehen veränderte Grundrisse, vergrößerte Badezimmer und in den Wohnraum integrierte Küchen.

Global Living übernimmt den Betrieb von 71 Serviced Apartments im Buchner Haus in Passau. Der Start des Testbetriebs ist für Mai 2026 vorgesehen, die vollständige Vermietung folgt schrittweise bis Juli.

Marriott International plant gemeinsam mit der italienischen Marke Lefay ein Gemeinschaftsunternehmen. Ziel ist die Integration und internationale Expansion der Wellness-Hotelmarke.

Im Steigenberger Hotel in Bad Pyrmont ist ein neuer Investor vorgestellt worden. Wie auf einem Pressetermin mitgeteilt wurde, will der 85-jährige Hotelentwickler Gert Prantner mit bis zu fünf Millionen Euro in das Projekt einsteigen. Parallel läuft ein Insolvenzverfahren mit dem Ziel, die Sanierung des Hauses auch wirtschaftlich fortzuführen.

Die Amano Group hat nach eigenen Angaben im Hotel Amano in der Auguststraße in Berlin ein neues Café-Konzept eingeführt. Das Café Amano wird laut Mitteilung erstmals im Flagship-Hotel des Unternehmens umgesetzt und ist Teil des übergeordneten Konzepts „Amano 2.0“.

Minor Hotels hat im März 2026 das erste „iStay by NH“-Hotel in Deutschland eröffnet. Das neue Haus in Berlin ist Teil der internationalen Expansionsstrategie des Unternehmens.

Die spanische Kette Meliá Hotels International plant bis 2030 den Aufbau eines Portfolios von 3.000 Zimmern in Tunesien. In Kooperation mit der Management Hospitality Group sollen fünf Hotels in Destinationen wie Mahdia, Djerba und Tunis eröffnet werden.