Hotels können sich bis September Booking.com-Sammelklage anschließen

| Hotellerie Hotellerie

Hotels aus ganz Europa können sich noch bis zum 11. September 2026 der Sammelklage gegen Booking.com anschließen. Wie die Stichting Hotel Claims Alliance (SHCA) am 30. Juli 2026 mitteilte, wird das Verfahren vor dem Bezirksgericht Amsterdam im Herbst ein drittes und zugleich letzztes Mal erweitert. Nach der jüngsten Erweiterung beteiligen sich nach Angaben der Stiftung inzwischen 10.783 Hotels an der Klage.

Die Sammelklage war am 30. Januar 2026 zunächst im Namen von 3.087 Hotels eingereicht worden. Mit der zweiten Erweiterung kamen 7.696 weitere Hotels hinzu. Die SHCA geht davon aus, dass sich nach Abschluss der Anmeldephase insgesamt rund 18.000 Hotels beteiligen werden. Nach Angaben der Stiftung ist die Teilnahme für Hotels kostenfrei.

EuGH-Urteil bildet Grundlage für die geltend gemachten Schadensersatzansprüche

Hintergrund des Verfahrens ist ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) vom 19. September 2024. Das Gericht entschied, dass die von Booking.com verwendeten Preisparitätsklauseln gegen das europäische Wettbewerbsrecht verstoßen. Die SHCA stützt ihre Sammelklage auf dieses Urteil und macht im Namen der beteiligten Hotels Schadensersatzansprüche geltend. Nach Darstellung der Stiftung hätten die Preisparitätsklauseln den Wettbewerb zwischen Online-Buchungsplattformen eingeschränkt und die Direktvertriebsmöglichkeiten der Hotels beeinträchtigt.

Nach Angaben der SHCA deuten vorläufige Berechnungen darauf hin, dass Hotels bis zu 30 Prozent oder mehr der seit 2004 an Booking.com gezahlten Provisionen zuzüglich Zinsen zurückfordern könnten. Dabei handelt es sich um eine Einschätzung der Klägerseite; über mögliche Schadensersatzansprüche ist bislang nicht entschieden.

Verfahren soll Ansprüche europäischer Hotels gemeinsam vor Gericht bündeln

Die Sammelklage wird von der niederländischen Stichting Hotel Claims Alliance, einer Stiftung ohne Gewinnerzielungsabsicht, geführt. Unterstützt wird sie nach eigenen Angaben von HOTREC sowie von mehr als 30 nationalen Hotel- und Gaststättenverbänden. Das Verfahren wird vor dem Bezirksgericht Amsterdam geführt, da die Geschäftsbedingungen von Booking.com für Streitigkeiten zwischen der Plattform und Hotels die Zuständigkeit niederländischer Gerichte vorsehen. Nach Angaben der SHCA befasst sich das Gericht bereits seit 2020 mit verwandten Verfahren.

Alexandros Vassilikos, Präsident von HOTREC, erklärte, Hotelbetriebe in Europa hätten die aus ihrer Sicht nachteiligen Auswirkungen der wettbewerbswidrigen Praktiken von Booking.com erkannt und würden nun Entschädigung verlangen. Die Größe der Sammelklage zeige die Entschlossenheit der Hoteliers, sich für fairen Wettbewerb einzusetzen und Schadenersatz für die aus ihrer Sicht entstandenen Nachteile zu fordern.

Bei der Erstellung dieses Artikels kamen KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz. Die Inhalte wurden redaktionell überprüft. Feedback nehmen wir gerne unter news@tageskarte.io entgegen.


Zurück

Vielleicht auch interessant

Scandic will 2027 ein drittes Hotel in Frankfurt am Main eröffnen. Die bestehende Immobilie nahe der Messe, das frühere von Revo geführte Mövenpick-Hotel, soll modernisiert werden und künftig 296 Zimmer sowie rund 500 Quadratmeter Veranstaltungsfläche bieten.

Eine Untersuchung von ABCD Agency und ContentGuard.me kommt zu dem Ergebnis, dass knapp jedes fünfte Hotelfoto auf Buchungsplattformen Hinweise auf KI-Bearbeitung zeigt. Besonders hohe Verdachtsquoten wurden in Hamburg und Berlin festgestellt. Hotels und Restaurants sollten jetzt handeln.

Die Marke Hilton Hotels & Resorts eröffnet mit dem Hilton Chania Old Town Resort & Spa ein neues Haus auf Kreta. Das Stadtresort verfügt über 85 Zimmer und ist auf einen Ganzjahresbetrieb ausgelegt.

Die DSR Hotel Holding hat das Henri Hotel Garmisch-Partenkirchen im ehemaligen Reindl’s Partenkirchner Hof offiziell eröffnet. Das neue Boutique-Hotel verfügt über 69 Zimmer und nutzt künftig personelle Synergien mit dem benachbarten aja Resort.

Der Nürnberger Schindlerhof hat in Paris den Hospitality Icon 2026 in der Kategorie „Employee Experience & Satisfaction“ erhalten. Nach Angaben des Unternehmens würdigte die Jury insbesondere die Mitarbeiterkultur und die Transparenz im Betrieb.

Mariana Santelli wurde vom Hotelkompetenzzentrum zur „Housekeeping Managerin“ des Jahres 2026 gekürt. Im Gespräch mit der IST-Hochschule erläutert sie unter anderem, vor welchen neuen Herausforderungen das moderne Housekeeping heute steht.

Der deutsche Hotelinvestmentmarkt verzeichnete im ersten Halbjahr 2026 einen Umsatzrückgang von 45 Prozent auf 572 Millionen Euro. Während klassische Hotels den Markt dominierten, legten Serviced Apartments deutlich zu.

1912 Hotels übernimmt den Betrieb des Hotel Steffisalp in Warth am Arlberg und kündigt Investitionen sowie eine Neupositionierung an. Die Wiedereröffnung des Hauses mit 56 Zimmern und Suiten ist für Dezember 2026 geplant.

Novum Hospitality weist gegenüber Tageskarte die Behauptung zurück, personelle Maßnahmen hätten der Verhinderung einer Betriebsratsgründung gedient. Zuvor hatte Tageskarte über einen SWR-Bericht zu Kündigungen in zwei Mainzer Hotels berichtet.

Das The Ritz-Carlton, Berlin hat auf der dritten Etage einen saisonalen Hochgarten eröffnet. Die Sommerbar öffnet wetterabhängig montags und kann an den übrigen Tagen für Veranstaltungen mit bis zu 40 Personen gebucht werden.