Hotelstars Union verabschiedet neuen Kriterienkatalog für die Hotelklassifizierung 

| Hotellerie Hotellerie

Zehn Jahre nach seiner Gründung traf sich der Vorstand der Hotelstars Union (HSU) vergangene Woche in Helsinki, um zukünftige strategische Herausforderungen zu diskutieren. Im Fokus der Delegierten der 17 Mitgliedstaaten waren die potenziellen neuen Partner aus Aserbaidschan, Georgien und der Slowakei, die nun neben Frankreich, Italien, Irland und Polen Beobachterstatus erlangt haben. "Wir heißen unsere neuen Partner herzlich willkommen und freuen uns, dass diese Länder großes Interesse an unserem gemeinsamen Produkt eines harmonisierten Kriterienkatalogs für die Hotelklassifizierung zeigen", betonte HSU-Präsident Jens Zimmer Christensen nach dem Treffen.

Dass die Sterneklassifizierung hohe Relevanz hat, zeigt eine beim Meeting präsentierte PhocusWright Studie, die kürzlich im Auftrag von TripAdvisor durchgeführt wurde. Demnach ging es bei 89% aller Kundenbewertungen auf TripAdvisor in erster Linie um die Erfüllung der Gästeerwartung. Für 54% war die Sterneeinstufung dabei ein wesentliches Such- und Auswahlkriterium. „Sterne sind neben Online-Bewertungen und Empfehlungen von Freunden oder Familie also nach wie vor ein wichtiges Entscheidungskriterium, wenn es um Gästeerwartungen und Qualität geht“, so Susanne Kraus-Winkler, Obfrau des Fachverbandes Hotellerie in der Wirtschaftskammer Österreich (WKO) über die Studienergebnisse.

Die alle fünf bis sechs Jahre stattfindende Überarbeitung des Kriterienkatalogs für die Hotelklassifizierung bestimmte das vergangene Arbeitsjahr der HSU. "Wir haben sehr intensiv an diesem Prozess gearbeitet und konnten nun den neuen vorläufigen Kriterienkatalog annehmen", berichtete Kraus-Winkler. Der Katalog wird nun einer gründlichen Testphase unterzogen, um sicherzustellen, dass alle Anforderungen den Erwartungen entsprechen.

Das Ergebnis sei laut HSU ein modernes und flexibles System, das sich auf die Funktion hinter jedem Kriterium und nicht nur auf die Hardware konzentriere: Es sichere Qualität und Service für den Gast, entspreche aber auch den hohen Anforderungen der technologischen Entwicklung und spiegele das Konzept der Nachhaltigkeit wider. "Wir ermutigen Hotels, freiwillige Initiativen wie Ladestationen für Elektrofahrzeuge oder Nachhaltigkeitslabels und -zertifikate zu ergreifen. Wir haben auch die Umweltaspekte sehr ernst genommen, insbesondere in Bezug auf Abfallvermeidung und die Einhaltung der EU-Richtlinie über Einwegkunststoffprodukte“, betonte der HSU-Präsident.

Die neuen Kriterien, die von 270 auf 250 Positionen reduziert wurden, gelten ab dem 1. Januar 2020, wobei die Mitgliedstaaten Zeit haben, den Katalog spätestens bis zum 1. Januar 2021 umzusetzen. "Wir haben das System nicht nur modernisiert und vereinfacht, sondern vor allem auch für neue Hotelkonzepte geöffnet. Darüber hinaus wurde die nötige Flexibilität für die neuen Technologien rund um Telefonie und digitale Sevices geschaffen. Ein weiteres Anliegen für uns war natürlich auch für Gäste und Hoteliers die Transparenz des Klassifizierungssystems zu erhöhen“, so Kraus-Winkler abschließend.

Hotelstars Union (HSU)
Unter der Schirmherrschaft von HOTREC - Hospitality Europe - bilden die Hotelverbände von Belgien, Dänemark, Deutschland, Estland, Griechenland, Lettland, Liechtenstein, Litauen, Luxemburg, Malta, den Niederlanden, Österreich, Slowenien, Schweden und der Schweiz die 2009 gegründete Hotelstars Union. Die Hotelstars Union basiert auf einem gemeinsamen Kriterienkatalog für die Hotelklassifizierung, um den Gästen und Hoteliers mehr Transparenz und Sicherheit zu bieten. Nähere Information finden Sie auf www.hotelstars.eu.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Das Hotel Waldkater in Rinteln kehrt nach vierjährigem Leerstand in den Verbund der Ringhotels zurück. Die neuen Inhaber, Box-Weltmeister Piergiulio Ruhe und Gastronom Kemal Yilmaz, setzen auf eine Kombination aus moderner Hotellerie und traditioneller Braukunst.

Das Hotel Falter in Drachselsried setzt seinen Wachstumskurs im Jahr 2026 fort. Nach einer Verdopplung der Restaurant-Gästezahlen setzt der Betrieb auf optimierte Küchenprozesse durch die Beratung von Stefan Marquardt, personelle Verstärkung und eine geplante Erweiterung der Zimmerkapazitäten.

Die Wiener Hotelgruppe Schani expandiert im Jahr 2026 um zwei weitere Standorte. Während das Hotel Schani City im Frühjahr in der Leopoldstadt startet, folgt im Herbst ein weiteres Haus am Naschmarkt.

Motel One baut die eigene Präsenz auf dem österreichischen Markt aus. Bis zum Jahr 2029 soll das Portfolio im Nachbarland auf insgesamt 13 Häuser anwachsen. Ein zentraler Bestandteil der Wachstumsstrategie ist die Verdichtung des Angebots in Wien.

Das Grand Resort Bad Ragaz modernisiert ab Februar 2026 das Erdgeschoss des Grand Hotel Hof Ragaz. Trotz der umfassenden Bauarbeiten an der kulinarischen Infrastruktur und den öffentlichen Bereichen bleibt der Hotelbetrieb in wesentlichen Teilen des Resorts erhalten.

Die Verträge für das 200-Millionen-Euro-Projekt am Südstrand von Fehmarn sind unterzeichnet. In einer Kooperation zwischen der Fehmarn Südstrand GmbH und der österreichischen Familux-Gruppe entsteht bis Anfang der 2030er Jahre ein neues Familienresort nebst Ferienwohnungen, das jährlich 130.000 zusätzliche Übernachtungen generieren soll.

Das sogenannte Multisourcing der Buchungsportale sorgt für Unmut in der Hotellerie. Der Hotelverband Deutschland (IHA) warnt vor unklaren Zuständigkeiten und einem Kontrollverlust über die Preise. Geschäftsführer Tobias Warnecke fordert in einem neuen Blogpost verbindliche Regeln und mehr Transparenz für Betriebe und Gäste.

Glanzvoller Abend in Mainz: Thies Sponholz gewinnt die begehrte Auszeichnung als Hotelier des Jahres 2026 für seine Arbeit im Hamburger The Fontenay. Zudem wird die langjährige DEHOGA-Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges für ihren unermüdlichen Einsatz geehrt.

Die Lindner Hotel Group etabliert ein neues externes Beratergremium. Dieses soll das Management bei der strategischen Neuausrichtung sowie der kommerziellen Performance unterstützen und Impulse für das künftige Wachstum der Hotelmarken liefern.

Das Kölner Pullman-Hotel in Köln wird seinen operativen Betrieb zum Anfang Dezember 2026 vorerst einstellen. Das berichten mehrere Kölner Medien übereinstimmend. Damit verliert die Stadt einen ihrer zentralen Veranstaltungsorte für den Sitzungskarneval. Zimmerbuchung in 2027 über die Accor-Webseite sind nicht möglich.