Hotelvertrieb im Umbruch: KI-Empfehlungen als Voraussetzung für Buchungen

| Hotellerie Hotellerie

Die US-amerikanische Agentur Cogwheel Marketing hat eine Analyse zur veränderten Rolle von künstlicher Intelligenz im Gastgewerbe veröffentlicht. Laut Bericht verschieben sich die Schwerpunkte für Hotelbetriebe von der rein technischen Buchbarkeit hin zur algorithmischen Sichtbarkeit in Sprachmodellen.

Der Prozess der digitalen Gästegewinnung teilt sich demnach künftig in zwei wesentliche Bereiche auf. Die Auffindbarkeit bestimmt, ob ein Hotel von einer künstlichen Intelligenz überhaupt als Option für eine spezifische Suchanfrage in Betracht gezogen wird. Erst im zweiten Schritt folgt die Transaktion, also die technische Abwicklung der Buchung über digitale Schnittstellen. Die Analyse zieht hierbei einen Vergleich zwischen den klassischen Disziplinen des Marketing und des Ertragsmanagements, die durch die Technologie zunehmend miteinander verknüpft werden.

Datenkonsistenz als Grundlage für Empfehlungen

Für die Phase der Auffindbarkeit greifen Sprachmodelle laut der Untersuchung auf ein breites Spektrum an Datenquellen zu. Dazu zählen neben der hoteleigenen Netzseite mit entsprechenden Markierungen auch lokale Berichte, Rezensionen auf Drittplattformen sowie Erwähnungen in sozialen Medien. Diese Informationen bilden die Grundlage für die Empfehlung eines Hauses durch die künstliche Intelligenz. Falls Daten unvollständig oder widersprüchlich sind, besteht laut Bericht das Risiko von Fehlinterpretationen durch die Algorithmen, sogenannte Halluzinationen.

Die technische Infrastruktur für die Buchungsphase befindet sich nach Einschätzung der Experten noch im Aufbau. Hierbei kommen vermehrt Verbindungsprotokolle zum Einsatz, die einen Zugriff auf Echtzeitdaten wie Zimmerverfügbarkeit und Preise ermöglichen. Diese Daten werden jedoch lediglich für die aktuelle Nutzersitzung herangezogen und fließen nicht dauerhaft in den Wissensstand der Sprachmodelle ein. Der Artikel weist darauf hin, dass die Akzeptanz bei den Gästen für vollautomatisierte Buchungsprozesse derzeit noch begrenzt ist, die Adoptionsrate aber schneller steige als bei der Einführung des Internets.

Konkurrenz um den Platz im Auswahlset

Ein Hotel kann laut Mitteilung nur dann erfolgreich am Markt agieren, wenn es bereits in der Phase der Empfehlung durch die Algorithmen berücksichtigt wird. Die Konkurrenz findet demnach nicht mehr primär über den Preis statt, sondern über die Präsenz im Auswahlset der künstlichen Intelligenz. Das Hotelmarketing müsse daher sicherstellen, dass Informationen über den Betrieb im gesamten digitalen Raum konsistent und detailliert vorhanden sind.

Abschließend stellt der Bericht fest, dass die Distribution in einer durch Sprachmodelle geprägten Umgebung bereits bei der Empfehlungslogik beginnt. Ein Investment in Buchungstechnologien sei nur dann zielführend, wenn das Haus zuvor die Kriterien für eine algorithmische Empfehlung erfüllt. Die Trennung zwischen Sichtbarkeit und Konvertierung wird somit durch die technologische Entwicklung aufgehoben.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Eine aktuelle Preisstudie zeigt, dass viele Hotels an der Nord- und Ostsee trotz einer hohen Nachfrage ihre Preise senken. Grund dafür ist ein verändertes Buchungsverhalten der Gäste, auf das viele Betriebe mit defensiven Preisstrategien reagieren.

Die Jufenalm hat den Umbau ihrer Hotelanlage in den Salzburger Bergen abgeschlossen. Das Unternehmen startet mit neuen Suiten, einem erweiterten Wellnessbereich und speziellen Rabattaktionen in die aktuelle Sommersaison.

Das Hotel Bergkristall in Oberstaufen hat sechs neue Seesuiten am hauseigenen Bergsee eröffnet. Ab August 2026 soll das Angebot laut Unternehmen um weitere Bergsuiten ergänzt werden.

Die H World Group hat nach eigenen Angaben das Europageschäft wieder in die Gewinnzone geführt. In den veröffentlichten Quartalszahlen verweist das Unternehmen auf Fortschritte im internationalen Segment sowie auf den weiteren Ausbau der Marken Steigenberger und IntercityHotel.

Eine Studie von Mews zeigt eine breite Nutzung von künstlicher Intelligenz in Hotels. Gleichzeitig sehen viele Hoteliers persönliche Kontakte wie Begrüßung und Check-in weiterhin als Aufgabe von Mitarbeitern.

Der Apartment-Anbieter Stayery hat ein neues Haus in der Innenstadt von Fürth eröffnet. Das Unternehmen setzt am Standort auf digitale Abläufe und plant bereits die Erschließung weiterer Märkte im deutschsprachigen Raum.

Das Best Western Plus Ostseehotel Waldschlösschen im Ostseebad Prerow feiert sein dreißigjähriges Bestehen unter der Leitung der Inhaberfamilie Jahncke. Seit dem Kauf im Jahr 1995 wurde die historische Immobilie kontinuierlich modernisiert.

Die Schlosshotels & Herrenhäuser trauern um ihren langjährigen Präsidenten und Ehrenpräsidenten Max Eidlhuber. Der österreichische Hotelier starb im Alter von 78 Jahren in Salzburg.

Die Dormero Hotel AG übernimmt das bisherige Amedia Express Passau aus der Insolvenz der Revo-Gruppe. Das Hotel mit 73 Zimmern soll in den kommenden zwei Jahren im laufenden Betrieb saniert werden.

Die Expedia Group beendet die Marke ebookers in Deutschland und weiteren europäischen Ländern. Nutzer werden künftig auf Hotels.com weitergeleitet, Bonus+-Guthaben wird in Hotels.com-Gutscheine umgewandelt