IT-Sperre bei Accor: Zahlreiche Hotels von Revo Hospitality nicht mehr buchbar

| Hotellerie Hotellerie

Die Medienberichte rund um Europas größten White-Label-Hotel-Betreiber, die Revo Hospitality, spitzen sich zu. Wie das Fachmagazin Hotel vor 9 berichtet, seien zahlreiche Häuser der Marken Mercure, Mövenpick und Pullman nicht mehr über Reservierungssysteme von Accor sowie über große Portale buchbar.


Aktuell: Wie die Revo Hospitality Group mitteilt, sind seit Samstag (17.1.2026) alle Revo-Hotels wieder über Accor-Systeme buchbar. Mehr Infomationen bei Tageskarte


Unter Accor Marken betreibt Revo Hospitality neun Mercure-Hotels, zwei Pullmann-Hotels, ein Novotel-Hotel, 15 Moevenpick-Hotels und 15 Ibis-Hotels. Hotels außerhalb von Deutschland und die Ibis-Herbergen sind buchbar.

Ein besonderer Brennpunkt ist das Pullman Schweizerhof in Berlin. Wie das Fachmedium Hospitality Inside berichtet, plane der Eigentümer der Immobilie, die Union Investment, den Verkauf des Hauses.

Abgang des Revo-COO

Parallel zu den technischen Problemen verzeichnet das Unternehmen personelle Verluste in der Führungsebene. Wie die Allgemeine Hotel- und Gastronomie-Zeitung (AHGZ) sowie Hospitality Inside übereinstimmend melden, habe der COOJonathan Mills, das Unternehmen inzwischen verlassen.

Trotz der digitalen Nichtverfügbarkeit wird der Hotelbetrieb nach derzeitigen Informationen aufrechterhalten.

Revo Hospitality – das Turbo-Wachstum des White-Label-Betreibers

Die in Berlin ansässige Revo Hospitality Group gilt bis vor kurzem als einer der expansivsten Akteure am europäischen Hotelmarkt. Das Unternehmen, das aus der von Ruslan Husry gegründeten HR Group hervorging, hat sich innerhalb weniger Jahre zu einem der größten White-Label-Betreiber in Europa entwickelt.

Das Geschäftsmodell: Plattform statt Eigenmarke

Kern der Unternehmensstrategie ist das Modell des Multi-Brand-Operators. Revo tritt nicht primär mit einer eigenen Hotelmarke am Markt auf, sondern betreibt Hotels im Namen weltweit bekannter Ketten wie Accor (Mercure, Mövenpick, Pullman), Wyndham (Vienna House) oder IHG. Das Unternehmen versteht sich dabei als technologische Full-Service-Plattform, die Betrieb, Markenführung und digitale Infrastruktur für Hotelbesitzer und Investoren übernimmt.

Ein Wachstum im Eiltempo

Die Geschichte des Unternehmens war zuletzt von einer massiven Konsolidierungswelle geprägt. Jahr 2023 übernahm die Gruppe die Success Hotel Group sowie die Amedia Hotel Group. Parallel dazu erfolgte die Integration von rund 20 Vienna House Hotels in Kooperation mit dem Franchisegeber Wyndham. Im Jahr 2024 folgte die Übernahme des Portfolios der Centro Hotels. Dies umfasste 34 Häuser mit rund 2.800 Zimmern, die teilweise unter die Marke Vienna House Easy by Wyndham überführt wurden. Den bisher größten strategischen Meilenstein setzte das Unternehmen im Februar 2025. Revo erwarb die H-Hotels-Gruppe (ehemals Hospitality Alliance) aus Bad Arolsen.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Am 1. Mai 2026 eröffnet in Tornow das neue Beherbergungskonzept Greenview mit sechs Design-Chalets aus Holz. Das von den Brüdern Christian und Marko Schneider initiierte Projekt im Ruppiner Seenland setzt auf naturnahe Erholung und moderne Architektur.

Das Jumeirah Burj Al Arab in Dubai steht vor seiner ersten großen Restaurierung seit 1999. Unter der Leitung von Tristan Auer ist ein 18-monatiges Programm geplant, um das markante Gebäude zu modernisieren.

Teaser: Scandic eröffnet im August 2026 ein weiteres Hotel in Berlin. Das Scandic Charlottenburg umfasst 214 Zimmer und ist der dritte Standort der Gruppe in der Hauptstadt. In dem Gebäude war vormals das Abba-Hotel unter gebracht.

Der Serviced-Apartment-Markt in Deutschland erlebt einen Strukturwandel: Erstmals dominieren Freizeitgäste das Segment, während sinkende Tagesraten und steigende Betriebskosten die Betreiber fordern. Dennoch bleibt der Expansionsdrang hoch.

Die Hotelstars Union wächst mit der Slowakei auf 22 Mitglieder an und fordert von Buchungsportalen wie Booking.com eine transparentere Darstellung von Hotelsternen, um die Irreführung von Verbrauchern zu stoppen.

Pressemitteilung

Das Qualifizierungsprogramm „Food Service Assistance“ von Deutscher Hotelakademie und Chickpeace wurde doppelt ausgezeichnet: mit dem eLearning AWARD 2026 und als Fernstudienprojekt des Jahres. Es richtet sich an geflüchtete Frauen und kombiniert digitale Lernformate mit praxisnaher Ausbildung – als Antwort auf Fachkräftemangel und fehlende Bildungszugänge in der Gastronomie.

Der Immobilienkonzern Aroundtown hat fünf Hotelimmobilien aus seinem Portfolio an einen neuen Betreiber übergeben. Künftig werden die Häuser unter der Marke Sunday Hotels, die zur Unternehmensgruppe Prism (ehemals OYO) gehört, geführt, wie das Unternehmen mitteilt.

Laut einem Accor-Bericht priorisieren Gäste die Gesundheit vor der Erschwinglichkeit bei der Speisenauswahl. Der Konzern reagiert mit einer Quote für pflanzliche Gerichte und einer Neuausrichtung seiner Nachhaltigkeitsstrategie.

Das aja Grömitz hat sämtliche 222 Zimmer sowie das Restaurant modernisiert. Die Maßnahmen wurden innerhalb von fünf Wochen im laufenden Betrieb durchgeführt und umfassen ein neues Gestaltungskonzept in Zusammenarbeit mit Hamburger Innenarchitekten.

Das Hotel Bella Vista in Trafoi soll laut Mitteilung am 22. Mai 2026 nach einem umfassenden Umbau wiedereröffnen. Das Haus in Südtirol wurde nach Angaben des Unternehmens architektonisch neu ausgerichtet. Verantwortlich für das Konzept ist der Architekt Matteo Thun, der einen neuen Gebäudeteil mit 24 Suiten entworfen hat.