IT-Sperre bei Accor: Zahlreiche Hotels von Revo Hospitality nicht mehr buchbar

| Hotellerie Hotellerie

Die Medienberichte rund um Europas größten White-Label-Hotel-Betreiber, die Revo Hospitality, spitzen sich zu. Wie das Fachmagazin Hotel vor 9 berichtet, seien zahlreiche Häuser der Marken Mercure, Mövenpick und Pullman nicht mehr über Reservierungssysteme von Accor sowie über große Portale buchbar.

Unter Accor Marken betreibt Revo Hospitality neun Mercure-Hotels, zwei Pullmann-Hotels, ein Novotel-Hotel, 15 Moevenpick-Hotels und 15 Ibis-Hotels. Hotels außerhalb von Deutschland und die Ibis-Herbergen sind buchbar.

Ein besonderer Brennpunkt ist das Pullman Schweizerhof in Berlin. Wie das Fachmedium Hospitality Inside berichtet, plane der Eigentümer der Immobilie, die Union Investment, den Verkauf des Hauses.

Abgang des Revo-COO

Parallel zu den technischen Problemen verzeichnet das Unternehmen personelle Verluste in der Führungsebene. Wie die Allgemeine Hotel- und Gastronomie-Zeitung (AHGZ) sowie Hospitality Inside übereinstimmend melden, habe der COOJonathan Mills, das Unternehmen inzwischen verlassen.

Trotz der digitalen Nichtverfügbarkeit wird der Hotelbetrieb nach derzeitigen Informationen aufrechterhalten.

Revo Hospitality – das Turbo-Wachstum des White-Label-Betreibers

Die in Berlin ansässige Revo Hospitality Group gilt bis vor kurzem als einer der expansivsten Akteure am europäischen Hotelmarkt. Das Unternehmen, das aus der von Ruslan Husry gegründeten HR Group hervorging, hat sich innerhalb weniger Jahre zu einem der größten White-Label-Betreiber in Europa entwickelt.

Das Geschäftsmodell: Plattform statt Eigenmarke

Kern der Unternehmensstrategie ist das Modell des Multi-Brand-Operators. Revo tritt nicht primär mit einer eigenen Hotelmarke am Markt auf, sondern betreibt Hotels im Namen weltweit bekannter Ketten wie Accor (Mercure, Mövenpick, Pullman), Wyndham (Vienna House) oder IHG. Das Unternehmen versteht sich dabei als technologische Full-Service-Plattform, die Betrieb, Markenführung und digitale Infrastruktur für Hotelbesitzer und Investoren übernimmt.

Ein Wachstum im Eiltempo

Die Geschichte des Unternehmens war zuletzt von einer massiven Konsolidierungswelle geprägt. Jahr 2023 übernahm die Gruppe die Success Hotel Group sowie die Amedia Hotel Group. Parallel dazu erfolgte die Integration von rund 20 Vienna House Hotels in Kooperation mit dem Franchisegeber Wyndham. Im Jahr 2024 folgte die Übernahme des Portfolios der Centro Hotels. Dies umfasste 34 Häuser mit rund 2.800 Zimmern, die teilweise unter die Marke Vienna House Easy by Wyndham überführt wurden. Den bisher größten strategischen Meilenstein setzte das Unternehmen im Februar 2025. Revo erwarb die H-Hotels-Gruppe (ehemals Hospitality Alliance) aus Bad Arolsen.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Der Faktencheck von Kohl & Partner und RateBoard zeigt für die Wintersaison 2025/26 im Alpenraum eine solide Ausgangslage. Die Nachfrage liegt über dem Vorjahr, bei deutlich regionalen Unterschieden. Tirol führt bei Auslastung und Wachstum, Südtirol liegt im Mittelfeld, Bayern bleibt zurück.

Das Hotel Vier Jahreszeiten am Schluchsee präsentiert nach einem Führungswechsel umfangreiche Neuerungen. Mit einer neuen Sportarena, inklusive Padel-Plätzen, einer großflächigen Kinderhalle und einem mediterranen Restaurantkonzept, setzt der Betrieb auf eine moderne Ausrichtung für Familien und Sportbegeisterte im Schwarzwald.

Der Schweizer Hospitality-Investor Kokomo Capital hat das Seehotel Waltershof in Rottach-Egern erworben. Die direkt am Ufer des Tegernsees gelegene Immobilie soll im Zuge einer umfassenden Neuausrichtung modernisiert und erweitert werden. Nach Abschluss der Bauarbeiten ist die Wiedereröffnung für das Jahr 2027 geplant.

In einem richtungsweisenden Urteil hat das Landgericht Berlin II festgestellt, dass Booking.com gegenüber zahlreichen Hotels schadensersatzpflichtig ist. Grund für die Entscheidung ist die jahrelange Verwendung von unzulässigen Bestpreisklauseln. Das Gericht gab der Feststellungsklage von insgesamt 1.099 Klägern statt.

Das Landgericht Berlin hat deutschen Hotels in ihrem Kampf gegen die langjährige Verwendung von Bestpreisklauseln durch das in Amsterdam ansässige Online-Buchungsportal Recht gegeben, berichtet der Hotelverband Deutschland: Wie der Verband mitteilt, habe Booking.com gegen Kartellrecht verstoßen und müsse die Hoteliers für die entstandenen finanziellen Schäden kompensieren.

Wyndham Hotels & Resorts erweitert die eigene Präsenz im Mittelmeerraum und eröffnet mit dem Wyndham Corfu Acharavi das erste Haus der Marke auf der griechischen Insel Korfu.

Four Seasons expandiert nach Rio de Janeiro. Durch die Revitalisierung des bekannten Marina Palace im Viertel Leblon soll bis 2029 ein neues Luxushotel mit 120 Zimmern und Rooftop-Konzept direkt am Atlantik entstehen.

Das Seehotel Frankenhorst in Schwerin begeht im Dezember ein doppeltes Jubiläum. Das Vier-Sterne-Haus blickt auf eine 35-jährige Geschichte zurück und ist seit 30 Jahren als Partner der BWH Hotels Central Europe angeschlossen.

Das Althoff Seehotel Überfahrt hat mit der neuen Signature Suite den ersten Schritt einer umfassenden Modernisierung vollzogen. Die 220 Quadratmeter große Suite bildet den Auftakt für eine bauliche Transformation des Hauses, die bis zum Jahr 2026 fortgeführt wird.

Die Hannoveraner Familie Rüter übernimmt das seit 1698 bestehende Hotel Haase in Laatzen. Trotz des Eigentümerwechsels setzen die Beteiligten auf personelle Beständigkeit in der Führung.