Kongresstourismus auch in Corona-Zeiten für Berlin immer wichtiger 

| Hotellerie Hotellerie

Gerade in kleine Kongresse und Veranstaltungen setzt Visit-Berlin-Chef Burkhard Kieker große Erwartungen. «Ich rechne nicht damit, dass wir in diesem Jahr noch Kongresse mit mehreren tausend Teilnehmern hier sehen werden», sagte der Geschäftsführer der Berliner Tourismusgesellschaft der dpa. «Ich glaube, dass wir uns darauf konzentrieren müssen, Konzepte zu finden, wie Veranstaltungen mit weniger als 100 Teilnehmern wieder stattfinden können.» Ab Montag dürfen in Berlins Hotels nach wochenlanger Schließung wegen der Corona-Pandemie wieder Touristen übernachten, auf Kongressgäste warten sie noch.

Berlin war 2019 Veranstaltungsort von 176 Kongressen internationaler Verbände und liegt nach den Daten der International Congress and Convention Association auf Platz drei unter den Kongress-Städten weltweit. Besser stehen nur Paris und Lissabon da.

Auch die Senatsverwaltrung für Wirtschaft sieht im Kongressmarkt einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor. Der dritte Platz im weltweiten Kongress-Ranking sei ein Zeichen für einen Wandel in der Branche. «Weg vom klassischen Messestand hin zu Veranstaltungen, die die ganze Attraktivität einer Stadt einbeziehen. Da hat Berlin auch künftig viel zu bieten», so Sprecherin Svenja Fritz. Auch digitale Formate würden für Messen unverzichtbare Elemente. «Wir werden alles dafür tun, in der Zeit nach Corona an das gute Ranking anzuschließen.»

Gemeinsam mit Visit Berlin arbeite die Wirtschaftsverwaltung an der Vorbereitung weiterer Lockerungsmöglichkeiten. «Wir haben Schritte zur Öffnung beschlossen und werden genau auswerten, was daraus folgt.» Der Gesundheitsschutz habe aber oberste Priorität.

Nach den Visit-Berlin-Zahlen für 2018 brachten die Veranstaltungen rund zwölf Millionen Gäste in die Stadt, die für mehr als acht Millionen Hotel-Übernachtungen bezahlten - fast ein Viertel aller Hotel-Übernachtungen. Der Gesamtumsatz des Tagungs- und Kongressgeschäfts lag bei rund 2,63 Milliarden Euro.

«Auch durch die Wertschöpfung, die diese Kongressteilnehmer mit sich bringen, ist das ein enorm wichtiger Faktor», sagte Kieker. Und es sind nicht nur die XL-Veranstaltungen wie die weltgrößte Reisemesse ITB, die dabei ins Gewicht fallen: «Wir haben im Jahr über 143 000 Veranstaltungen in Berlin, davon haben 84 Prozent unter 100 Teilnehmern», so der Visit-Berlin-Geschäftsführer.

Es sei schon viel erreicht, wenn es gelinge, davon auch nur einen kleinen Teil zu retten. «Ich glaube gar nicht, dass wir neue gewinnen werden, wir müssen die Leute, die schon gebucht haben, davon überzeugen, dass sie nicht absagen», so der Visit-Berlin-Chef. «Aber dafür müssen wir erst die entsprechende Genehmigung der Behörden haben.»

(dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

CIC Hospitality aus Norwegen übernimmt den Betrieb des Flightgate Munich Airport Hotel in Hallbergmoos bei München. Das Haus mit 212 Zimmern wird künftig unter der Marke Radisson Individuals geführt.

Das frühere Wyndham Grand Salzburg tritt künftig unter der Marke Radisson Blu auf. Das Haus verfügt über 262 Zimmer und 1.785 Quadratmeter Veranstaltungsfläche und positioniert sich verstärkt im Tagungs- und Geschäftsreisemarkt.

Die DSR Hotel Holding eröffnet am 6. Juli 2026 das neue Henri Hotel Garmisch-Partenkirchen mit 69 Zimmern im ehemaligen Reindl's Partenkirchner Hof. Das neue Haus ist ab sofort buchbar und erweitert das Alpen-Portfolio des Unternehmens.

Das Hotel Gut Ising am Chiemsee investiert in den Bau von zwei neuen Wohngebäuden für seine Angestellten. Bis Oktober entstehen insgesamt 37 Einheiten mit 60 Betten sowie verschiedene Gemeinschaftseinrichtungen für Auszubildende und Fachkräfte.

Das Webers Hotel im Essener Ruhrturm wird künftig von Signo Hospitality betrieben und schließt sich der Accor-Gruppe an. Ab Ende 2026 sind umfassende Renovierungsarbeiten und ein Markenwechsel des Hauses mit 137 Zimmern geplant.

Eine Studie von HotellerieSuisse zeigt den anhaltend hohen Einfluss von Buchungsplattformen auf die Preisgestaltung in der Schweizer Hotellerie. Hotels berichten zunehmend über Preisunterbietungen und eingeschränkte Kontrolle im digitalen Vertrieb.

Das „Hotel am Sophienpark“ in Baden-Baden soll nach einer umfassenden Modernisierung im Frühjahr 2027 unter dem Namen „The Floris“ weitergeführt werden. Das traditionsreiche Gebäude an der Sophienstraße 14 werde derzeit revitalisiert und als Vier-Sterne-Superior-Hotel neu positioniert.

Das Hotel du Cap-Eden-Roc erweitert sein Angebot 2026 um die Yacht Millesime. Die 37 Meter lange Yacht soll exklusiv Hotelgästen für Fahrten entlang der Mittelmeerküste zur Verfügung stehen.

Mecklenburg-Vorpommern zählte im vorigen Jahr rund acht Millionen Urlauber und etwa 33 Millionen Übernachtungen. Das hohe Niveau soll mindestens gehalten werden. Aber die Branche steht unter Druck.

Die Dormero Gruppe erweitert ihre Präsenz in der Region Mittelfranken und übernimmt das bisherige NH Hotel in Fürth. Das Hotel befindet sich in zentraler Lage direkt am Stadtpark und umfasst insgesamt 118 Zimmer.