Marriott International schult Hotelangestellte, um Menschenhandel zu erkennen

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Marriott International hat nach eigenen Angaben 500.000 Hotelangestellte erfolgreich geschult, um Menschenhandel zu erkennen und aufzuzeigen, wie in entsprechenden Situationen korrekt gehandelt werden soll. Dies sei ein bedeutender Schritt im weltweiten Kampf gegen dieses internationale Verbrechen, erklärte das Unternehmen.

„Menschenhandel ist eine grausame Form der modernen Sklaverei, die Millionen von Menschen auf der ganzen Welt trifft“, sagte Arne Sorenson, President und Chief Executive Officer von Marriott International. „Indem wir unsere Mitarbeiter weltweit schulen und darin bestärken einzugreifen, wenn sie auffälliges Verhalten bemerken, setzen wir uns nicht nur für die Schwächsten in der Gesellschaft ein, sondern schützen gleichzeitig unsere Mitarbeiter und Gäste. Außerdem untermauern wir damit den Grundwert unserer Unternehmensphilosophie: unserer Welt zu dienen.“

Marriott startete im Januar 2017 ein Trainingsprogramm für Menschenhandel, an dem alle Angestellten der Hotelgesellschaft, sowohl der eigens gemanagten Hotels als auch der durch Franchise betriebenen verpflichtend teilnahmen; das Unternehmen unterstreicht damit die laufenden Bemühungen im Rahmen der umfassenden Nachhaltigkeits- und Sozialverträglichkeitsaktivitäten, die auf der Plattform Serve 360: Gutes tun in jede Richtung dargestellt werden.

Als Unterzeichner des ECPAT-Kodex' setzt sich Marriott International dafür ein, das Bewusstsein des Hotelpersonals für die Indikatoren der Zwangsausbeutung und der Zwangsarbeit zu schärfen und ist stolz darauf, gemeinsam mit Menschenrechtspartnern die „End It Bewegung“ zur weltweiten Bekämpfung des Menschenhandels zu unterstützen.
„Leider spielt sich dieses gewissenlose Verbrechen häufig in Hotels ab. Als weltweit agierendes Hotelunternehmen, das sich für Menschenrechte einsetzt, sind wir stolz darauf, Hotelangestellte im gesamten Marriott-System auszubilden, um die Signale zu erkennen“, sagte Dr. David Rodriguez, Chief Global Human Resources Officer, Marriott International. „Es gibt keine einfache Lösung, aber die Bekämpfung der modernen Sklaverei beginnt mit Bewusstseinsbildung. Wir haben derzeit eine beträchtliche Anzahl von Menschen, die in der Lage sind, verdächtiges Verhalten zu erkennen und es der Geschäftsleitung und in einigen Fällen auch der Justiz zu melden.“

Die Schulung hat bereits zu Rettungsaktionen geführt

Seit der Einführung des Trainings wurden bereits mehrere junge Menschen aus gefährlichen Situationen befreit.

Um das Sensibilisierungsprogramm für Menschenhandel zu entwickeln und zu testen, arbeitete Marriott fast ein Jahr lang mit ECPAT-USA und Polaris zusammen – zwei führenden gemeinnützigen Organisationen, die sich auf die Bekämpfung des Menschenhandels spezialisiert haben. Das Unternehmen sorgte für die Übersetzung des Programms aus dem Englischen in 16 weitere Sprachen, darunter auch Französisch, Deutsch, Italienisch, Polnisch, Portugiesisch, Russisch, Spanisch und Türkisch. Es wurde sichergestellt, dass man entweder online oder im Klassenverband an den Schulungen teilnehmen kann, damit es in den 130 Ländern und Territorien, in denen Marriott tätig ist, zugänglich und verständlich ist. Die Trainings-Anweisungen sind ebenfalls mitarbeiterspezifisch, da sich die Signale, die ein Angestellter an der Rezeption sehen könnte, von denen, die eine Haushälterin oder ein Barkeeper sehen, unterscheiden können.

Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) schätzt, dass weltweit mehr als 40 Millionen Menschen moderner Sklaverei ausgesetzt sind, während UNICEF sogar davon ausgeht, dass in etwa 25 Prozent der Fälle von weltweitem Menschenhandel Kinder betroffen sind.

Im Trainingsprogramm wird betont, dass die Wahrnehmung eines Signals nicht automatisch auf Menschenhandel hindeutet. Das Hotelpersonal muss mehrere Anzeichen erkennen und dem Management diese Indikatoren melden. Einige Beispiele für sichtbare und versteckte Warnsignale, die Marriott mit dem Hotelpersonal teilt:

  • Gäste mit sehr wenig Gepäck und Kleidung
  • Mehrere Männer, die nacheinander in dasselbe Hotelzimmer begleitet werden
  • Personen, die nicht frei sprechen können oder desorientiert wirken
  • Gäste, die keine oder wenig Housekeeping-Dienste des Hotels in Anspruch nehmen

„Menschenhandel ist für Hotelmitarbeiter sicherlich schwer zu erkennen, vor allen Dingen, wenn es nicht klar ist, worauf konkret zu achten ist. Man sieht nicht, wie Menschenhändler ihre Opfer festhalten. Menschenhandel läuft viel nuancierter und komplexer ab“, sagte Rodriguez. „Deshalb ist es so wichtig, den Mitarbeitern zu helfen, die Anzeichen von sexueller Ausbeutung und Zwangsarbeit zu erkennen. Unsere Mitarbeiter bekommen das Vertrauen, dass sie etwas bewirken können. Allein das ist für unsere Hotels sehr wichtig.“

Im Kurs lernen die Hotelangestellten, Situationen zu beobachten, Notizen zu machen und ihren Verdacht einem Vorgesetzten zu melden, der sich schließlich an die Justiz wenden kann. Die Strafverfolgungsbehörden ihrerseits betonen, dass dieses Training dazu beiträgt, die Sicherheit in der Gesellschaft zu erhöhen, da ein größeres Bewusstsein zu mehr Reaktionsfähigkeit innerhalb und außerhalb eines Hotels führen kann.

Das Training hat außerdem Auswirkungen weit über die Belegschaft von Marriott International hinaus. Auch Hotelgäste können lernen, wie Signale erkannt werden können. Gäste, die den Verdacht auf Menschenhandel oder Missbrauch haben, sollten sich nicht mit dem Kind oder dem Erwachsenen auseinandersetzen, sondern das Hotelmanagement oder den Sicherheitsdienst  alarmieren, die örtlichen Strafverfolgungsbehörden und/oder die lokale Notrufnummer für Notfallsituationen kontaktieren.

Wie den Opfern künftig auch per Künstlicher Intelligenz geholfen werden kann, erforschen derzeit Wissenschaftler der George Washington University und der Temple University (Tageskarte berichtete). 


 

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