Mehr als 15.000 Hotels beteiligen sich an Sammelklage gegen Booking.com

| Hotellerie Hotellerie

Die von HOTREC und mehr als 30 nationalen Hotelverbänden unterstützte europaweite Sammelklage gegen Booking.com wegen jahrelanger Anwendung wettbewerbswidriger Bestpreis-Klauseln stieß bei den europäischen Hoteliers auf eine überwältigend positive Resonanz: Mehr als 15.000 Hotels aus ganz Europa haben sich unter www.mybookingclaim.com registriert, um sich an der Sammelklage der niederländischen „Stichting Hotel Claims Alliance“ zu beteiligen. Am morgigen Freitag, 29. August, läuft der Termin für die Registrierung interessierter Hotels aus.

Ziel der Klage vor niederländischen Gerichten ist es, die Hoteliers für die durch die Verwendung sogenannter Paritätsklauseln durch Booking.com entstandenen finanziellen Verluste zu entschädigen. Spätestens nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs vom 19. September 2024 (Az: C-264/23) steht dann fest, dass diese Klauseln eventuell gegen das das EU-Wettbewerbsrecht verstoßen haben und europäischen Hotels Schadensersatz zustehen könnte.

Alexandros Vassilikos, Präsident von HOTREC, erklärte: „Die überwältigende Resonanz der europäischen Hotels auf unseren Aufruf zur Teilnahme an der Sammelklage beweist, dass die Hotellerie geeint ist. Sie fordert, dass der marktbeherrschende Gatekeeper sein Marktverhalten ändert und Verantwortung für sein Fehlverhalten übernimmt!“

Die Initiative wurde von Hotels aus ganz Europa positiv aufgenommen. Die meisten Teilnehmer kamen aus Italien, Deutschland, den Niederlanden, Griechenland und Österreich. Im Verhältnis zur Größe des Hotelsektors in den einzelnen Ländern fand die Sammelklage in Island, den Niederlanden, Liechtenstein, Luxemburg und Irland besonders großen Anklang. HOTREC wird keine weiteren Details zur Beteiligung nach Ländern oder Regionen veröffentlichen. Es gibt aber auch Gesellschaften, wie zum Beispiel Kempinski, die sich an der Klage nicht beteiligen.

Marie Audren, Generaldirektorin von HOTREC, erläuterte: „In den kommenden Wochen werden die Daten der Hotels konsolidiert und validiert und die Klageschrift vorbereitet. Ziel ist es, die Sammelklage noch vor Ende dieses Jahres beim Bezirksgericht Amsterdam einzureichen.“

Auch Markus Luthe, Hauptgeschäftsführer des Hotelverbandes Deutschland (IHA) und Vorsitzender der HOTREC-Arbeitsgruppe Distribution, zeigte sich beeindruckt: „Zusammen mit den rund 2.000 Hotels aus Deutschland, deren bereits seit dem Jahr 2020 anhängige parallele Verfahren vor dem Bezirksgericht Amsterdam und dem Landgericht Berlin als Blaupause für die europäische Sammelklage dienen, sind es nun über 4.000 Hotels aus Deutschland, die Booking.com gerichtlich die Grenzen der Marktmacht aufzeigen.“

Booking.com erklärt in dem Zusammenhang, dass dem Unternehmen bislang keine offizielle rechtliche Mitteilung über eine mögliche Klage vorliegt. Das Unternehmen betont, dass in Deutschland seit 2016 keine Preisparitätsklauseln mehr angewendet würden. Das entsprechende Urteil des Bundesgerichtshofs aus dem Jahr 2021 habe diese Praxis endgültig aufgehoben. Im Zuge der Verpflichtungen aus dem Digital Markets Act (DMA) habe Booking.com zudem im Juli 2024 sämtliche Preisparitätsklauseln im gesamten Europäischen Wirtschaftsraum abgeschafft.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Der Fahrdienstvermittler Uber Technologies hat neue Funktionen und Produkte vorgestellt, darunter erstmals Hotelbuchungen direkt in der App. Die Integration erfolgt in Kooperation mit Expedia und wird zunächst in den USA eingeführt.

Das Schlosshotel Klaffenbach in Chemnitz erhält einen neuen Betreiber. Wie aus einer Mitteilung hervorgeht, übergeben Silke und Ralf Langer nach insgesamt 17 Jahren Tätigkeit im Haus den Hotelbetrieb an die Primaro Holding unter der Leitung von Darija und Petar Marovic.

Die Motel One Group hat 2025 erstmals die Marke von einer Milliarde Euro Umsatz überschritten. Das Unternehmen meldet steigende Kennzahlen und weitere Expansion in Europa.

Das Modeunternehmen Louis Vuitton hat in London ein zeitlich begrenztes Hotelkonzept eröffnet. Wie mehrere Medien berichten, befindet sich das sogenannte Pop-up-Hotel am Berkeley Square im Stadtteil Mayfair und ist bis Ende Juni 2026 zugänglich.

Die Münchner Hospitality-Gruppe Alpami eröffnet Anfang Juni 2026 ihr erstes Stadthotel in der bayerischen Landeshauptstadt. Das neue Haus mit dem Namen Alpami Glockenbach verfügt über 16 Zimmer und befindet sich im Glockenbachviertel unweit der Isar, wie aus einer Unternehmensmitteilung hervorgeht.

WorldHotels startet mit WorldHotels Backdrop eine neue Kollektion für internationales Glamping. Das Unternehmen reagiert damit auf prognostizierte Umsatzsteigerungen im globalen Markt für naturnahe Luxusunterkünfte.

Mit der Eröffnung des Hotels Binidufà vervollständigt die Vestige Collection ein rund 800 Hektar großes Landgut im Norden Menorcas. Das Konzept verbindet zwei Standorte mit unterschiedlichen gastronomischen Schwerpunkten.

Die Kempinski Gruppe plant ihr erstes Projekt für Markenresidenzen in Saudi-Arabien. In zentraler Lage in Mekka entstehen insgesamt 302 Wohneinheiten mit angeschlossener Hotel- und Einzelhandelsinfrastruktur.

Norton warnt in einem Blogbeitrag vor einer neuen Betrugsmasche mit echten Hotelbuchungen. Täter nutzen reale Reservierungsdaten, um Reisende zu täuschen und Zahlungsinformationen abzugreifen.

Hilton meldet für das erste Quartal 2026 steigende Kennzahlen und erhöht die Prognose für das Gesamtjahr. Wachstumstreiber sind laut Unternehmen höhere Zimmererlöse und eine ausgebaute Entwicklungspipeline.