Mercure-Hotel kündigt Vertrag für AfD-Bundeskonvent

| Hotellerie Hotellerie

Ein geplanter Bundeskonvent der AfD bei Halle ist abgesagt worden. Das Hotel, in dem das Treffen stattfinden sollte, hatte eigenen Angaben zufolge die Veranstaltung aufgekündigt. Wie ein AfD-Parteisprecher der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag sagte, sei kein anderer Veranstaltungsort in Halle gefunden worden. Wenn der Konvent an einem anderen Ort hätte stattfinden sollen, hätten alle Delegierten dem zustimmen müssen. Dies sei nicht der Fall gewesen.

Zuvor waren bei dem Hotel mehrere Fensterscheiben eingeschmissen worden. Der Hoteldirektor bestätigte den Vorfall auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur. Wie die Polizei mitteilte, wurden in der Nacht zu Donnerstag drei Fensterscheiben eingeschmissen. «Zudem wurde noch ein übler Geruch im Außenbereich des Gebäudes wahrgenommen», hieß es in der Polizeimeldung. Demnach wurden vier Menschen in Tatortnähe gestellt. «Die drei Männer und eine Frau sind im Alter zwischen 20 und 21 Jahren und alle in Halle wohnhaft», so die Polizei.

Gegenüber Zeit-Online sagte André Müller, der Direktor des Mercure-Hotels in Landsberg die Partei habe das Hotel ferner im Unklaren gelassen. „Wir wurden nicht ehrlich behandelt, was die Art der Veranstaltung angeht und die Teilnehmer“. Es habe bei der Anmietung „keinen Hinweis auf die AfD“ gegeben. Angekündigt gewesen sei „eine Schatzmeistertagung“. Der wahre Charakter der Veranstaltung sei ihm erst durch die Veröffentlichung des Bündnisses und durch Telefonate mit der Polizei klar geworden. Das bestreitet die AfD.

Hinsichtlich der kaputten Fenster sagte eine Polizeisprecherin: «Wir ermitteln in alle Richtungen wegen Sachbeschädigung, eine politische Motivation kann nicht ausgeschlossen werden». Die AfD machte in einer Mitteilung «die Antifa» für die Attacke verantwortlich. «Mutmaßungen als Fakten zu präsentieren halte ich für falsch», sagte Hoteldirektor André Müller mit Blick auf mehrere Vermutungen, mit denen er seit dem Morgen konfrontiert gewesen sei. Ihm zufolge war das Hotel zuvor im Unklaren gelassen worden, was den Zweck der Veranstaltung angehe. Nachdem er erfahren und geprüft habe, was dieser sei, sei die Veranstaltung vom Hotel am Donnerstagmorgen abgesagt worden. Müller betonte: «Das wäre auch passiert, wenn kein Glas zu Bruch gegangen wäre.»

Die begangene Straftat verurteile er, die Sicherheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stehe an erster Stelle. Zudem kritisierte der Hoteldirektor die Kommunikation des Bündnisses «Halle gegen Rechts». Dieses hatte zuvor das Hotel aufgefordert, die Veranstaltung abzusagen. Laut Müller wurde die Aufforderung direkt öffentlich gemacht, ohne das Hotel vorher um ein Gespräch zu bitten. «Es ist die Verantwortung des Hotels, zu wissen, welche Veranstaltungen dort stattfinden», sagte ein Sprecher des Bündnisses.

In einer Mitteilung distanzierte sich das Bündnis zudem von der Sachbeschädigung: «Halle gegen Rechts steht klar und eindeutig für gewaltfreien Protest.» Zudem bedankte es sich bei der Hotel-Kette, dass diese sich nicht von Rechtsextremen vereinnahmen lasse.

Laut einem Parteisprecher der AfD sollten bei der Veranstaltung rund 70 Delegierte und der Bundesvorstand teilnehmen. «Es standen wichtige Themen auf dem Programm, beispielsweise die Verabschiedung des Haushalts der Bundespartei», so der Sprecher. Auch über die für nichtig erklärte Parteimitgliedschaft des bisherigen Brandenburger AfD-Landeschefs Andreas Kalbitz sollte diskutiert werden. Die Veranstaltung werde nachgeholt. Ein konkreter Termin dafür stehe noch nicht fest. (Mit Material der dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Die Numa Group übernimmt den Anbieter Lisbon Serviced Apartments und erweitert damit das Portfolio in Lissabon um 19 Objekte. Die Integration in die eigene Technologieplattform soll nun die betriebliche Effizienz der Unterkünfte steigern.

Relais & Châteaux erweitert das eigene Portfolio um zehn neue Mitglieder. Die Neuzugänge erstrecken sich über mehrere Kontinente und umfassen Standorte in Frankreich, England, Italien, der Schweiz, Portugal, Japan, Mexiko sowie den Vereinigten Staaten.

Die Hotelgruppe Meininger Hotels erweitert ihr Portfolio um einen ersten Standort in Schottland. Am 5. August eröffnet das Unternehmen das Meininger Hotel Edinburgh Haymarket. Das Haus im West End ist das 38. Hotel im Portfolio.

Drei Hotellerie-Manager​​​​​​​ haben die neue Hotelmarke LikeStay gegründet. Hinter dem Konzept stehen Max Luscher, Constantin Rehberg und Andreas Brennfleck. Das erste Hotel soll das bisherige Batschari Palais in Baden-Baden werden, das künftig unter dem Namen LikeStay Premium Baden-Baden betrieben werden soll.

Die nordrhein-westfälischen Tourismusregionen sind für die Sommerferien nach eigenen Angaben gut gebucht - für Kurzentschlossene gibt es aber noch genügend freie Betten. Vor allem Ferienwohnungen und Ferienhäuser sowie Bauernhof-Urlaube sind gefragt.

Das Sofitel Frankfurt Opera nutzt seine exklusive Dachterrasse für ein temporäres Gastronomiekonzept. An vier Terminen im August bietet das Hotel einen Barbetrieb für externe Besucher an.

Anzeige

Warum Gästedaten so wertvoll sind und wie sie am sinnvollsten gemanagt werden, um für KI-Anbindung und Automatisierung möglichst großen Nutzen zu stiften, erklärt dailypoint-Geschäftsführer Dr. Michael Toedt in der 8. Folge des HotelPartner-Podcasts „AUSGEBUCHT!“.

Die Radisson Hotel Group baut ihre internationale Präsenz im ersten Halbjahr 2026 durch zahlreiche Neueröffnungen und Vertragsabschlüsse in verschiedenen Marktsegmenten deutlich aus.

Novum Hospitality ist derzeit mit mehreren Themen in den Schlagzeilen. Jetzt hat die Hamburger Hotelgruppe ihren Wiedereintritt in den Hotelverband Deutschland (IHA) sowie in die DEHOGA-Landesverbände bekannt gegeben.

Die MHP Hotel AG plant gemeinsam mit Projektentwickler Midstad ein neues Hotel der Marriott-Marke Autograph Collection in Düsseldorfs Innenstadt. Das Haus mit rund 180 Zimmern soll bis 2029 im Gebäudeensemble an der Kasernenstraße und im Carsch-Haus entstehen.