Milliarden-Deal - MCR Hotels übernimmt Soho House

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Die internationale Hotel- und Clubgesellschaft Soho House & Co wird im Rahmen einer Übernahme durch MCR Hotels für rund 2,7 Milliarden Dollar privatisiert. Die Transaktion umfasst auch die Übernahme von Schulden und wertet das Unternehmen insgesamt auf diesen Betrag. MCR Hotels zahlt den Aktionären 9 Dollar pro Aktie – ein Aufschlag von 17,8 Prozent gegenüber dem letzten Schlusskurs und 83 Prozent über dem Kursstand vor Bekanntwerden der Übernahmeabsichten. Die Übernahme wurde bereits im Dezember 2024 vorgeschlagen. Der Abschluss der Transaktion wird für Ende 2025 erwartet, vorbehaltlich behördlicher Genehmigungen.

Strategische Partner und Kapitalgeber hinter der Übernahme

Das Übernahmeangebot wird von MCR Hotels angeführt, einem der größten Hotelbetreiber in den USA, unterstützt durch Finanzpartner wie Apollo Global Management und Goldman Sachs Alternatives sowie durch prominente Investoren wie Schauspieler und Technologieinvestor Ashton Kutcher. Während Ron Burkle und Yucaipa Companies als Großaktionäre ihren beherrschenden Anteil am Unternehmen beibehalten, bringen sie einen erheblichen Teil ihrer Anteile in die Transaktion ein. Diese Kontinuität reduziert die Gefahr rivalisierender Gebote, da rund 85 Prozent des Unternehmens bereits in Insiderhand sind und eine dünne öffentliche Aktienbasis verbleibt.

Der Anbieter Apollo stellt ein sogenanntes „Hybrid Capital“-Finanzierungsmodell bereit, das eine Mischung aus Eigen- und Fremdkapital darstellt. Dieses Modell ist auf stabile Renditen im mittleren zweistelligen Bereich ausgerichtet und passt zur Ausrichtung der Transaktion als langfristige Neuausrichtung statt kurzfristiger Gewinnmaximierung. MCR Hotels bringt dabei operative Expertise ein, um den Club weiterzuentwickeln, während Kutcher als prominenter Gesellschafter zusätzliche Aufmerksamkeit und Kapital anziehen soll.

Finanzielle Performance und Herausforderungen

Obwohl der Übernahmepreis eine Prämie zum Kurs vor den Übernahmegesprächen darstellt, liegt er deutlich unter dem Börsenstartwert von Soho House im Jahr 2021, als die Aktie noch bei rund 14 Dollar lag. Die Geschäftsentwicklung hat sich zuletzt verlangsamt: Das Umsatzwachstum reduzierte sich von 73 Prozent im Jahr 2022 auf knapp sieben Prozent im Jahr 2024. Die Bewertung des Unternehmens liegt bei etwa dem 20-fachen des bereinigten EBITDA von 2024, was auf einen hohen Kaufpreis im Verhältnis zum operativen Ergebnis hindeutet.

Die Übernahme ist vor allem darauf ausgelegt, Soho House nach schwierigen Phasen an den öffentlichen Märkten wieder zu stabilisieren. Die hohe Verschuldung wird teilweise durch frisches Fremdkapital in Höhe von rund 845 Millionen Dollar von Apollo und Goldman Sachs getragen.

Veränderungen im Management und zukünftige Ausrichtung

Mit Abschluss der Übernahme wird Tyler Morse, CEO von MCR Hotels, Mitglied und stellvertretender Vorsitzender des Soho House Boards. Schauspieler Ashton Kutcher tritt ebenfalls dem Board bei. Zudem übernimmt Neil Thomson die Rolle des Chief Financial Officer von Thomas Allen. Thomson kommt vom Food-and-Beverage-Unternehmen Del Frisco.

Soho House betreibt derzeit 46 Häuser weltweit, darunter auch drei The Ned Hotels und zwei Scorpios Beach Clubs in Mykonos und Bodrum. Die Häuser befinden sich in kulturell wichtigen Städten und richten sich an eine exklusive Mitgliederschaft aus Kreativ- und Kulturschaffenden.

Erklärende Stimmen aus der Branche

Andrew Carnie, CEO von Soho House, beschreibt die Transaktion als Ausdruck des Vertrauens der Anteilseigner in die Zukunft und den Wandel des Unternehmens seit dem Börsengang 2021. Er hebt das solide zweistellige Umsatzwachstum und die bedeutende Expansion des Mitgliederbestands hervor, insbesondere in Städten wie São Paulo, Mexico City, Nashville und Paris. Carnie betont die Umstellung der Finanz- und Betriebssysteme, die den Club effizienter und skalierbarer machen sollen.

Tyler Morse betont die Bedeutung von Soho House als Ort kreativer Vernetzung und bekräftigt das Ziel, das Mitgliedererlebnis zu schützen und die internationale Expansion voranzutreiben.

Der Apollo-Partner Reed Rayman bezeichnet die Finanzierung als flexible Kapitallösung, die sowohl Fremd- als auch Eigenkapital umfasst, und sieht darin ein Beispiel für die hybride Finanzierungsstrategie von Apollo, die das Wachstum des Unternehmens unterstützen soll.

Goldman Sachs Alternatives hebt die langjährige Partnerschaft mit Soho House hervor und erwartet eine weiterhin erfolgreiche Zusammenarbeit zur Unterstützung der nächsten Entwicklungsphase.

Ruhige Übernahme statt spektakulärer Deal

Trotz der Beteiligung hochkarätiger Investoren und prominenter Persönlichkeiten steht die Übernahme für eine relativ ruhige und strategisch ausgerichtete Kapitaltransaktion. Ein aktivistischer Investor hatte im Januar 2025 noch alternative Verkaufsoptionen angeregt, konnte diese jedoch nicht durchsetzen. Die Übernahme zielt vor allem darauf ab, Soho House von der Belastung der öffentlichen Kapitalmärkte zu befreien und das Geschäft in private Hände zu überführen.

Dabei bleibt die Herausforderung bestehen, das Gleichgewicht zwischen Expansion und der Bewahrung des exklusiven Mitgliedercharakters zu halten – ein Grundprinzip des Geschäftsmodells von Soho House.

Nach Abschluss wird die Aktie von Soho House nicht mehr an der New Yorker Börse gehandelt.


 

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