Motel One plant Übernahme von zehn Revo-Hotels in Deutschland

| Hotellerie Hotellerie

Bei der insolventen Revo Hospitality Group ist erstmals einer der angekündigten Interessenten öffentlich bekannt geworden. Aus der Liste laufender Fusionskontrollverfahren des Bundeskartellamts geht hervor, dass die Motel One Gruppe die Übernahme von zehn in Deutschland gelegenen Hotelbetrieben der Revo Hospitality Group plant.

Das Verfahren wird beim Bundeskartellamt unter dem Aktenzeichen B9-68/26 geführt. In der veröffentlichten Verfahrensübersicht heißt es: „Motel One Gruppe (D); Erwerb von 10 in Deutschland belegenen Hotelbetrieben der Revo Hospitality Group (D))“. Das Verfahren befindet sich weiterhin in Prüfung.

Die Motel One Group hat zum 1. Juni 2026 bereits zwei Hotels in Kiel übernommen, die bislang von der Revo Hospitality Group unter den Marken ibis Styles und Adagio Access betrieben wurden. Das ging aus einer Unternehmensmitteilung hervor. Eigentümer der Immobilie ist Art-Invest Real Estate, mit der Motel One nach eigenen Angaben einen neuen Mietvertrag mit einer Laufzeit von 25 Jahren abgeschlossen hat.

Bundeskartellamt führt Verfahren zur geplanten Hotelübernahme

Die Veröffentlichung liefert erstmals einen konkreten Hinweis auf einen der Interessenten im laufenden Investorenprozess der Revo Hospitality Group. Viel Hörensagen war in den letzten Wochen in der Welt. Das Unternehmen hatte am 2. Juni 2026 mitgeteilt, für 165 Hotels Lösungen mit Investoren gefunden zu haben. Demnach sollten fünf internationale Hotelgruppen und Investoren rund 120 Hotels übernehmen. Für weitere 45 Hotels seien bereits entsprechende Lösungen vereinbart worden.

Die Namen der beteiligten Investoren und Hotelgruppen hatte Revo damals nicht veröffentlicht. Auch zu den finanziellen Bedingungen der geplanten Transaktionen wurden keine Angaben gemacht.

Investorenprozess umfasste mehr als einhundert Interessenten

Nach Angaben der Revo Hospitality Group hatten mehr als 100 Interessenten Informationen zu den angebotenen Hotelportfolios angefordert. Rund 20 Interessenten hätten anschließend verbindliche Angebote abgegeben. Die vorgesehenen Transaktionen betreffen Hotels in Deutschland, den Niederlanden und Österreich.

Für weitere Standorte liefen zum Zeitpunkt der Mitteilung noch Gespräche mit Eigentümern und anderen Beteiligten. Die Vereinbarungen mit Investoren sollten nach damaligen Angaben bis Mitte Juni unterzeichnet werden.

Die Revo Hospitality Group hatte im Januar und Februar 2026 für 138 Hotelgesellschaften beim Amtsgericht Charlottenburg Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Die Hotels wurden während des Verfahrens weiterbetrieben.

Betroffene Standorte bislang nicht bekannt

Welche zehn Hotels von der geplanten Übernahme durch Motel One betroffen sind, geht aus dem Eintrag des Bundeskartellamts nicht hervor. Auch Angaben zu Standorten oder Marken wurden bislang nicht veröffentlicht.

Die Revo Hospitality Group betreibt Hotels und Apartmentangebote in 135 Städten und führt verschiedene Hotelmarken, darunter H-Hotels, Amedia, Holiday Inn, Ibis, Intercity, Mövenpick, Ramada und Steigenberger.

Ob die geplante Übernahme umgesetzt werden kann, hängt unter anderem vom Ausgang des laufenden Fusionskontrollverfahrens ab. Eine Entscheidung des Bundeskartellamts liegt bislang nicht vor.

Bei der Erstellung dieses Artikels kamen KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz. Die Inhalte wurden redaktionell überprüft. Feedback nehmen wir gerne unter news@tageskarte.io entgegen.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Eine Umfrage von mrp hotels unter 42 Marktteilnehmern sieht Hotelimmobilien weiterhin als gefragte Anlageklasse. Hohe Finanzierungskosten gelten dabei als größte Herausforderung, während Spanien die höchste erwartete Investmentdynamik aufweist.

Der neue „Psychological Well-being in Hospitality Report 2026“ der EHL Hospitality Business School beschreibt fünf Entwicklungen, die den Umgang mit psychischem Wohlbefinden in Hotellerie und Gastronomie prägen. Im Mittelpunkt stehen Mitarbeitergesundheit, menschliche Begegnungen und die Wirkung von Räumen auf Gäste und Beschäftigte.

Aroundtown plant die Umwandlung weiterer Büroimmobilien in Serviced Apartments und Mixed-Use-Objekte. Projekte befinden sich unter anderem in Berlin, Frankfurt am Main, Dortmund, Hannover und Athen in Planung oder Umsetzung.

Die HSMA Deutschland veranstaltet Anfang September 2026 den #HSMAday in Berlin. Im Fokus stehen laut Verband Themen wie Künstliche Intelligenz, Plattformökonomie, Cybersicherheit und wirtschaftliche Herausforderungen für die Hotellerie.

Marriott International gründet ein Joint Venture mit der Familie Leali und integriert die italienische Luxus-Wellnessmarke Lefay in sein weltweites Portfolio. Die Integration in die Vertriebskanäle des Hotelkonzerns soll bis zum Jahresende abgeschlossen sein.

Fair Job Hotels hat in Düsseldorf sein zehnjähriges Bestehen gefeiert. Im Mittelpunkt standen Rückblicke auf die Entwicklung des Vereins, Ehrungen für Gründungsmitglieder sowie Diskussionen über Arbeitsmarkt, Führung und Künstliche Intelligenz.

Die Falkensteiner Michaeler Tourism Group beteiligt sich am Thermenresort Loipersdorf und übernimmt künftig dessen Management. Gemeinsam mit Merkur Versicherung und Granit sind Investitionen in Therme und Hotel vorgesehen.

Das Oberlandesgericht Frankfurt am Main hat die Amtshaftungsklage des Inhabers des Kronenschlösschens nach den Ermittlungen zum Weinkeller-Einbruch von 2021 weitgehend abgewiesen. Die Richter hielten den damaligen Anfangsverdacht und die darauf gestützte Durchsuchung für vertretbar.

Marriott International hat in Indien das 10.000. Objekt im globalen Portfolio eröffnet. Vorstandsvorsitzender Anthony Capuano würdigte den Meilenstein des Konzerns, dessen Netzwerk mittlerweile 146 Länder und Territorien umfasst.

Die Falkensteiner Michaeler Tourism Group übernimmt im Rahmen einer Partnerschaft mit der Merkur Versicherung und Granit das Management des Thermenresorts Loipersdorf und plant umfassende Modernisierungen bis Sommer 2027.