Motel One prüft Sicherheitsvorfall bei Sihot-Mutter Gubse AG

| Hotellerie Hotellerie

Motel One untersucht derzeit, nach eigenen Angaben, einen bei einem externen Software-Dienstleister aufgetretenen IT-Sicherheitsvorfall, von dem unter anderem auch die Hotelgesellschaft betroffen gewesen sei.

Nach aktuellem Kenntnisstand hätten externe Cyber-Security-Experten eines unabhängigen Aufklärungsnetzwerks Schwachstellen bei der Gubse AG identifiziert. Die Gubse AG stellt, laut Motel One „Hotelbuchungssoftware“ für Hotelketten in Deutschland bereit, darunter auch Motel One. Zu den Angeboten der Gubse AG gehört das Poperty Management System Sihot. 2022 übernahm die Gubse AG den Kassenhersteller Addipos (Tageskarte berichtete). Laut Bestätigung des Dienstleisters sollen die gemeldeten Schwachstellen inzwischen geschlossen sein, sagt Motel One.

Unmittelbar nach Eingang des Hinweises habe Motel One gemeinsam mit unabhängigen IT-Sicherheitsspezialisten eine umfassende interne Sicherheitsüberprüfung eingeleitet und stehe hierzu auch im Austausch mit dem Softwareanbieter.

Nach derzeitigem Stand seien keine Datensätze mit sensiblen Zahlungsinformationen betroffen, sagt Motel One. Es sei kein Missbrauch der Daten bekannt, und die Daten seien nicht in die Öffentlichkeit gelangt, so Motel One. Die externen Cyber-Security-Experten, die die Schwachstellen identifizierten, hätten bestätigt, dass sämtliche im Rahmen der Analyse eingesehenen personenbezogenen Daten vollständig und unwiderruflich gelöscht worden seien. Motel One befinde sich derzeit im Prozess, die betroffenen Gäste zu kontaktieren.

Motel One versichert, alle notwendigen technischen und organisatorischen Maßnahmen ergriffen zu haben, um sicherzustellen, dass die externen Schwachstellen des Software-Dienstleisters geschlossen würden. Darüber hinaus hat Motel One eine unabhängige forensische Untersuchung beauftragt, um den Vorfall umfassend aufzuklären.

Nicht der erste Cyber-Vorfall bei Motel One

Der aktuelle Vorfall ist nicht das erste Problem dieser Art bei Motel One. Das Unternehmen war im September 2023 Opfer eines Hackerangriffs. Dabei drangen die Täter in die internen Systeme ein und zogen große Mengen an Daten ab. (Tageskarte berichtete) Die Hackergruppe hatte die gestohlenen Daten im Darknet veröffentlicht. Vor Rechnungsdaten wurden gestohlen. Diese Rechnungen erfassen insbesondere die postalischen Adressinformationen der jeweiligen Rechnungsempfänger. Zudem haben die Täter aus einem anderen Datenbestand sehr spezielle Kreditkartendaten gestohlen, wobei es sich überwiegend um Firmenkreditkarten gehandelt haben soll.

Cyber-Sicherheit als Chefsache

Nach Ansicht des Unternehmers Marco Nussbaum, Vorstandsmitglied des Hotelverbandes Deutschland (IHA), muss das Thema Cybersicherheit  in der Hotellerie zur Chefsache werden. In einem Statement bei LinkendIn betonte er kürzlich, dass die Digitalisierung Hotels zunehmend zu einem Ziel für Hacker mache. Die Folge sei ein massiver Vertrauensverlust bei den Gästen sowie das Risiko von Bußgeldern und langfristigem Imageschaden für die Hotels.

Laut Nussbaum leiste der Hotelverband Deutschland (IHA) inzwischen verstärkt Aufklärungsarbeit und böte Mitgliedern Seminare und Hilfsmaterialien an. Er appellierte an Hoteliers, sich grundlegende Fragen zu stellen: Sind die eigenen Systeme wirklich sicher? Sind die Mitarbeiter geschult? Und gibt es einen Notfallplan? Laut Nussbaum lässt sich das enorme Potenzial der Digitalisierung nur mit robusten Sicherheitskonzepten sicher nutzen.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Der Ensana Fürstenhof in Bad Griesbach hat nach einer umfassenden Modernisierung wiedereröffnet. Das Hotel umfasst 148 Zimmer und eine 4.500 Quadratmeter große Spa-Landschaft. Ein medizinischer Bereich ist für Anfang 2027 geplant.

Das von Fairmont Hotels & Resorts geführte Plaza Hotel in New York soll ab Januar 2027 mindestens vier Jahre geschlossen bleiben. Geplant sind Reparatur- und Restaurierungsarbeiten an der denkmalgeschützten Fassade. Das Plaza diente als Schauplatz mehrerer Filme.

Die Comer Group will das ehemalige Hilton-Hotel in Gravenbruch kaufen. Nach einem Bericht der Hessenschau ist der Vertrag unterschrieben, die behördliche Genehmigung steht jedoch aus. Der sanktionierte Geschäftsmann Ali Ansari darf von dem Verkauf nicht profitieren.

Kapital und Gästenachfrage sind vorhanden, doch Hoteltransaktionen müssen höhere Anforderungen erfüllen. Die vierte Ausgabe des „Expert Papers“ „Booking the Future“ von mrp hotels beleuchtet, worauf Investoren, Banken und Betreiber bei Finanzierung, Konzept und Wachstum achten.

Stayery expandiert nach München und übernimmt ein Apartmenthaus am Oberwiesenfeld mit 105 Einheiten. Die Eröffnung des konvertierten Bestandsgebäudes am Olympiapark ist für Anfang 2027 geplant.

Seetelhotels meldet einen Ransomware-Angriff auf interne IT-Systeme. Ein möglicher Datenabfluss wird untersucht; bei Buchungen und Anfragen kann es zu Verzögerungen kommen.

Die Radisson Hotel Group hat in Breslau ihr 20. Prize-by-Radisson-Hotel eröffnet. Das Haus im Sky Tower verfügt über 208 Zimmer und ist der zweite Standort der Marke in Polen.

Accor tritt mit dem geplanten ibis Styles Helsinki Helka erstmals in den finnischen Hotelmarkt ein. Das Haus mit 157 Zimmern soll Ende 2027 aus dem traditionsreichen Hotel Helka hervorgehen.

Das bisherige Mercure Tagungs- und Landhotel Krefeld soll ab Januar 2027 als eigenständiges Haus unter dem Dach einer neu gegründeten GmbH fortgeführt werden. Das bestehende Team soll bleiben; neue Tagungskonzepte sind in Arbeit.

Der Ulmer Gemeinderat hat nach einem Bericht der Südwest Presse mit knapper Mehrheit eine Bettensteuer beschlossen. Ab 2030 sollen Übernachtungsgäste drei Euro pro Nacht zahlen.