MV empfängt Gäste aus anderen Bundesländern - Umstrittene Begrenzung

| Hotellerie Hotellerie

Die Hotels, Pensionen und Campingplätze in Mecklenburg-Vorpommern dürfen von heute an wieder Gäste aus anderen Bundesländern empfangen. Nach dem Shutdown Mitte März konnte die Tourismusbranche bereits vergangene Woche Gäste aus dem eigenen Land begrüßen. Der Geschäftsführer des Landestourismusverbands, Tobias Woitendorf, ging davon aus, dass über Pfingsten rund 90 Prozent der Betriebe geöffnet haben werden und dann vermutlich gut belegt sind. Tagestouristen dürfen aber weiter nicht ins Land reisen.

Für die Hälfte der Betriebe kommt laut einer Verbandsumfrage die Öffnung nach der langen Schließzeit gerade noch rechtzeitig. Die Lage sei sehr ernst, erklärte Woitendorf. Einer der am häufigsten geäußerten Kritikpunkte an der jetzigen Regel ist die Begrenzung der Bettenbelegung in Hotels oder Campingplätzen auf 60 Prozent der Kapazität - einer der Versuche der Landesregierung, die Kontrolle über das Infektionsgeschehen zu behalten. Es sei zu befürchten, dass Mecklenburg-Vorpommern Gäste verliere, da andere Länder bis auf Niedersachsen und Hamburg keine Begrenzung hätten, sagte Woitendorf.

Hintergrund der Lockerung ist die Tatsache, dass Mecklenburg-Vorpommern die mit Abstand geringste Ansteckungsquote mit dem Coronavirus vorweisen kann. Sie liegt in Bayern mehr als sieben Mal höher als im Nordosten. So wurde seit vier Tagen im Nordosten kein neuer Infektionsfall mehr gemeldet.

Der Leiter der Abteilung für Tropenmedizin und Infektiologie der Unimedizin Rostock, Emil Reisinger, zeigte sich sicher, dass es mit der Öffnung der Grenzen zu weiteren Neuinfektionen in Mecklenburg-Vorpommern kommen wird. Es seien aber dank der Schutzmaßnahmen sowie Abstands- und Hygiene-Regelungen genügend Vorkehrungen getroffen worden, dass diese schnell aufgedeckt und nachverfolgt werden könnten.

Das Oberverwaltungsgericht wird voraussichtlich im Laufe der nächsten Woche über die 60-Prozent-Regelung für Beherbergungsbetriebe in Mecklenburg-Vorpommern entscheiden. Das teilte ein Sprecher in Greifswald am Freitag mit. Zuvor hatten Medien berichtet, dass es in dieser Woche kein Urteil mehr geben werde.

Gegen die Belegungsobergrenze von 60 Prozent der Betten liegen dem Gericht nach früheren Angaben zwei Klagen vor. Sie stammen von der Dorint-Hotelgruppe mit Sitz in Köln und dem Hotel The Grand in Ahrenshoop. (Tageskarte berichtete) Nach Ansicht der Kläger sind die Belegungsbeschränkungen unverhältnismäßig. Die Politik sei bislang nicht bereit, Entschädigungen wegen der Einschränkungsmaßnahmen zu gewähren, obwohl die verlorenen Umsätze unwiederbringlich seien. (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Mit dem Fairmont Hanoi eröffnet Accor das erste Haus der Marke in Vietnam. Das Hotel in der Altstadt setzt auf eine Kombination aus Konferenzflächen, internationaler Gastronomie und einem Wellnessangebot auf über 3.500 Quadratmetern.

Die Hotelkooperation Design Hotels nimmt sechs neue Häuser in ihr Portfolio auf. Die Neuzugänge in Asien, Afrika und Amerika setzen auf eine Verbindung von regionaler Tradition, modernem Design und spezialisierten Wellness-Konzepten.

Das Hotel Bareiss in Baiersbronn feierte sein 75-jähriges Bestehen. Der Familienbetrieb entwickelte sich seit 1951 von einem kleinen Kurhotel zu einem international ausgezeichneten Ferienresort unter der Leitung von Hermann und Hannes Bareiss.

Der RBB will eine Immobilie direkt neben dem Hauptgelände des Senders verkaufen. Wie die RBB media GmbH mitteilte, befinden sich in dem Gebäude am Kaiserdamm derzeit ein Hotel, Büro- und Lagerflächen sowie eine Bowlingbahn.

Das Ammersee Hotel in Herrsching stellt sich strukturell neu auf. Durch die Verpachtung an die Lieblingsplatz Hotels setzt das Traditionshaus auf eine Kombination aus digitaler Systemkraft und lokaler Betriebsführung, um den Herausforderungen des Marktes zu begegnen.

Rund 6,36 Millionen Übernachtungsgäste und etwa 11,02 Millionen Übernachtungen gab es vergangenes Jahr in Frankfurt. Das sind weniger als 2024. In einem Bereich wurde jedoch eine Bestmarke erreicht.

Accor und die GCH Hotel Group setzen ihre Expansion in Deutschland fort. Mit sechs neuen Verträgen für Marken wie ibis Styles und greet wächst das gemeinsame Portfolio um über 820 Zimmer an Standorten wie Berlin, Lübeck und Halle.

Laut der Kurzreise-Analyse 2026 gewinnen strukturierte Arrangements gegenüber reinen Übernachtungspreisen an Bedeutung. Transparente Gesamtpakete führen zu längeren Aufenthalten und einer höheren Wertschöpfung in regionalen Hotelmärkten.

Die Tourismusbilanz 2025 für Rheinland-Pfalz weist ein moderates Plus bei Gästen und Übernachtungen aus. Während Campingplätze und die Mosel-Region deutlich zulegen, liegen die Gesamtzahlen sowie das Angebot im Ahrtal weiterhin unter dem Niveau von 2019.

Der Hotelpächter von Meseberg, Bert Groche, will sich nach der Ankündigung der Bundesregierung, das angrenzende Schloss als Gästehaus aufzugeben, zurückziehen. Für ihn falle die Daseinsberechtigung weg, erklärte der 63-Jährige.