Nach Medienberichten: Verein „Fair Job Hotels“ lässt Mitgliedschaft von Fontenay-Hotel ruhen.

| Hotellerie Hotellerie

Nach dem medialen Schlagabtausch zwischen dem Sternekoch Cornelius Speinle und dem Hotelier und Unternehmer Klaus-Michael Kühne (Tageskarte berichtete), folgte nun der nächste Paukenschlag: Wie Hotelling.net berichtet, ruhe die Mitgliedschaft des Hamburger Luxushotels The Fontenay bei der Initiative „Fair Job Hotels“ bis auf Weiteres.

Grund für die ausgesetzte Mitgliedschaft seien demnach Vorwürfe ehemaliger Mitarbeiter. Diese hätten, laut Hotelling.net, von zu vielen unbezahlten Überstunden und angeordneten Doppelschichten im Küchen- und Servicebetrieb berichtet.

Auf die Vorwürfe angesprochen, äußert sich eine Sprecherin des Fontenay-Hotels gegenüber Tageskarte: „Es gibt im The Fontenay weder unbezahlte Überstunden noch angeordnete Doppelschichten. Es findet eine Zeiterfassung statt und die gesetzlichen Forderungen an die Arbeitszeit werden eingehalten. Die Vereinswerte von Fair Job Hotels e.V. werden im The Fontenay vollumfänglich gelebt. Die Mitarbeiter werden übertariflich bezahlt, es gibt jährliche Sonderzahlungen. Darüber hinaus gibt es zahlreiche weitere Benefits wie beispielsweise HVV Profi Cards, F&B Discounts, einen Benefits Pass, kostenfreie Reinigung der Berufskleidung, ein Mitarbeiterrestaurant und weitere.  

Dennoch lässt „Fair Job Hotels“ die Mitgliedschaft des Hotels derzeit ruhen. Thomas Karsch, Co-Initiator des Vereins und Ex-Chefredakteur von Tophotel, kommentierte bei Facebook: „Fair Job Hotels nimmt die Vorwürfe sehr ernst und hat eine Überprüfung veranlasst. Bis zum Abschluss dieser Untersuchung ruht die Mitgliedschaft. Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, ist die Konsequenz klar festgelegt." Und tatsächlich ist das Fontenay-Hotel in Hamburg derzeit nicht mehr auf der Webseite von Fair Job Hotels zu finden.

Auch die Initiative „Fair Job Hotels“ meldete sich auf Nachfrage von Tageskarte zu Wort und bestätigte die ruhende Mitgliedschaft des The Fontenay: Fair Job Hotels sei jedoch kein Prüfsiegel und kein Kontrollorgan. Für etwaige Konflikte und Auseinandersetzungen, die innerhalb der Mitgliedsbetriebe entstehen, gebe es ein unabhängiges Team, welches für jeden Mitarbeiter der Partnerhotels unentgeltlich zur Verfügung stehe. „Der Vorstand steht in regelmäßigem Kontakt zum Hotel und wird die Entwicklung weiterverfolgen“, so ein Sprecher der Initiative.

Erst im Sommer war mit den Egerner Höfen am Tegernsee ein anderes Fair-Job-Hotel in die Schlagzeilen geraten. Der Tübinger Jan-Henrik Horn, selbst aus einer Gastronomiefamilie stammend, warf dem Luxushotel einen "fatalen Umgang" mit Überstunden in der Küche von Sternekoch Thomas Kellermann vor. Er wolle auf die Missstände in einigen Betrieben der Branche aufmerksam machen, sagte der Auszubildende dem Tagblatt. Die Familie von Moltke wies die Vorwürfe zurück.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Novum Hospitality und IHG Hotels & Resorts haben das Garner Hotel Frankfurt – Main Station mit 84 Zimmern eröffnet. In das frühere Hotel Continental Frankfurt wurden nach Unternehmensangaben eigentümer- und betreiberseitig rund 5,1 Millionen Euro investiert.

Motel One und Leonardo Hotels haben in mehreren Pilotprojekten den Umgang mit Verpackungen, Restmüll und Hotelmobiliar untersucht. Ein gemeinsamer Report dokumentiert die Ergebnisse und Grenzen der Projekte.

Das Wilmina, das Hotel Schani City, das Biohotel Bühelwirt und Franz-Josef Perauer haben die Independent Hotel Show Munich Awards 2026 gewonnen. Die Auszeichnungen wurden am 16. September im MOC München verliehen.

Leonardo Hotels Central Europe übernimmt vier ehemalige Revo-Häuser in Berlin, Düsseldorf und Dortmund. Die Hotels verfügen zusammen über 1.040 Zimmer.

BWH Hotels Central Europe erweitert das Portfolio in der Rhein-Main-Region um das Main Plaza Suite Hotel in Frankfurt am Main. Das von Michael Schramm geführte Haus im Stadtteil Sachsenhausen wechselt in die WorldHotels Elite Collection.

Das Rosewood Hong Kong steht im weltweiten Ranking 50 Best Hotels auf dem ersten Platz. Die vierte Ausgabe des Branchenrankings wurde in Paris im Rahmen einer Live-Zeremonie vorgestellt. Aus Deutschland schaffte es kein Hotel auf die Liste.

nhow Hotels & Resorts bietet im nhow Frankfurt sechs Gaming Rooms und zwei mobile Gaming Suitcases an. Für 2027 kündigt Minor Hotels weitere Gaming Rooms in Belgien und den Niederlanden an.

Das Biohotel Eggensberger am Hopfensee bleibt bis voraussichtlich Ende März 2027 geschlossen. Bei dem nach Angaben der Allgäuer Zeitung millionenschweren Umbau sollen unter anderem ein Zwischenbau, zusätzliche Zimmer und neue Wellness-Einrichtungen entstehen.

Bis Anfang Oktober sollen nach Angaben der Sanierungsgeschäftsführer 154 der 178 insolventen Revo-Hotels an neue Betreiber übergeben werden. 15 Häuser seien geschlossen worden, für neun weitere würden noch neue Betreiber gesucht.

Das Europäische Unterkunftsbarometer 2026 von Booking.com weist für deutsche Beherbergungsbetriebe zurückhaltendere Einschätzungen als im europäischen Durchschnitt aus. Unterschiede zeigen sich bei Auslastung, Tagessätzen und Cybersicherheit.