Neues Trainingskonzept gegen Fachkräftemangel in Hotels: Arbeitsagentur finanziert Quereinstieg für Flüchtlinge 

| Hotellerie Hotellerie

Der Fachkräftemangel ist eine der größten Herausforderungen der deutschen Hotellerie. In ländlichen Regionen bleiben freie Stellen oftmals unbesetzt. Gastgeber reagieren mit eingeschränkten Angeboten. Jetzt haben Hoteliers, gemeinsam mit dem Bildungsunternehmen „date  up training GmbH“, ein Trainingskonzept entwickelt, das Flüchtlinge, Migranten, Studienabbrecher oder Senioren in nur zwei Monaten fit für die Hotellerie macht. Die Maßnahme wird komplett von den Arbeitsagenturen finanziert.

„Wenn Quereinsteiger in die Hotellerie wechseln wollen, fehlt es oftmals an den gewünschten Kenntnissen. Gemeinsam mit erfahrenen Hoteliers haben wir ein Konzept erarbeitet, das in kurzer Zeit die Grundlagen legt und für den Einsatz im Housekeeping, an der Rezeption, Service oder in der Küche qualifiziert“, sagt Thorsten Leich, Geschäftsführer der date up training GmbH. Parallel absolvieren die Kandidaten ein Praktikum in dem Betrieb, der auch der zukünftige Arbeitsplatz sein könnte. „Hoteliers, die verstärkt auf Flüchtlinge oder Migranten setzen wollen, die wirklich Einsatzbereit für viele Tätigkeiten in der Hotellerie sind, können sich auf das neue Trainingskonzept verlassen“, so Leich weiter.

Daher richtet sich die Weiterbildung „Karrierestart Hotelfach“ gezielt an Quereinsteiger aus allen Branchen und Bereichen: Ob Flüchtlinge oder Migranten, Studienabbrecher, Senioren, Reha-Teilnehmer, Freigänger oder Absolventen anderer Ausbildungsberufe – sie alle führt das achtwöchige Programm an den Arbeitsmarkt heran und bereitet sie behutsam auf den Einstieg in die Hotellerie vor. An 40 Unterrichtstagen lernen die Teilnehmer im ersten Schritt die Grundlagen für ihren späteren Beruf, bevor es mit der gästeorientierten Kommunikation weitergeht. Anschließend durchlaufen die künftigen Fachkräfte die wichtigsten Bereiche eines Hotels wie zum Beispiel Housekeeping, Front-Office, Service und Küche. 

Mit Theorie und Praxis zum erfolgreichen Einstieg 
Alle Unterrichtseinheiten setzen auf die Kombination von Theorie und Praxis. Während praktische Übungen die theoretische Grundlagenschulung und die gästeorientierte Kommunikation ergänzen, stehen im weiteren Verlauf der Ausbildung Theorieunterricht im Schulungsunternehmen sowie ein Praktikum im Hotel auf dem Lehrplan. Im Verlauf der Weiterbildung erhalten die Teilnehmer zudem Unterstützung bei Bewerbungen durch einen zertifizierten Coach. Darüber hinaus profitieren sie durch aktive Hilfe bei der Suche nach Praktikumsplätzen. Zum Ende des Trainings erarbeiten die Teilnehmer gemeinsam mit der date up training GmbH ihre Anschlussperspektive, um die Aussicht auf einen festen Job oder den Bedarf weiterer Praktika zu klären. Zudem erhalten sie ein Fachkraftzertifikat.

Zugangsvoraussetzungen für den Karrierestart im Hotelfach
Jeder potenzielle Teilnehmer nutzt in einem kostenlosen Beratungsgespräch zunächst die fachliche Expertise der date up training GmbH, um sich über die eigene Eignung zu informieren. Darüber hinaus ist ein Gespräch mit den Projektverantwortlichem des zukünftigen Praktikumsbetriebes erforderlich. Wichtige Eigenschaften, die eine potentielle Fachkraft von morgen mitbringen muss, sind unter anderem Leidenschaft für die Hotellerie und für die Arbeit mit Menschen, ein ausgeprägtes Qualitätsverständnis, die Akzeptanz von weiblichen Vorgesetzten, Flexibilität bei der Arbeitszeit sowie einen Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein nach §45 Abs.1 Satz 1 Nr.2 SGBIII. Feststellung, Verringerung oder Beseitigung von Vermittlungshemmnissen. 


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Die Insel Mainau im Bodensee öffnet sich für Übernachtungsgäste. Der neue Bebauungsplan sieht Hoteloptionen am Schwedenhof und im Hafenbereich vor, schließt jedoch eine komplette Umwandlung des Schlosses aus.

Im Kartellverfahren deutscher Hotels gegen Booking.com verlangt das Bezirksgericht Amsterdam zunächst einen konkreten Schadensnachweis der Kläger. Während Booking.com das Urteil als Bestätigung seiner Argumentation bewertet, sieht der Hotelverband Deutschland wichtige Weichen zugunsten der Hotels gestellt.

Die Tui Group erweitert ihr internationales Hotelnetzwerk. Mit über 70 geplanten Projekten, neuen Standorten in Shanghai und Japan sowie dem Buchungsstart für eine neue Robinson-Anlage auf den Kapverden setzt der Konzern verstärkt auf Ganzjahresdestinationen in Asien und Afrika.

BWH Hotels Central Europe blickt auf ein stabiles Jahr 2025 zurück: Mit einem Gesamtumsatz von über 921 Millionen Euro und einer wachsenden Hotelanzahl festigt die Gruppe ihre Marktposition trotz volatiler Rahmenbedingungen.

1912 Hotels übernimmt zum 1. März 2026 den Betrieb des Hotel Millennium Park in Lustenau. Neben einer neuen Markenstrategie steht die Stärkung des Geschäftsreise- und Tagungssegments in der Vier-Länder-Region im Fokus der Neuausrichtung.

Die Maritim Hotelgruppe steigert ihren weltweiten Umsatz auf 468,4 Millionen Euro, verzeichnet jedoch aufgrund massiver Investitionen in die Digitalisierung und gestiegener Tarifkosten einen Rückgang beim Betriebsergebnis. Trotz eines schwierigen Marktumfeldes setzt das Familienunternehmen auf nachhaltiges Wachstum und technologische Modernisierung.

Das Oberlandesgericht Frankfurt hat eine grundlegende Entscheidung zur Rechtsverbindlichkeit von Hotelreservierungen getroffen. Die Anfrage nach freien Zimmerkapazitäten ohne Kenntnis der konkreten Preise stellt kein rechtsverbindliches Angebot zum Abschluss eines Beherbergungsvertrages dar. Die Schadensersatzforderungen eines Hotelbetriebs in Höhe von über 10.000 Euro wurden abgewiesen.

Ein ehemaliges Bürogebäude am Checkpoint Charlie wird für 40 Millionen Euro zum größten Hostel Europas umgebaut. Hinter dem Projekt steht die 500-Millionen-Euro-Wachstumsstrategie der a&o-Eigentümer.

Auf der ITB Berlin 2026 präsentieren die Plaza Hotelgroup und Neura Robotics den humanoiden Roboter 4NE1. Die Kooperation soll zeigen, wie autonome Systeme künftig das Hotelpersonal an der Rezeption und im Service unterstützen können, um dem Fachkräftemangel in der Branche zu begegnen.

Sachsen-Anhalt zieht Bilanz: Trotz eines leichten Rückgangs bei den Übernachtungen präsentieren sich die Gästezahlen 2025 stabil. Während der Harz seine Spitzenposition verteidigt, setzen neue Großprojekte wie die Eröffnung des Stiftsbergs in Quedlinburg Impulse für das Reisejahr 2026.