Obermühle Boutique Resort in Garmisch-Partenkirchen lässt nur noch Geimpfte rein

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Eine Corona-Impfpflicht wird es nach derzeitigem Stand in Deutschland nicht geben. Das hält Unternehmer im Land aber nicht davon ab, in ihren Betrieben eigene Regeln aufzustellen. Vorgeprescht ist nun zum Beispiel das Obermühle Boutique Resort in Garmisch-Partenkirchen. Dort haben ab dem 1. Oktober nur noch geimpfte Urlauber ab 18 Jahren Zutritt. Auch ein Besuch im Restaurant des Hauses ist dann nur noch einem vollständigen Impfschutz erlaubt. Gäste zwischen sechs und 17 Jahren müssen einen aktuellen Test bei der Ankunft vorweisen.

Wie Hotelinhaber Christian Wolf dem Merkur erklärte, sei die Entscheidung "zum Schutz der Mitarbeiter und Gäste" erfolgt. In Sachen Infektionsschutz habe sich bisher nichts mehr bewährt als die vollständige Immunisierung.Darüber hinaus soll mit der Maßnahme eine erneute Schließung des Hauses verhindern. 

Auf der Webseite des Hotels wird die neue Regel klar kommuniziert: "Bitte beachten Sie: Um unseren Gästen und Mitarbeitern ein sicheres Umfeld gegen Covid-19 zu ermöglichen, gilt ab dem 1. Oktober 2021 eine Impfpflicht für erwachsene Gäste ab 18 Jahren beim Besuch unseres Hotels und Restaurants. Für Kinder bis zum vollendeten 17. Lebensjahr entfällt die Impfpflicht. Kindern ab 6 Jahren bieten wir kostenfrei einen verpflichtenden Antigen-Schnelltest bei Anreise an. Bitte beachten Sie diese Vorgabe vor Ihrer Buchung, um Missverständnisse zu vermeiden."

Die Rückmeldungen auf die Impfpflicht für Gäste seien überwiegend positiv, wie der Hotelchef erklärte. Er habe zwar zwei, drei sehr unschöne E-Mails bekommen, aber das müsse man als Unternehmer aushalten können. Juristisch sieht er sich ebenfalls auf der sicheren Seite. Dies habe er zuvor mit Hilfe eines Rechtsanwalts abgesichert.

Urlaub in allsun Hotels ab Winter nur für Geimpfte und Genesene

Das Obermühle Boutique Resort ist nicht das einzige Hotel, das in Zukunft nur noch Geimpften offensteht. Auch in den allsun Hotels ist ab der Wintersaison ein Urlaub nur mit Corona-Impfschutz oder einem Genesenennachweis möglich. Kinder und Jugendliche im Alter von 2 bis 17 Jahren benötigen einen Nachweis über einen negativen Corona-Test. Für Kinder unter 2 Jahren ist kein Test erforderlich. Diese Regelung gilt in der alltours eigenen Hotelkette allsun ab kommender Wintersaison. Da inzwischen genügend Impfstoff zur Verfügung stehe, könnten sich bis dahin alle Erwachsenen impfen lassen, so das Unternehmen. Die Test- und Impfstrategie ist Teil des Hygiene- und Sicherheitskonzeptes, das alltours seit Sommer 2020 in seinen allsun Hotels umsetzt.

Gäste müssen bei Ankunft im allsun Hotel ab dem 31.10.2021 einen Impfnachweis oder einen Genesenennachweis vorlegen. Die Nachweise in gedruckter oder digitaler Form müssen rechtssicher belegen, dass ein vollständiger Corona-Impfschutz besteht oder eine vorherige Infektion vorgelegen hat. Die Erkrankung muss mindestens 28 Tage und darf maximal 6 Monate zurückliegen.

Kinder und Jugendliche im Alter von 2 bis 17 Jahren müssen einen negativen Corona-Test (PCR- oder Antigen-Test) mitbringen, der von einem autorisierten Institut durchgeführt wurde. Bei Einreise darf der Test nicht älter als 48 Stunden sein. Ein Tag nach Ankunft wird im Hotel ein zweiter, kostenloser Antigen-Test von geschultem Personal durchgeführt. Kinder unter 2 Jahren benötigen keinen Test, da sie ausschließlich unter Aufsicht der Eltern stehen.

In der laufenden Sommersaison gilt weiterhin in den allsun Hotels für Erwachsene und Kinder ab 6 Jahren eines der drei G`s (Geimpft, Genesen oder Getestet). Der Corona-Test (PCR- oder Antigen-Test) darf bei Einreise nicht älter als 48 Stunden sein. Diese Regelung gilt in sämtlichen allsun Hotels auf Mallorca, den Kanaren und in Griechenland unabhängig von den Einreisebestimmungen des jeweiligen Landes. Die Einreisebestimmungen müssen darüber hinaus eingehalten werden.

Umfrage im Mittelstand: Knappe Mehrheit für Impfpflicht

Eine knappe Mehrheit von Mittelständlern in Deutschland ist einer Umfrage zufolge für eine allgemeine Impfpflicht - wenn dadurch ein erneuter Lockdown verhindert werden könnte. Das geht aus einer Blitzumfrage des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft (BVMW) hervor.

Gestellt wurde folgende Frage: «Würden Sie einer allgemeinen Impfpflicht zustimmen, wenn dadurch ein erneuter Lockdown und Schulschließungen verhindert und die Einschränkungen der Freiheitsrechte wieder aufgehoben werden könnten?» Mit Ja antworteten knapp 54 Prozent der Firmen, mit nein 45 Prozent, keine Meinung hatte knapp ein Prozent. An der Umfrage beteiligten sich rund 2950 Firmen.

BVMW-Bundesgeschäftsführer Markus Jerger sagte der Deutschen Presse-Agentur: «Das Ergebnis der Umfrage spiegelt die Rat- und Planlosigkeit der Corona-Politik der Bundesregierung wider. Im Mittelstand herrscht die große Sorge vor einem drohenden erneuten Lockdown, der dramatische Folgen für unsere Wirtschaft hätte und für sehr viele Klein- und Mittelbetriebe das endgültige wirtschaftliche Aus bedeuten würde. Zudem besteht bei den Mittelständlern offensichtlich erhebliche Unsicherheit über die Impfstrategie der Bundesregierung.»

Der Mittelstand brauche endlich Planungssicherheit und eine Perspektive für die Zukunft, so Jerger. «Hier muss die Bundesregierung umgehend liefern, ganz unabhängig von der Bundestagswahl. Jeder weitere Tag schürt die Verunsicherung und die Zweifel an der Handlungsfähigkeit der Bundesregierung.» Für die Mehrheit der Mittelständler sei es wichtig, dass es eine klare und verbindliche Absage an einen erneuten Lockdown gebe.

Die Bundesregierung ist gegen eine Impfpflicht in Deutschland. In den USA hatten die beiden Internetriesen Google und Facebook angekündigt, ihre Mitarbeiter in den Vereinigten Staaten müssten sich vor einer Rückkehr in die Büros gegen das Coronavirus impfen lassen. (Mit Material der dpa)


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