ÖHV fordert umfassenden Schutz gegen Fake-Bewertungen

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Die Österreichische Hotelvereinigung (ÖHV) schlägt ein umfassendes Maßnahmenpaket vor, um gefälschte Online-Bewertungen einzudämmen und Österreich zum Vorreiter im Kampf gegen Betrug im Netz zu machen. Falsche Rezensionen schaden demnach nicht nur dem Ruf einzelner Unternehmen, sondern auch dem Vertrauen der Konsumenten in Online-Plattformen.

Das Problem mit Fake Reviews

Gäste und Kunden orientieren sich zunehmend an Online-Bewertungen, doch das Vertrauen in diese Rezensionen ist oft unbegründet. Laut einer Umfrage von Republikka sind zwei Drittel der Befragten schon einmal auf Fake-Bewertungen hereingefallen, während 30 % sich dessen nicht bewusst sind. Oft stecken hinter den falschen Bewertungen Bots oder Sabotageakte, die Betriebe gezielt schädigen. ÖHV-Generalsekretär Dr. Markus Gratzer warnt: „Schon wenige schlechte Rezensionen katapultieren Betriebe auf Plattformen nach hinten, sie verhindern Geschäftsabschlüsse und ruinieren die Preisdurchsetzung.“

Gesetzliche Anpassungen und Maßnahmenkatalog

Die ÖHV fordert eine klare gesetzliche Regelung, um Unternehmen und Verbraucher zu schützen. Der Maßnahmenkatalog sieht folgende Punkte vor:

  • Ausweitung des Straf-Tatbestands: Das Zulassen gefälschter Bewertungen soll als unzulässige Geschäftspraxis gelten. Plattformen sollen sicherstellen müssen, dass die Bewertungen von Personen stammen, die das Angebot auch tatsächlich genutzt haben.

  • Ergänzung der „Schwarzen Liste“: Das Erstellen und Beauftragen von Fake Reviews soll auf die „Schwarze Liste“ des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) gesetzt werden. Dies würde schnellere rechtliche Schritte ermöglichen.

  • Stärkere Haftung der Plattformen: Online-Plattformen sollen stärker zur Verantwortung gezogen werden. Sie müssen die Echtheit von Bewertungen überprüfen und Transparenzpflichten einführen. Der Digital Services Act soll dabei durch nationale Gesetze ergänzt werden.

  • Zeitgemäße Verwaltungsstrafen: Ein Verwaltungsstraftatbestand soll Behörden die Möglichkeit geben, bei wiederholten Verstößen empfindliche Bußgelder zu verhängen.

Verantwortung der Plattformen und Ausblick

Über die gesetzlichen Forderungen hinaus soll eine Selbstregulierung der Plattformen durch verpflichtende Leitlinien und Zertifizierungssysteme das Vertrauen stärken. Die ÖHV schlägt vor, dass die Plattformen selbst mit Verifizierungsmechanismen und KI zur Erkennung verdächtiger Bewertungen arbeiten. Gratzer betont jedoch, dass man sich nicht allein auf die freiwillige Kooperation verlassen will: „Um dieses Phänomen einzudämmen, muss man mit einem großen Kaliber auffahren: mit Gesetzen, Justiz und empfindlichen Strafen für schädigende falsche Bewertungen, für Auftraggeber und Plattformen, die nichts dagegen unternehmen!“

Mit diesem Maßnahmenpaket will die ÖHV Österreich zum Vorreiter im Kampf gegen anonyme Rufschädigung im Netz machen.


 

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