Das Ostsee Baumhaushotel in Wangels ist in seine erste vollständige Saison gestartet. Auf einem Gelände, das sich seit rund 140 Jahren in Familienbesitz befindet, wurden 14 Unterkünfte auf Stelzen errichtet. Das Projekt soll eine Verbindung von Beherbergung und Landschaftsentwicklung in Schleswig-Holstein darstellen. Wie das Unternehmen mitteilt, wolle man ein Angebot für den Naturtourismus schaffen, das sich ohne eine Überformung der Landschaft in die Umgebung integriert.
Übernachten auf Stelzen
Die Anlage in Ostholstein umfasst sieben Lodges und sieben Lofts. Diese Beherbergungsstätten stehen fünf bis sechs Meter über dem Boden auf Punktfundamenten, um den Eingriff in das Erdreich zu minimieren. Oliver Jenny vom Ostsee Baumhaushotel erklärt, das Ziel sei ein Rückzugsort aus der Landschaft heraus. Das Areal in der Nähe vom Weißenhäuser Strand wurde früher als Bauernhof und später als Dorfrestaurant genutzt. Nun entstehen auf den ehemaligen landwirtschaftlichen Flächen am Rand eines Erlenbruchwaldes schrittweise naturnahe Räume, zu denen ein zweieinhalb Kilometer langer Naturpfad, Teiche und Wiesen gehören.
Dauerhafter Erhalt der Natur
Bei der Bauweise wird laut Betreiberangaben auf Nachhaltigkeit geachtet. Die Konstruktionen bestehen aus langlebigen Materialien wie thermisch behandeltem Holz anstelle chemischer Imprägnierung. Für die Dämmung wird natürliche Schafwolle genutzt. Die Planung und Umsetzung erfolgte in Zusammenarbeit mit regionalen Handwerksbetrieben aus einem Umkreis von rund 20 Kilometern. Im laufenden Betrieb werde auf digitale Prozesse, Abfallvermeidung und biologisch abbaubare Reinigungsmittel gesetzt. Der Energiebedarf für Heizung und Klimatisierung wird ganzjährig über Luft-Luft-Wärmepumpen gedeckt.
Betreiber pflanzen Bäume
Im Rahmen der behördlich geforderten Ausgleichsmaßnahmen legten die Verantwortlichen eine Streuobstwiese mit 21 Obstbäumen an. Darüber hinaus wurden nach Unternehmensangaben bereits mehr als 200 Bäume sowie rund 2.500 Sträucher auf dem Areal gepflanzt. Ehemalige Ackerflächen werden schrittweise umgewandelt, zudem wurde ein rund zwei Kilometer langer Knickwall als landschaftstypische Gehölzstruktur errichtet. Ein kleiner Bestand an Rindern übernimmt die natürliche Pflege der Wiesenflächen, auf denen zudem Wildtiere wie Rehe und Damwild registriert werden.
Die Nachfrage in den ersten Monaten verteilt sich laut Betreiber auf unterschiedliche Gästegruppen, die Ruhe und Privatsphäre suchen. Das Angebot wird unter anderem für Hochzeitsreisen oder für Arbeitsaufenthalte in der Natur genutzt. Neben den Unterkünften steht den Gästen eine Sauna im Außenbereich zur Verfügung.
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