Preisstudie 2026: Hotels an Nord- und Ostsee senken Preise trotz hoher Nachfrage

| Hotellerie Hotellerie

Die Ferienhotellerie an der deutschen Nord- und Ostsee verzeichnet für das Jahr 2026 grundlegende Veränderungen bei den Preisstrategien und dem Buchungsverhalten der Gäste. Wie die Beratungsgesellschaft Kohl & Partner in einer aktuellen Preisstudie mitteilt, reagieren viele Hotelbetriebe trotz einer hohen Nachfrage zunehmend defensiv auf Marktunsicherheiten.

Nordsee behauptet höhere Preise gegenüber der Ostseeküste

Das Preisniveau an der Nordsee liegt in der Sommersaison 2026 im Durchschnitt um 9,9 Prozent beziehungsweise rund 20 Euro pro Übernachtung über dem Niveau der Ostsee, wie aus der Analyse hervorgeht. Der größte Unterschied besteht im 3-Sterne-Segment, während sich die Ostsee im Bereich von 4-Sternen-Superior und Wellness dem Nordsee-Niveau annähert. Während der Hauptsaison von Mai bis September bleibt die Preisdynamik stabil, und selbst im nachfragestarken Monat August sind keine größeren Preisausschläge festzustellen. Erst im Herbst sinken die Preise in beiden Regionen leicht.
 

Hotels an der Ostsee senken Preise trotz hoher Auslastung

Nach Angaben der Studie reduzieren einzelne Hotelkategorien ihre Preise trotz einer guten Buchungslage. Dieser Preisrückgang im Vergleich zum Vorjahr zeigt sich vor allem an der Ostsee im 4-Sterne-Superior- und Wellnesssegment, teilweise auch während der Hauptsaison. Demgegenüber stehen Daten des Dienstleisters Rateboard, nach denen die Belegung bereits deutlich über dem Vergleichszeitraum des Vorjahres liegt. Im April 2026 betrug der Vorbuchungsstand für Januar bis Mai 30 bis 52 Prozent, während für die Hochsaison bereits rund 46 bis 47 Prozent der Kapazitäten gebucht waren. Laut Mitteilung entspricht das Buchungsvolumen dem Niveau von 2025 und weist Wachstumspotenzial auf.

Unsicherheit führt zu kurzfristigem Buchungsverhalten der Hotelgäste

Das Buchungsverhalten hat sich laut den Marktdaten durch wirtschaftliche und politische Unsicherheiten verändert. Die Gäste entscheiden sich immer kurzfristiger für eine Buchung, zudem nimmt die Wetterabhängigkeit zu. Für die Betriebe führt dies zu einer schwierigeren Planbarkeit der Nebensaisonen, kürzeren Buchungsfenstern und höheren Stornierungsquoten. Gabriele Maessen, Senior Beraterin bei Kohl & Partner, erklärt laut Mitteilung, dass viele Betriebe auf die volatile Nachfrage mit defensiven Preisstrategien reagieren, was langfristig ein Risiko für die Profitabilität darstelle. Anton von Verschuer, CCO von Rateboard, fordert flexiblen Anpassungen und ein datenbasiertes Ertragsmanagement, um die Nachfrage in Umsatzwachstum umzuwandeln.

 

Dynamische Preismodelle fehlen oft im 3-Sterne-Segment

Obwohl sich dynamische Preisstrategien an den Küsten zunehmend verbreiten, arbeiten Betriebe im 3-Sterne-Segment laut Analyse weiterhin oft mit klassischen, statischen Preislisten. Nachholbedarf bestehe hierbei vor allem in einigen Ostsee-Destinationen. Eine Ausnahme bei der Preisdynamik bildet das Silvestergeschäft. Rund um den Jahreswechsel führen hohe Buchungszahlen und saisonale Schließungen dazu, dass verbleibende Hotels sehr hohe Preise durchsetzen können, wodurch sich das Preisniveau der beiden Küstenregionen fast vollständig angleicht.

Handlungsbedarf für Hoteliers 

Für den zukünftigen Erfolg empfiehlt die Beratungsgesellschaft den Hoteliers eine laufende Marktbeobachtung, eine klare Positionierung sowie eine aktive Steuerung von Aufenthaltsdauer und Stornierungsbedingungen. Auch die Tourismusregionen sind gefordert, die Nachfrage in den Nebensaisonen durch wetterunabhängige Angebote und gezieltes Marketing zu stärken. Die Zukunft gehöre Betrieben, die flexibel reagieren und ihre Preise aktiv steuern, so das Fazit der Untersuchung.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Das Hotel Taschenbergpalais Kempinski Dresden verzeichnet seit der Wiedereröffnung im Februar 2024 insgesamt 14.000 Gäste im Veranstaltungsbereich. Das Haus setzt bei seinem Angebot auf eine Kombination aus historischen Räumlichkeiten und regionalen Ausflugszielen.

Die MHP Hotel AG bringt ihre Eigenmarke Mooons erstmals nach Deutschland. Dafür wurde nun ein langfristiger Pachtvertrag mit der Rock Capital Group für einen Standort in Frankfurt am Main unterzeichnet.

Die MHP Hotel AG hat ihren testierten Jahresabschluss 2025 vorgelegt. Das Unternehmen meldet steigende Umsätze und ein höheres EBITDA sowie einen Umsatzanstieg im ersten Quartal 2026.

Die Schollen Hotelberatung hat ihren Hotelmarkt Report NRW 2026 veröffentlicht. Der Bericht analysiert die zwölf größten Hotelstandorte in Nordrhein-Westfalen sowie aktuelle Entwicklungen bei Nachfrage, Projekten und Hotelinvestments.

Eine aktuelle Umfrage der American Hotel & Lodging Association belegt, dass die Hotelnachfrage zur Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in vielen US-Städten deutlich unter den Erwartungen bleibt.

Leitungswasserschäden zählen zu den häufigsten Schadenursachen im Hotel und können erhebliche wirtschaftliche Folgen nach sich ziehen. Insbesondere gesperrte Zimmer und daraus resultierende Umsatzeinbußen führen zu Belastungen. Ein neuer Leitfaden zeigt die Risiken auf und sagt, wie sich Hoteliers absichern können.

Der Hotelverband hat seine AGB-Empfehlungen für Hotels an die aktuelle Rechtsprechung angepasst. Die Neufassungen sollen das Abmahnrisiko senken und die Rechtssicherheit im Umgang mit Gästen und Partnern erhöhen. Der Verband empfiehlt bisherige Versionen in allen Vertragsunterlagen, E-Mail-Vorlagen und auf Internetseiten gegen die aktuellen Fassungen auszutauschen.

Die HSMA hat die Bewerbungsfrist für den Social Media Award 2026 für Hotels im deutschsprachigen Raum eröffnet. Im Fokus des Wettbewerbs stehen strategische Ansätze und messbare Erfolge in der digitalen Kommunikation sowie im Employer Branding.

Die Radisson Hotel Group eröffnet in Danzig ihr erstes polnisches Haus der Marke Prize by Radisson. Das Hotel mit 125 Zimmern setzt auf ein funktionales Design im mittleren Preissegment und markiert den Beginn einer Expansion in polnischen Metropolen.

Wyndham meldet für das erste Quartal 2026 ein Wachstum der Systemgröße und der Pipeline auf Rekordniveau. Die laufende Insolvenz der Revo Hospitality Group belastet jedoch das operative Ergebnis durch Gebührenstundungen und führt zur Übernahme von zwei europäischen Hotels.