Relais & Châteaux veröffentlicht ersten Nachhaltigkeitsreport

| Hotellerie Hotellerie

Relais & Châteaux kündigt einen Aktionsplan für Nachhaltigkeit an und veröffentlicht seinen allerersten Nachhaltigkeitsbericht, der die ökologischen, sozialen und gesellschaftlichen Auswirkungen der Vereinigung untersucht und darin 15 Ziele für 2025 und 2030 festlegt. 

Bereits 2014 verkündete die Vereinigung bei der UNESCO ihre Vision mit 20 Selbstverpflichtungen "für eine bessere Welt", um "die Vielfalt der Geschmäcker und der Gastfreundschaft zu bewahren, unsere Leidenschaft für alles Gute und Schöne zu teilen und gemeinsam eine humanere Welt zu schaffen". Seit 2015 verfolgt Relais & Châteaux die Bemühungen der Mitglieder in den Bereichen verantwortungsbewusster und regionaler Einkauf, Erhaltung der biologischen Vielfalt, soziale Verantwortung, Stärkung der Gemeinschaft und Erhalt des kulturellen Erbes über die interne Plattform Moving Forward. Darüber hinaus bringt die Vereinigung, die seit 2009 eine Partnerschaft mit Ethic Ocean unterhält, ihre Mitglieder  bei Aktionen zugunsten der Umwelt zusammen . 

Mit einem dreigleisigen Ansatz will Relais & Châteaux nun in die Zukunft gehen: 

  • Verabschiedung eines Aktionsplans für Nachhaltigkeit, der auf drei Schwerpunktbereichen und 15 ehrgeizigen Zielen für die Jahre 2025 und 2030 beruht.  
  • Einführung eines umfassenden, internationalen Reportingsystems auf der Grundlage von 60 Indikatoren, die jedes Jahr angepasst werden.  
  • Und schließlich die Veröffentlichung des ersten Nachhaltigkeitsberichts. 

Zwei Beratungsunternehmen, Solinnen und Alice Audouin Consulting, haben die Vereinigung bei der Entwicklung ihres Nachhaltigkeitskonzepts unterstützt.

Drei Schwerpunktbereiche

  • Umweltschutz ist ein grundlegender Pfeiler des Aktionsplans von Relais & Châteaux, der sich auf Klimawandel, Wassernutzung, biologische Vielfalt und Verschmutzung durch Plastik konzentriert.
  • Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf nachhaltiger Küche, die die Wachstumszyklen der Zutaten berücksichtigt, lokale Lieferanten und Lieferketten sowie die Bewahrung des kulinarischen Erbes in den Vordergrund stellt.  
  • Was die soziale und gesellschaftliche Teilhabe anbelangt, so unterstreicht Relais & Châteaux die Bedeutung der Geschlechterparität, der Vielfalt und der Arbeitsbedingungen seiner Mitarbeiter sowie des "Geotourismus" und lokaler Aktivitäten. Die Mitglieder von Relais & Châteaux sind mit ihrer Umgebung geografisch, kulturell und wirtschaftlich eng verbunden.

15 Ziele

Die Vereinigung definiert auf der Grundlage ihrer drei Schwerpunktbereiche 15 Schlüsselziele für 2025 und 2030. Einige Mitglieder nehmen eine Vorreiterrolle ein und haben diese Ziele bereits erreicht. Der Verband ist davon überzeugt, dass sich ihnen schnell weitere anschließen.

Beispiele: 

  • Klimaschutz: Die Vereinigung beabsichtigt, die Verringerung des CO2-Fußabdrucks in ihrer Unternehmenskultur zu verankern. 50 % der Mitglieder werden bis 2025 ihren Kohlenstoff-Ausstoß messen können, verglichen mit 12 % im Jahr 2021. Mehrere Mitglieder sind bereits Vorreiter in Sachen CO2-Neutralität (selbst unter Berücksichtigung der An- und Abreise von Gästen): Awasi Patagonia (Chile), Awasi Atacama (Chile), Awasi Iguazú, (Argentinien), EOLO-Patagonia's Spirit (Argentinien) und Nayara Springs (Costa Rica).
  • In der Küche: lokale und biologische Produkte werden bereits von den Restaurants bevorzugt: 30 % von ihnen bieten bereits Gemüse an, das biologisch, lokal und saisonal ist. Die Vereinigung will diesen Anteil bis 2025 auf 50 % erhöhen. So betreibt ein Pioniermitglied, das Restaurant Dal Pescatore Santini in Italien, einen eigenen Bauernhof mit regenerativen Anbaumethoden.
  • Geschlechterparität: In den Top 10 Gehältern der Mitarbeiter von Relais & Châteaux sind 42 Porzent Frauen. Obwohl dieses Ergebnis bereits ermutigend ist, strebt die Vereinigung bis 2030 eine echte Parität von 50 Prozent an.

60 einzeln gemessene Indikatoren

Der erste Nachhaltigkeitsbericht: „Auf der Suche nach Gastfreundschaft im Einklang mit der Natur" bietet er eine Momentaufnahme der Nachhaltigkeitspraktiken aller Mitglieder und deckt ein breites Spektrum an Themen ab: Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen, Umweltschutz, gastronomische Kultur und soziale Verantwortung. 

Der Bericht veranschaulicht die Ergebnisse eines Erfassungsprozesses, der auf einem von 283 Häusern und Restaurants (etwa 50 % der Mitglieder) ausgefüllten Fragebogen basiert und sich auf mehr als 60 Indikatoren für das Ausgangsjahr 2021 stützt. Er erfasst auch den Beitrag, den die Mitglieder zum Erreichen der Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (SDG) beitragen, insbesondere bezüglich sechs dieser Ziele.

Lars Seifert, Chief Communications & Sustainability Officer von Relais & Châteaux: „Relais & Châteaux ist zwar eine Vereinigung unabhängiger Hotels und Restaurants, aber nur wenn wir ihre unternehmerische Kreativität und Flexibilität nutzen, können wir die ehrgeizigen Ziele, die wir uns gesetzt haben, schneller erreichen. Gemeinsam können wir zeigen, dass Gastfreundschaft, Reisen, Entdecken und Genuss der vielfältigen Kulturen der Welt Gutes bewirken kann."

Der vollständige Nachhaltigkeitsreport kann hier heruntergeladen werden: to.relais.com/SustainabilityReport2022.


Zurück

Vielleicht auch interessant

Die MHP Hotel AG plant die Eröffnung eines neuen Hotels der Autograph Collection in Düsseldorf. Das neue Hotel soll bis zum Jahr 2029 in einem historischen Gebäudeensemble an der Kasernenstraße nahe der Königsallee realisiert werden.

Ein Jahr nach dem Markteintritt in der Schweiz zieht das Mama Shelter Zurich eine erste Bilanz. Gefeiert wird das Jubiläum veranstaltet am 1. August mit einem Brunch und einer Abendveranstaltung auf der Dachterrasse.

Swissôtel hat den Modedesigner Peet Dullaert als ersten Preisträger des New Crafts Awards bekannt gegeben. Die neue Auszeichnung entsteht aus einer Partnerschaft zwischen Accor und der Fédération de la Haute Couture et de la Mode.

Im Investorenprozess der insolventen Revo Hospitality Group nennen die Sanierer erstmals mehrere Unternehmen, die Hotels aus dem Portfolio übernehmen sollen. Neben bereits bekannten Transaktionen werden unter anderem Prism, Israel Canada Hotels, Leonardo Hotels und B&B Hotels genannt. Ein weiterer Investor bleibt vorerst ungenannt.

Accor plant einen deutlichen Ausbau seines Hotelgeschäfts in China. Der Konzern will die Zahl seiner Häuser in den kommenden fünf bis sechs Jahren auf 1.600 erhöhen und setzt dabei auf neue Luxusprojekte sowie den Ausbau bestehender Partnerschaften.

Der deutsche Hotelinvestmentmarkt hat im ersten Halbjahr 2026 nach Angaben von Colliers ein Transaktionsvolumen von rund 625 Millionen Euro erreicht. Investoren richten ihren Blick dabei zunehmend auf die Qualität der Betreiber und die Ausgestaltung der Vertragsstrukturen.

Townscape hat die Baugenehmigung für ein Serviced-Apartment-Projekt in Berlin-Kreuzberg erhalten. Die numa group steht bereits als Mieter fest. Geplant sind 114 Serviced Apartments sowie Gewerbe- und Co-Working-Flächen. Die Fertigstellung ist für das dritte Quartal 2027 vorgesehen.

Die geplante Übernahme der britisch-niederländischen Hotelgruppe PPHE Hotel Group durch die israelische Fattal Hotel Group ist gescheitert. Grund ist der Widerstand des größten PPHE-Aktionärs Euro Plaza Holdings. Das teilte PPHE im Rahmen seines laufenden strategischen Prüfprozesses mit.

Die Hotelmarke Ruby expandiert mit der Eröffnung des Ruby Frida nach Stockholm. Das neue Haus im Stadtteil Kungsholmen setzt auf ein von den 1960er Jahren inspiriertes Designkonzept.

Deutschlands Beherbergungsbetriebe haben im Mai 2026 insgesamt 49,2 Millionen Übernachtungen verbucht. Der Zuwachs von 3,8 Prozent wurde von Gästen aus dem Inland getragen, während die Auslandsnachfrage leicht zurückging.