REVO Hospitality Group beantragt Insolvenz in Eigenverwaltung für rund 140 Gesellschaften

| Hotellerie Hotellerie

Die REVO Hospitality Group steckt in finanziellen Turbulenzen. Jetzt soll das Unternehmen, einer der größten europäischen Multibrand-Hotelbetreiber, bis zum Sommer in Eigenverwaltung saniert werden. Rund 140 Gesellschaften der Gruppe haben beim Amtsgericht Charlottenburg Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt.

Der Betrieb der betroffenen rund 125 Hotels in Deutschland und Österreich wird mit allen rund 5.500 Mitarbeitern fortgeführt. Von gerichtlich bestellten Sachwaltern werden die Verfahren überwacht.

Die REVO Hospitality Group betreibt unter eigenen Marken sowie als Franchisenehmer für international renommierte Hotelketten insgesamt 250 Hotels in 12 europäischen Ländern und 135 Städten. Dazu zählen Stadthotels, Apartments für Geschäftsreisende und Familien im niedrigen bis gehobenen Preissegment. 140 Gesellschaften gerieten inklusive der Verwaltungs- und Holdinggesellschaft in Schwierigkeiten.

REVO macht dafür auch gestiegenen Lohnkosten, Mindestlöhne, aber auch erhöhte Kosten für Mieten, Energie und Lebensmittel mit verantwortlich, die das Geschäft belasten würden. Vor allem habe die starke Expansion der REVO Hospitality Group in den letzten Jahren zu Doppelstrukturen und Integrationsproblemen, so das Unternehmen.

2008 übernahm die REVO Hospitality Group, die bis 2025 unter dem Namen HR Group tätig war, ein erstes Hotel in Leipzig. 2020 gehörten 51 Hotels zur Gruppe. Danach expandierte die Gruppe stark auf aktuell 250 Hotels mit einem jährlichen Umsatz von 1,3 Milliarden Euro und rund 8.300 Mitarbeitern. Die Akquisition der neuen Hotels war mit erheblichen Kosten verbunden. Andererseits stiegen die Übernachtungszahlen nicht wie erwartet und auch der geplante Umsatz für 2025 wurde nicht erreicht.

"Mit den überwiegend in Eigenverwaltung beantragten Verfahren für die rund 140 Gesellschaften bestehen gute Aussichten für eine zügige Sanierung und eine langfristige Fortführung. Wir werden den Geschäftsbetrieb umgehend stabilisieren und erste Sanierungsmaßnahmen in Absprache mit den wesentlichen Stakeholdern umsetzen. Bei der Agentur für Arbeit haben wir eine Vorfinanzierung der Gehaltszahlungen für die Monate Januar bis März 2026 beantragt", erklärte Rechtsanwalt Gordon Geiser von GT Restructuring, der zusammen mit seinem Kollegen Dr. Benedikt de Bruyn für die Dauer der Eigenverwaltungsverfahren zum Geschäftsführer der entsprechenden Gesellschaften berufen wurde. Die Rechtsanwaltskanzlei GT Restructuring in Berlin zählt zu den größten Insolvenzverwalterbüros in Deutschland und konnte zahlreiche Unternehmen erfolgreich sanieren.

Geplant ist eine Umgestaltung der REVO Hospitality Group mit einem veränderten Bedarf an Managementleistungen. Es wird eine langfristige Lösung für die Gruppe und die von ihr betriebenen Hotels angestrebt, um so eine bestmögliche Befriedigung der Gläubiger zu erreichen. In Abstimmung mit den vom Gericht ernannten vorläufigen Sachwaltern und dem Gläubigerausschuss planen Geiser und de Bruyn internationale Investoren anzusprechen.

"Die Eigenverwaltung ermöglicht eine schnelle Stabilisierung und eine geordnete Überleitung auf einen Investor, ohne die zahlreichen Hotelbetriebe wesentlich einzuschränken. Mit Einleitung des Insolvenzverfahrens dürfte sich auch das bis heute spürbare Interesse von Investoren noch erhöhen. Deshalb sind wir zuversichtlich, die wirtschaftlichen Probleme der betroffenen Gesellschaften der Revo Gruppe bis zum Sommer zügig zu lösen", so Rechtsanwalt Benedikt de Bruyn.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Mit dem Mandarin Oriental Punta Negra eröffnet im Frühjahr 2026 das erste Haus der Gruppe auf Mallorca. Das Resort in Calvià setzt auf eine Kombination aus lokaler Architektur, hochkarätiger Gastronomie und Wellnesskonzept.

Der Investment- und Immobilienspezialist ECE Work & Live weitet seine Aktivitäten auf dem britischen Hotelmarkt aus. Das Unternehmen hat zwei Häuser der Marke Staybridge Suites in Liverpool und Newcastle erworben.

Die Staycity Group erweitert ihr Portfolio in Wien um ein zweites Aparthotel. Im vierten Bezirk entstehen flexible Serviced Apartments, die auf Kurz- und Langzeitgäste zugeschnitten sind und gleichzeitig die Neupositionierung der Marke einläuten.

Die Münchner Platzl Hotels schaffen die Position einer Leitung für nachhaltige Entwicklung. Constanze Kunz übernimmt die Aufgabe, die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen im Unternehmen zu implementieren und ökologisches Handeln dauerhaft im Betrieb zu verankern.

RIU Hotels & Resorts eröffnet mit dem Hotel Riu Plaza London The Westminster sein zweites Haus in der britischen Metropole. Das ehemalige Hilton-Objekt verfügt über 464 Zimmer und setzt thematisch auf ein Designkonzept im Stil der britischen Geheimdienste.

Marriott International und Al Qimmah Hospitality, eine Tochtergesellschaft von BinDawood Investment, haben eine Vereinbarung über fünf neue Hotelprojekte in Saudi-Arabien unterzeichnet. Die Expansion umfasst mehr als 2.700 zusätzliche Zimmer in den Städten Dschidda, Mekka und Medina.

Nach der Übernahme durch Signo Hospitality wurde das ehemalige Innside by Meliá an der Münchener Messe für über 2,2 Millionen Euro renoviert. Mit dem Abschluss der Arbeiten und dem Rebranding wurden 134 Zimmer sowie die öffentlichen Bereiche modernisiert.

Die Gaming-Marke Atari soll in Phoenix ein eigenes Hotel erhalten. Das geplante Resort setzt auf eine Mischung aus High-Tech-Unterbringung und einer riesigen E-Sport-Arena. Für die Realisierung des Projekts wurde nun eine öffentliche Finanzierungsrunde gestartet. Ähnliche Pläne anderer Partner aus dem Jahr 2020 wurden nie realisiert.

Der Lanserhof Sylt führt mit „Neuro Sleep Reset“ ein neues technologiebasiertes Programm zur Behandlung von Schlafstörungen ein. Durch die Analyse und Stimulation von Hirnwellen sollen Patienten ohne Medikamente zu einem natürlichen Schlafrhythmus zurückfinden. Sieben Nächte exklusive Unterkunft kosten ab 6.956 Euro

Der deutsche Hotelinvestmentmarkt meldet sich 2025 mit einem deutlichen Plus zurück. Hohe Transaktionsvolumina in Berlin, München und Köln sowie die Rückkehr institutioneller Investoren prägen das Marktgeschehen. Experten erwarten für 2026 eine Fortsetzung des Aufschwungs und neue Potenziale durch Umnutzungen.