Revo Hospitality Group: Sanierungskurs nach Insolvenz-Crash eingeleitet

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Rund zwei Wochen nach den Insolvenzanträgen für weite Teile der Gruppe gibt die Revo Hospitality Group ein erstes Lebenszeichen zum operativen Status ab: Der Geschäftsbetrieb der betroffenen Hotels konnte stabilisiert werden. Wie das Unternehmen mitteilt, bleiben sämtliche Häuser geöffnet und stehen für Buchungen uneingeschränkt zur Verfügung. Auch auf externen Reservierungsportalen wie booking.com sind die Kapazitäten nach einer kurzen Unterbrechung wieder vollständig verfügbar.

Ursachenanalyse: Expansion und Kostendruck

Die Unternehmensgruppe, die bis 2025 unter dem Namen HR Group firmierte, hatte am 16. Januar 2026 für rund 140 Gesellschaften beim Amtsgericht Charlottenburg Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Davon betroffen sind etwa 125 Hotels in Deutschland und Österreich. Als Hauptgründe für die Krise nennt das Management eine aggressive Wachstumsstrategie, die zu hohen Integrationskosten und Doppelstrukturen führte.

Seit der Übernahme des ersten Hotels in Leipzig im Jahr 2008 expandierte das Unternehmen massiv auf heute insgesamt 250 Hotels in 12 europäischen Ländern. Diese Expansion traf jedoch auf eine Nachfrage, die hinter den Erwartungen zurückblieb, während gleichzeitig die Kosten für Mieten, Energie, Lebensmittel und Personal deutlich stiegen.

Gehälter gesichert und Investorensuche gestartet

Ein wesentlicher Schritt zur Stabilisierung war die Sicherung der rund 5.500 betroffenen Mitarbeiter. Die Bundesagentur für Arbeit genehmigte die Zahlung von Insolvenzgeld bis einschließlich März 2026. Die Auszahlung der Januar-Gehälter ist bereits erfolgt. Die Rechtsanwälte Dr. Gordon Geiser und Dr. Benedikt de Bruyn von GT Restructuring führen die betroffenen Gesellschaften während des Verfahrens als Geschäftsführer.

Die gerichtlich bestellten Sachwalter Prof. Dr. Torsten Martini (Görg) und Prof. Dr. Lucas F. Flöther (Flöther & Wissing) überwachen die Eigenverwaltung. Parallel dazu wurde ein internationaler Berater mit der Suche nach Geldgebern beauftragt. Laut Dr. Benedikt de Bruyn gibt es bereits konkretes Interesse von bestehenden und neuen Partnern.

Gründer Ruslan Husry als Gastgeber in Davos

Während die operative Sanierung voranschreitet, hat sich Unternehmensgründer und CEO Ruslan Husry bislang nicht persönlich öffentlich zu den Insolvenzen der Gruppe geäußert. Nur fünf Tage nach dem Insolvenzantrag trat Husry jedoch beim DLD Nightcap in Davos in Erscheinung. Am 20. Januar 2026 fungierte er neben Vertretern aus Politik und Wirtschaft als einer der Gastgeber dieser exklusiven Abendveranstaltung im Rahmen des Weltwirtschaftsforums.

Veranstaltungsort war das renommierte Fünf-Sterne-Haus Steigenberger Grandhotel Belvédère. Husrys Unternehmen hatte das Traditionshotel in den Schweizer Alpen erst im Jahr 2024 übernommen. Husry trat dort im Kreis von rund 300 Gästen aus der internationalen Wirtschafts- und Politelite auf.

In seinen Neujahrsgrüßen auf dem Netzwerk LinkedIn hatte der Unternehmer das Jahr 2026 noch mit Optimismus und Ehrgeiz begrüßt und betont, man sei bereit, Visionen in Taten umzusetzen. Dass eine erste große Tat des Jahres der Gang zum Insolvenzgericht sein würde, war zu diesem Zeitpunkt noch nicht Teil der öffentlichen Botschaft.


 

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