Serviced-Apartments lassen Krise hinter sich

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Das Serviced-Apartment-Segment in Deutschland wächst schnell weiter. Hohe Belegungsraten befeuern die Expansion der Unternehmen, neue Marktteilnehmer kommen hinzu. Mit einer durchschnittlichen Auslastung von 80 Prozent im Jahr 2022 liegen die Apartments deutlich vor der Hotellerie.

„Generierte das Serviced-Apartment-Segment in Deutschland im Jahr 2019 eine Belegung von 77 Prozent, so haben die Betreiber im Jahr 2022 mit 80 Prozent die Krise klar hinter sich gelassen“, erklärt Anett Gregorius, Gründerin & Inhaberin von Apartmentservice. „Auch die klassische Hotellerie konnte sich erfreulicherweise wieder deutlich erholen. Mit einer Hotelauslastung von 59 Prozent im Jahr 2022 (STR), zeigt sich aber, mit wie wieviel Resilienz-Rückenwind das Serviced-Apartment- Segment in das letzte und dieses Jahr geht.“ Die Stimmung im Sektor ist entsprechend außergewöhnlich gut: Trotz allgemeinem Development-Stillstand gaben Anfang 2023 in der Betreiberumfrage von Apartmentservice stolze 96 Prozent an, „positiv“ oder sogar „sehr positiv“ auf die Entwicklung des Gesamtmarkts Deutschland zu blicken. 90 Prozent der Befragten schätzten die aktuelle wirtschaftliche Situation als „gut“ oder „sehr gut“ ein. Derzeit gibt es in Deutschland mehr als 44.400 Serviced-Apartment-Einheiten in 807 Häusern.

Starker Revenge Travel

Im letzten Jahr profitierte das Serviced-Apartment- Segment von einem starken Revenge Travel, zuerst vor allem durch Freizeit- reisende, ab Mitte des Jahres mehrheitlich durch Geschäftsreisende, die auch aus anderen Ländern wieder anreisten. Bereits in den ersten acht Monaten des Jahres 2022 erreichten die Serviced-Apartment-Betriebe in Deutschland eine durchschnittliche Auslastung von 73 Prozent, so die Zahlen von Apartmentservice. Nach einem starken Schlussspurt konnten die Betriebe über das gesamte Jahr hinweg sogar durchschnittlich 80 Prozent Belegung einfahren. Im Jahr davor waren es 61 Prozent.

„Die hohe Belegung zog sich durch das gesamte Segment: Jeder Zweite in unserer Befragung gab eine Jahresdurchschnittsauslastung von 80 Prozent und mehr an“, so Anett Gregorius. Im Vergleich zur klassischen Hotellerie, die nach einer erfreulichen Erholung 59 Prozent (STR) statt im Vorjahr 31 Prozent erreichte, hat das Serviced-Apartment-Segment das Vor-Corona-Niveau von 77 Prozent klar überholen können. Vor allem Berlin gelang eine bespiellose Rückkehr: Die Betreiber hier erreichten bei allen drei Kennzahlen (Belegung, ADR und RevPAR) Spitzenwerte unter den Top-4-Städten mit München, Frankfurt und Hamburg. Generell verzeichnete sowohl der Longstay-Bereich gestiegene Raten, als auch der Shortstay-Bereich mit zunehmend mehr Leisure-Gästen – dies nicht nur in Aparthotels, sondern auch in Serviced Apartmenthäusern, die konzeptionell bedingt weniger Services bieten.

Vor dem Hintergrund dieser starken Performance-Daten im Jahr 2022 verbesserte sich die Stimmung im Segment außerordentlich und überflügelte sogar die Einschätzungen von 2019: Trotz Inflation und allgemeinem Development-Stillstand gaben Anfang 2023 in der von Apartmentservice durchgeführten Betreiberumfrage nicht weniger als 96 Prozent an, „positiv“ (46 Prozent) oder sogar „sehr positiv“ (50 Prozent) auf die Entwicklung des Gesamtmarkts Deutschland zu blicken. 90 Prozent der Befragten schätzten die aktuelle wirtschaftliche Situation als „gut“ (50 Prozent) oder „sehr gut“ (44 Prozent) ein. „Diese Stimmung halte ich vor dem allgemeinen Krisenhintergrund für absolut bemerkenswert. Die Akteure im Segment haben während der Pandemie aufgrund ihres Wirtschaftsmodells und Konzepts weniger Federn lassen müssen als Hoteliers und profitieren heute und morgen von einer hohen Nachfrage im Zuge neuer hybrider Arbeitsmodelle, steigender Digitalisierung und nicht zuletzt angespannter Wohnungsmärkte“, so Anett Gregorius.

Adina vorn, Numa neu

Marktführer bleiben im Serviced-Apartment-Segment in Deutschland die Adina Hotels mit über 2.200 Einheiten, gefolgt von den Living Hotels und den Accor-Marken Aparthotel Adagio, Aparthotel Adagio Access und Mercure. Numa ist neu in die Top 10 eingestiegen.

Insgesamt zählt das Serviced-Apartment-Segment in Deutschland aktuell mehr als 44.400 Einheiten in 807 Häusern. Bis Ende 2025 expandieren die Akteure im Segment in Deutschland um 36 Prozent und damit um rund 16.000 weitere Einheiten. „Die Krisen haben klar eine Development-Lücke erzeugt, aber das Wachstum ist im Vergleich zu anderen Assetklassen weiterhin hoch, und wir sind zuversichtlich, dass die Immobilienwirtschaft im zweiten Halbjahr wieder etwas anziehen wird. Das Interesse an Serviced-Apartment-Projekten ist in jedem Fall deutlich gestiegen – auch gerade seitens institutioneller Investoren“, sagt Anett Gregorius.

Die gro?ßten Pipelines weisen aktuell Numa, die i Live mit Rioca, Limehome sowie Nena Hospitality auf. Sie wachsen u.a. mit Übernahmen, was für viele Betreiber zu einer festen Expansionssäule geworden ist, während Konversionen bisher nur wenig realisiert wurden. Konzeptionell zeigt sich im Segment der Trend zu vermehrten Shortstay-Angeboten, auch bei Longstay fokussierten Serviced Apartmenthäusern. Zudem zeigen manche Betreiber das Interesse, mit hybriden Konzepten aus Serviced Apartments, Coworking, Coliving, Gastronomie und zum Teil auch Veranstaltungsflächen zu wachsen – dies nicht zuletzt getragen vom Rückenwind der hohen Resilienz.


 

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