Studie von Amadeus: Deutsche Reisende zahlen mehr für Ruhe und Komfort

| Hotellerie Hotellerie

Reisen wird für viele Deutsche zunehmend mit mentaler Erholung verbunden – gleichzeitig steigt laut einer Studie von Amadeus die Bereitschaft, für entsprechende Angebote im Hotel mehr zu bezahlen. Das geht aus dem Report „Travel Dreams 2026“ hervor, wie das Unternehmen mitteilt.

Deutsche Reisende zahlen mehr für Ruhe, Sauberkeit und individuelle Angebote

Laut Mitteilung zeigt die Studie eine hohe Zahlungsbereitschaft für Zusatzleistungen. So würden 80 Prozent der deutschen Reisenden mehr für bestimmte Zimmermerkmale wie Aussicht oder Etage bezahlen.

Unter Geschäftsreisenden erklärten 68 Prozent, sie wären bereit, für Angebote wie ein Eisbad oder eine mobile Sauna im Zimmer einen Aufpreis zu zahlen. Weitere 51 Prozent würden für eine verbesserte Luftqualität im Zimmer zusätzlich bezahlen.

Darüber hinaus wünschen sich laut Mitteilung 66 Prozent der Befragten personalisierte Reiseangebote. Die Ergebnisse legen nach Angaben des Unternehmens nahe, dass gezielte Zusatzangebote zusätzliche Umsätze ermöglichen können.

Bereits bei der Auswahl eines Hotels spielen laut Studie mehrere Faktoren eine Rolle: 85 Prozent der deutschen Reisenden achten auf eine einfache Online-Buchung und eine starke digitale Präsenz. 92 Prozent nannten eine hohe Sauberkeitsbewertung als entscheidend, während 85 Prozent Bewertungen anderer Gäste berücksichtigen.

Mehr als die Hälfte will erholt und ausgeglichen zurückkehren

Neben der Zahlungsbereitschaft zeigt die Studie laut Amadeus auch veränderte Erwartungen an den Zweck von Reisen. 52 Prozent der befragten deutschen Reisenden gaben an, sie wollten von einer Reise mit einem „ausgeglichenen Nervensystem“ zurückkehren. Insgesamt wurden 1.000 Reisende aus Deutschland befragt.

Weitere 33 Prozent beschrieben ein ideales Reiseziel als einen Ort, der dazu anregt, bewusst auf digitale Angebote zu verzichten, weil die reale Umgebung als interessanter wahrgenommen werde.

Jan Kamenicek, Regional Vice President für Zentral- und Nordeuropa bei Amadeus, wird in der Mitteilung mit den Worten zitiert: „Travel Dreams 2026 zeigt, dass die Deutschen Reisen zunehmend als Mittel zur mentalen Erholung und für das persönliche Wohlbefinden nutzen.“

Hoteliers investieren weltweit in KI, deutsche Gäste bleiben zurückhaltend

Im Bereich Technologie zeigt die Studie laut Amadeus einen deutlichen Trend: Von den weltweit 500 befragten Hoteliers plane nur einer, im Jahr 2026 nicht in Künstliche Intelligenz zu investieren. Die durchschnittlichen Investitionen pro Hotel lägen bei 320.000 US-Dollar.

Aktuell nutzen demnach 56 Prozent der Hoteliers KI für dynamische Preisgestaltung und Revenue-Management, während 50 Prozent die Technologie für Prognosen und Personalplanung einsetzen.

Deutsche Reisende stehen dem Einsatz von KI laut Mitteilung jedoch zurückhaltender gegenüber. Nur 52 Prozent verlassen sich bei Reiseentscheidungen ausschließlich auf KI-generierte Suchzusammenfassungen, während der globale Durchschnitt bei 69 Prozent liegt.

38 Prozent nutzen KI gerne bei der Reiseplanung, 34 Prozent bei der Suche nach Reisezielen und 30 Prozent während der Reise, etwa für Navigation oder Empfehlungen.

Nachhaltigkeit beeinflusst Hotelwahl und Preisbereitschaft deutlich

Neben Technologie spielt laut Studie auch Nachhaltigkeit eine wichtige Rolle. 65 Prozent der deutschen Reisenden gaben an, dass Umweltkriterien ihre Hotelwahl beeinflussen.

Unter diesen Reisenden seien viele bereit, im Durchschnitt 8,4 Prozent mehr für eine Übernachtung in einem Hotel mit strengeren Umweltstandards zu zahlen. Weltweit liegt dieser Wert laut Amadeus bei 11,7 Prozent.

Nach Angaben des Unternehmens planen alle befragten Hoteliers, im Jahr 2026 in Nachhaltigkeitsmaßnahmen zu investieren. Im Durchschnitt sollen dafür rund 7 Prozent der Gesamtausgaben verwendet werden. 35 Prozent der Hoteliers nannten Nachhaltigkeit als entscheidenden Faktor zur Differenzierung ihres Angebots.

Francisco Pérez-Lozao Rüter, President Hospitality bei Amadeus, erklärte laut Mitteilung: „KI und Nachhaltigkeit verändern das Reisen: Beide müssen das menschliche Erlebnis verbessern, nicht ersetzen.“

Studie basiert auf Befragung von 6.000 Reisenden weltweit

Die Studie basiert laut Amadeus auf einer Befragung von 6.000 Reisenden aus mehreren Ländern, darunter Deutschland, sowie von 500 Hoteliers in verschiedenen internationalen Märkten. Die Datenerhebung erfolgte im vierten Quartal 2025 durch die Marktforschungsagentur Opinium Research.


Zurück

Vielleicht auch interessant

Ex-prizeotel-Chef Connor Ryterski startet mit einem Hamburger Family Office die Hotelmarke Kumo. Zwei Neubauten in Hamburg und Köln sollen ab 2029 eröffnen.

Das Waldorf Astoria Rabat Salé hat das Restaurant Aldabaran im 33. Stock des Mohammed VI Tower eröffnet. Alain Ducasse verantwortet damit sein erstes Restaurant in Marokko.

Nach bundesweiten Durchsuchungen in Hotels und Reinigungsfirmen sitzen zehn Beschuldigte in Untersuchungshaft. Oberstaatsanwältin Christine Höfele zufolge sollen Beschäftigte wie einst Sklaven für den Profit der mutmaßlichen Täter in Abhängigkeit gehalten worden sein.

Jochen Swoboda, CEO der Gesellschaft, erklärt, Seminaris werde in seiner bisherigen Form nicht weiterbestehen, und weist eine wirtschaftliche Schieflage als Grund für den Betreiberwechsel zurück. Aroundtown hatte die Fortführung der acht Hotels unter der Marke Seminaris angekündigt; vier Häuser wurden am 1. Oktober bei Belvilla by OYO unter Sunday-Namen angeboten.

B&B Hotels führt das deutsche Hotelmarkenranking von PKF mit 240 Häusern an. Garner verzeichnet mit 23 zusätzlichen Hotels den größten jährlichen Zuwachs; Premier Inn erhöht seine Zimmerkapazität zwischen 2022 und 2026 um 102 Prozent. Komplettes Ranking bei Tageskarte.

Hilton plant das erste deutsche Hotel der Marke Tempo by Hilton am Flughafen München. Das Haus mit 199 Zimmern soll 2029 zusammen mit der Munich Arena eröffnen; als Betreiber ist die Flughafentochter Allresto vorgesehen.

Novum Hospitality hat den Betrieb des Holiday Inn Express Munich Airport – Erding übernommen. Das Hotel verfügt über 114 Zimmer und ist das zweite ehemalige Revo-Hotel, das in den Betrieb der Hamburger Gruppe übergeht.

Eine neue h2c-Studie untersucht den Einsatz Künstlicher Intelligenz in Hotelketten weltweit. Trotz einer hohen Verbreitung fehlen vielen Unternehmen noch Strategien, Kompetenzen und technische Voraussetzungen für einen breiteren Einsatz.

The Hoxton eröffnet im Sommer 2027 ein zweites Hotel in Deutschland. Das Haus entsteht am Alten Wall in der Hamburger Innenstadt und wird 188 Zimmer auf zehn Stockwerken umfassen.

CA Immo hat das IntercityHotel Frankfurt Hauptbahnhof Süd an ein Fondsvehikel von Art-Invest Real Estate verkauft. Damit trennt sich das Immobilienunternehmen von seinem letzten ausschließlich als Hotel genutzten Gebäude.