Traditionshotel Bösehof steht nach Insolvenz vor dem Eigentümerwechsel

| Hotellerie Hotellerie

Das Romantikhotel Bösehof in Bad Bederkesa steht nach seiner Insolvenz offenbar kurz vor einem Eigentümerwechsel. Nach Angaben des Insolvenzverwalters sei ein Käufer gefunden worden. Über den eingereichten Insolvenzplan sollen die Gläubiger noch im Juli 2026 abstimmen. Wie zuerst die Nordsee-Zeitung berichtete, befänden sich die Verkaufsverhandlungen in der Schlussphase.

Regionales Ehepaar soll traditionsreiches Hotel künftig übernehmen

Das Hotel wurde 1826 als Landsitz des Bremer Zuckerfabrikanten Heinrich Böse errichtet und feiert in diesem Jahr sein 200-jähriges Bestehen. Statt eines Jubiläums ohne wirtschaftliche Sorgen musste die Bösehof Hotel-Betriebs GmbH jedoch im Januar 2026 Insolvenz anmelden. Die Hotelimmobilie stand bereits seit November 2025 unabhängig vom Insolvenzverfahren zum Verkauf.

Wie die Nordsee-Zeitung berichtet, könnte nun ein regionales Ehepaar den Betrieb übernehmen. Insolvenzverwalter Dr. Thilo Streck erklärte gegenüber der Bild-Zeitung, es handele sich um „einen Investor aus der Region und aus der Branche“. Weiter sagte er: „Das Ehepaar ist durchaus erfolgreich.“ Zudem bezeichnete Streck die geplante Lösung als günstig, weil die Interessenten das Engagement „nicht nur als Investment sehen, sondern darüber hinaus als Herzensangelegenheit“.

Insolvenzplan soll Hotelbetrieb und Arbeitsplätze dauerhaft sichern

Nach Angaben des Insolvenzverwalters wurde inzwischen ein Insolvenzplan beim Amtsgericht Cuxhaven eingereicht. Stimmen die Gläubiger noch im Juli zu, könnte das Insolvenzverfahren beendet werden. Für die mehr als 70 Beschäftigten sei vorgesehen, den Hotelbetrieb auch künftig in voller Mannschaftsstärke fortzuführen.

Das Haus verfügt über 52 Zimmer, einen Wellnessbereich und ein Restaurant. Die Immobilie wurde bereits Ende 2025 über den Hotelimmobilienspezialisten Christie & Co vermarktet.

Mehrere Belastungen führten zur wirtschaftlichen Schieflage des Betriebs

Nach Angaben des Insolvenzverwalters geriet die Betriebsgesellschaft durch mehrere Faktoren unter Druck. Neben gestiegenen Energie- und Personalkosten belastete die Rückforderung von Corona-Hilfen in Höhe von mehr als 200.000 Euro die Liquidität des Unternehmens. Hinzu kamen Umsatzeinbußen infolge einer Baustelle im Jahr 2024, die nach Angaben des Insolvenzverwalters Erlösausfälle von rund 100.000 Euro verursachte.

Auch für Inhaber von Hotelgutscheinen gibt es nach Angaben des Insolvenzverwalters eine Perspektive. Derzeit würden die Gutscheine zwar nicht eingelöst. Der bisherige Gesellschafter und Eigentümer Klaus Manke wolle deren Wert jedoch aus privaten Mitteln übernehmen. Manke werde sich nach Abschluss der Transaktion aus dem Hotelbetrieb zurückziehen, erklärte Streck.

Bei der Erstellung dieses Artikels kamen KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz. Die Inhalte wurden redaktionell überprüft. Feedback nehmen wir gerne unter news@tageskarte.io entgegen.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Hotelgäste lassen sich Essen längst ins Hotel liefern. Mehrere Hotelunternehmen binden Lieferdienste inzwischen gezielt in ihre Angebote ein: tent Hotels schafft eigene Bereiche für Lieferessen, Wyndham und Hilton arbeiten mit Grubhub, Marriott mit Uber – und Accor plant eine Uber-Partnerschaft auch in Deutschland.

Der Hotelverband Deutschland veröffentlicht die zweite Staffel seines Podcasts Zukunft Hotel mit zehn neuen Episoden und beleuchtet zum Auftakt aktuelle Fragen zu Betreiberverträgen und Hotelimmobilien.

Die Motel One Group hat ein neues Hotel mit 177 Zimmern in der Koblenzer Innenstadt eröffnet. Das Innenraumkonzept des Hauses greift den Zusammenfluss von Rhein und Mosel auf.

Auf dem ehemaligen Knorr-Bremse-Areal in München-Milbertshofen soll ein neues Quartier entstehen. Teil der Planung ist ein 88 Meter hohes Hochhaus mit Hotel und Skybar.

Iremis kauft das Novotel Freiburg am Konzerthaus für rund 28 Millionen Euro von Deka Immobilien. Nach einer Sanierung soll das Hotel mit 219 Zimmern im Herbst 2027 unter der Marke Scandic wiedereröffnet werden.

Europas Hotelinvestoren konzentrieren sich auf gehobene und luxuriöse Hotels. Im ersten Halbjahr 2026 floss die Hälfte des Investitionsvolumens in „Upper Upscale“- und „Upscale“-Hotels, während die Zahl der Transaktionen über 100 Millionen Euro um 30 Prozent stieg.

Die Centralis Immobilien Gruppe hat in einer Doppeltransaktion zwei ehemalige Hotels am Kölner Hauptbahnhof erworben. Die Gebäude sollen nun saniert und zu Serviced Apartments mit insgesamt 233 Einheiten umgebaut werden.

1912 Hotels hat die Übernahme und den Betrieb im Rahmen eines langfristigen Pachtvertrags der Marbella Old Town Hotel Collection im spanischen Marbella bekanntgegeben. Mit den neuen Häusern startet auch die neue Marke 1912 Collection.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband hat Booking.com wegen des Empfehlungssystems bei der Unterkunftssuche auf einer Karte verklagt. Der vzbv beanstandet die Angaben in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen zu den Kriterien, nach denen Inhalte abhängig vom Hinein- oder Herauszoomen vorgeschlagen werden.

Das Hotel Schweizerhof in Lenzerheide warnt rund 10.000 Adressaten vor betrügerischen WhatsApp-Nachrichten. Inhaber des Viersternehauses ist Andreas Züllig, der langjährige Präsident von HotellerieSuisse. Nach seinen Angaben wurden vermutlich Reservierungssysteme gehackt, die das Hotel nutzt.