TripAdvisor nimmt Stellung zu Vorwürfen

| Hotellerie Hotellerie

Die ARD-Sendung plusminus hat einige Bewertungsagenturen engagiert und gefälschte Hotelbewertungen lanciert (Tageskarte berichtete). Die Portale gaben sich zugeknöpft. Vor der Kamera äußerte sich nur Holidaycheck. Doch auch TripAdvisor wollte die Kritik nicht unkommentiert stehen lassen. So sei zum Beispiel eine Stellungnahme zu den Vorwürfen nur verkürzt wiedergegeben worden. Dabei mache das Zitat nur im Zusammenhang Sinn. Doch auch zu den weiteren Vorwürfen nahm das Unternehmen Stellung: 

Wie gehen Sie gegen professionelle Fake-Agenturen vor?
Wir bei TripAdvisor gehen offensiv und vehement gegen bezahlten Bewertungsbetrug vor und sind effektiv darin, diesen zu erwischen. Wir investieren sehr viel durch den Einsatz von Tracking-Technologien und einem engagierten Untersuchungsteam – seit 2015 haben wir die Aktivitäten von mehr als 60 unterschiedlichen Unternehmen weltweit, die gekaufte Bewertungen anbieten, zum Erliegen gebracht.

Ein aktuelles Beispiel, wie wir Bewertungsbetrug erfolgreich bekämpfen: TripAdvisor unterstützte die Strafverfolgung von PromoSalento (Tageskarte berichtete), als Zivilkläger durch das Bereitstellen von Beweisen aus den umfangreichen, betriebsinternen Betrugsuntersuchungen und bot Unterstützung durch seinen italienischen Rechtsberater. In einem der ersten Rechtsstreitigkeiten dieser Art entschied das Strafgericht von Lecce, dass das Verfassen von gefälschten Bewertungen mit falscher Identität ein strafbares Verhalten ist, laut italienischem Strafrecht. Der Inhaber von PromoSalento, der Pakete mit gefälschten Bewertungen an Betriebe aus dem Gastgewerbe in Italien verkaufte, wurde zu neun Monaten Haft und einer Geldstrafe von rund 8.000 Euro an Kosten und Schadenersatz verurteilt.

Wieso konnte es gelingen, falsche Bewertungen einzuschleusen?
Es ist ein wenig aussagekräftiges Experiment, ein paar falsche Bewertungen zu erstellen und uns damit ertappen zu wollen, weil sich das von den Betrugsversuchen, die wir täglich sehen und gegen die wir vorgehen, unterscheidet. Betrüger sind nicht daran interessiert, eine kleine Anzahl gefälschter Bewertungen zu veröffentlichen - sie wissen, dass dies keine Auswirkungen hat - und hinterlassen daher Muster und Strukturen, die wir aufspüren können.

Unser Untersuchungs-Team hat einige deutsche Unternehmen, die gefälschte Bewertungen zum Kauf anbieten, im Visier. Unsere Ermittlungen bei einem dieser Unternehmen führten dazu, dass sämtliche TripAdvisor-Erwähnungen von deren Webseite entfernt wurden. Wir wissen: Wenn ein Unternehmen für bezahlte Bewertungen merkt, dass wir es auf dem Schirm haben, stellt es seine Versuche, unser System zu manipulieren, ein. Stattdessen geht es dann zu anderen Review-Sites mit weniger ausgefeilten Betrugsschutz. Auch wenn das Problem dann die TripAdvisor-Seite verlassen hat, ist es woanders immer noch akut, deshalb ziehen wir bei hartnäckigen Tätern Vollstreckungsmaßnahmen in Betracht.

Wie wollen Sie sicherstellen, dass das künftig nicht mehr passiert?
Wie der aktuelle Fall gegen PromoSalento zeigt, kämpfen wir energisch gegen bezahlten Bewertungsbetrug und sind effektiv darin, diesen zum Erliegen zu bringen. Wir haben bereits Gespräche mit Regulierungs- und Kontrollbehörden in einigen Ländern begonnen, wie der Competition and Markets Authority (CMA) im Vereinigten Königreich sowie der Federal Trade Commission (FTC), und begrüßen die Gelegenheit mit Betrieben aus dem Gastgewerbe, Verbraucherschutzorganisationen, Regulierungs- und Strafverfolgungsbehörden zusammenzuarbeiten. Wenn wir uns hier zusammentun, können wir noch viel effektiver solche Unternehmen stoppen.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Der Mainzer Stadtrat hat die Einführung einer Bettensteuer beschlossen. Kurz vor der Abstimmung hatte der DEHOGA Rheinland-Pfalz erneut versucht, die Entscheidung zu stoppen und für einen Gästebeitrag geworben.

Das aktuelle „mrp hotels quarterly“ sieht aktives Asset Management als zentrale Steuerungsfunktion für Hotelimmobilien. Vertreter aus Finanzwirtschaft und Hotellerie diskutierten steigende Kosten, veränderte Nachfrage und Unterschiede zwischen den Hotelsegmenten.

Marriott International meldet für das erste Quartal 2026 ein RevPAR-Wachstum von 4,2 Prozent und eine Rekord-Pipeline von fast 618.000 Zimmern. Trotz steigender Managementgebühren sank der Nettogewinn leicht auf 648 Millionen US-Dollar.

Novum Hospitality eröffnet mit dem Holiday Inn – the niu Quay in Hamburg-Harburg sein erstes Hotelprojekt in der kombinierten Rolle als Eigentümer und Betreiber. Das Haus umfasst 166 Zimmer und ist Teil des Projekts Aqua²dock am Harburger Binnenhafen.

Klarna und Minor Hotels kooperieren ab sofort in 13 europäischen Ländern, um Reisenden flexible Zahlungsmodelle anzubieten. Kunden können Hotelbuchungen künftig sofort oder in zinsfreien Raten begleichen.

Das Romantik Hotel Zell am See nimmt am 13. Mai nach umfassenden Renovierungsarbeiten den Betrieb für die Frühjahrssaison wieder auf. Die Umbaumaßnahmen betrafen vor allem die Optik und Ausstattung des Vier-Sterne-Hauses.

Das Hotel Taschenbergpalais Kempinski Dresden verzeichnet seit der Wiedereröffnung im Februar 2024 insgesamt 14.000 Gäste im Veranstaltungsbereich. Das Haus setzt bei seinem Angebot auf eine Kombination aus historischen Räumlichkeiten und regionalen Ausflugszielen.

Die MHP Hotel AG bringt ihre Eigenmarke Mooons erstmals nach Deutschland. Dafür wurde nun ein langfristiger Pachtvertrag mit der Rock Capital Group für einen Standort in Frankfurt am Main unterzeichnet.

Die MHP Hotel AG hat ihren testierten Jahresabschluss 2025 vorgelegt. Das Unternehmen meldet steigende Umsätze und ein höheres EBITDA sowie einen Umsatzanstieg im ersten Quartal 2026.

Die Schollen Hotelberatung hat ihren Hotelmarkt Report NRW 2026 veröffentlicht. Der Bericht analysiert die zwölf größten Hotelstandorte in Nordrhein-Westfalen sowie aktuelle Entwicklungen bei Nachfrage, Projekten und Hotelinvestments.