Umfrage zur Wiedereröffnung: Urlaubshotels gut, Stadthotels verhalten gestartet

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Eine Umfrage von QR Quality Reservations bei ausgewählten Partnerhotels zeigt ein durchwachsenes Bild: Während die Hotels an der Ostseeküste und in österreichischen Urlaubsregionen nach der durch COVID-19 bedingten Zwangspause vielversprechend angelaufen sind, ist die Nachfrage in den Stadthotels zurückhaltend. QR zeichnet mit Aussagen von sechs Hotelpartnern ein Stimmungsbild der Branche.

Die mit Spannung erwartete Anlaufphase der Hotels nach der Zwangspause nutzte QR Quality Reservations zu einer Zwischenbilanz zur Geschäftsentwicklung bei seinen Hotelpartnern. Ausgewählt wurden Urlaubs- und Businesshotels, Individualhotels und Hotelgruppen sowie eine Serviced Appartement-Marke. Das Ergebnis in Bezug auf das Buchungs- und Reiseverhalten zeigt die erwartete Tendenz: Gewinner der ersten Tage waren die Urlaubsregionen. Urlaubsgäste ergriffen die Chance auf Tapetenwechsel und Erholung. Städtetourismus und Geschäftsreiseverkehr laufen dagegen erst langsam wieder an.

Dennoch sieht die Geschäftsführerin Carolin Brauer Grund zum Optimismus: „Die hohe Nachfrage in den Urlaubsregionen macht Mut. Sie zeigt, dass die Reiselust ungebrochen ist. Allerdings haben sich die Prioritäten und das Reiseverhalten der Gäste verändert. Jetzt zählt Sicherheit, ob im Hotel, im Verkehrsmittel, am Urlaubsort oder Ausflugsziel. Alle touristischen Leistungsträger müssen an einem Strang ziehen und um das Vertrauen der Gäste werben.“

Hotelstimmen von QR Partnerhotels:

Sven Schimank, Hoteldirektor des Louisa’s Place in Berlin berichtet von einem erwartungsgemäßen Start: „Wir mussten schließlich alle mit einem eher verhaltenen Beginn rechnen. Allerdings ist der von den wenigen Gästen erwartete Betreuungsaufwand ungleich höher, nachdem eine Vielzahl von Fragen und Empfehlungswünschen abzuarbeiten ist. Ziel muss es sein, heimkehrende Gäste in ihrem Umfeld zu Botschaftern für einen erfüllten Berlinaufenthalt zu machen. Hierzu muss die gesamte Branche beitragen.“

Eher enttäuschend verlief der Start im Congress Hotel am Stadtpark in Hannover, laut Hoteldirektor Cord Kelle: „Der sogenannte Re-Start hat für unser Haus bislang keine positiven Effekte, geschweige denn eine Dynamik ausgelöst. Es gehen kaum neue Buchungen ein und das ist leider für alle Segmente zu beobachten. Für mich lässt sich bereits jetzt schon klarer erkennen, dass das Geschäftsreise- und Mice-Segment auf die nächsten 18 Monate extrem leiden wird. Touristische Sondereffekte werden wir als Stadthotel als letztes erfahren, insofern die touristischen Regionen tatsächlich im Sommer überlaufen sollten.“

Durchgängig geöffnet hatte das neue Haus der Serviced-Appartement Marke Maseven. Mathias Starry, Director of Sales, MA Management GmbH: „Da diese Krise viele Menschen verschiedenster Branchen getroffen hat, ist ein grundsätzliches Verständnis für reduzierte Leistungen und Angebote entstanden. Wir haben unser Maseven München Messe Dornach am 01. März 2020 eröffnet. Da wir viele neue Technologien nutzen und dazu ein komplett neues Team haben, kam eine Schließung des Hotels nicht in Frage. Wir spüren Stück für Stück, dass die geschäftlichen, aber auch touristischen Buchungen wieder anziehen. Bis wir aber wieder auf Kurs sind, werden noch ein paar Wochen und Monate vergehen.“

Größtenteils wieder geöffnet hat die Atlantic Hotels Gruppe mit den insgesamt 15 Hotels der Marken Atlantic Hotels und Severin*s. Ulrich Ponty, Direktor Verkauf und Marketing, Atlantic Hotels Management GmbH, verzeichnet eine zweigeteilte Situation: „Der Re-Start in unseren Stadthotels ist noch verhalten angelaufen. Die Küstenregion hingegen funktioniert im Vergleich besser und wir haben über das Pfingstwochenende erste gute Erfolge und Ergebnisse erzielen können. Im Atlantic Hotel in Wilhelmshaven etwa war die Nachfrage teilweise sogar höher als die von der Regierung verhängte Auslastungsbeschränkung von maximal 60 Prozent. Selbstverständlich halten wir uns an die politischen Richtlinien, zumal wir der Verantwortung für unsere Gäste und Mitarbeiter Rechnung tragen müssen. Wir sind zwar noch weit weg von der Situation vor Corona, aber wir sind erfreut darüber, dass das Verhältnis zwischen Stornierungen und neuen Buchungen wieder ein freundlicheres Bild zeigt. Die Branche zeigt sich schon mal wieder lebendiger, das freut uns besonders und gibt weiter Hoffnung.“

Kay Plesse, Direktor des Atlantic Grand Hotel Travemünde, berichtet von großem Verständnis der Gäste für alle Auflagen und Regeln: „Zum überwiegenden Teil erleben wir unsere Gäste sehr gut vorbereitet und voller Dankbarkeit, dass sie überhaupt wieder unsere Gäste sein dürfen. Wir verzeichnen eine hohe Anzahl neuer und zusätzlicher Reservierungen seit Bekanntgabe des Eröffnungsdatums 18. Mai 2020. Zusammengefasst, sind wir alle sehr froh, über die Rückkehr unserer Gäste an die Ostseeküste und das Zusammenspiel mit unserem Team, damit alle gesund bleiben. Der Ausblick auf die kommenden vier Monate lässt tatsächlich hoffen, dass wir uns auch von der verlorenen Wirtschaftlichkeit erholen und unsere Teams wieder in der vollen Arbeitszeit beschäftigen können. Wir müssen aber weiter aufmerksam bleiben, denn das Virus ist noch immer da!“

Ein Blick auf das Nachbarland Österreich zeigt eine ähnliche Situation wie in Deutschland. Markus Hann, Regionaldirekter der IPP Hotels, eine private österreichische Hotelgruppe mit acht Hotels sieht positive Tendenzen aber registriert auch das Fehlen internationaler Reisender: „Die Landhotels mit Wellness und Kulinarik sind mit guten Buchungen schön angelaufen und versprechen einen guten Sommer. Ebenso das Businessgeschäft in unserem Budgetsegment beträgt ca. 60 Prozent gegenüber vor Corona, auch hier sind wir zuversichtlich. Schwierig sind momentan städtische Standorte mit internationalem Business und Leisure-Publikum, wie Wien, Linz oder Salzburg. Hier schrammen wir an der Grenze der Wirtschaftlichkeit, dennoch eröffnen wir ab Pfingsten bis Juni schrittweise die Hotels. Schöne Signale sind die verkleinerte Abhaltung der Salzburger Festspiele und die teilweise innereuropäische Reisefreiheit ab Mitte Juni.“


 

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