Die Gewinner der Falstaff WeinTrophy 2019 mit Winzer des Jahres

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Zum neunten Mal verlieh Falstaff Deutschland Preise an herausragende Weinpersönlichkeiten: Für sein Lebenswerk wurde Hanno Zilliken geehrt, Mathieu Kauffmann (Reichsrat von Buhl) ist Winzer des Jahres.

Essens Schlosshotel Hugenpoet hatte sich wie schon in den Jahren zuvor herausgeputzt, um einen Rahmen für die Falstaff WeinTrophy 2019 zu schaffen. Gegen 19 Uhr stieg die Spannung, als Falstaff Herausgeber Wolfgang Rosam die 150 geladenen Gäste begrüßte. Begleitet von Bravo-Rufen brandete Applaus für die Namen der Sieger auf – doch auch die Nominierten, die ohne Auszeichnung blieben, wurden – zu Recht – gefeiert.

Die Publikums-Trophy
Wie in den Vorjahren hatte eine Jury über den Sommelier, den Newcomer und den Winzer des Jahres abgestimmt. Doch auch die Falstaff-Leser hatten das Wort: Sie wählten den 2017er Guntersblumer Gewürztraminer aus dem Keller von Gunther Hiestand (Guntersblum, Rheinhessen) zum Lieblingswein des Jahres.

Als Newcomer des Jahres wurde Moritz Haidle vom Weingut Karl Haidle aus Stetten im Remstal (Württemberg) ausgezeichnet. Den Titel "Sommelier des Jahres nahm Bernd Kreis aus Stuttgart entgegen – und damit ein Kandidat, der der Berufung zum Sommelier heute als Weinhändler nachgeht. Der Titel "Winzer des Jahres" ging in die Pfalz: zu Mathieu Kauffmann, dem aus dem Elsass stammenden Önologen des Weinguts Reichsrat von Buhl, der die deutsche Weinszene seit dem Jahr 2013 mit terroir-affinen Lagenrieslingen und mit einzigartigem Sekt begeistert.

Höhepunkt des Reigens an Auszeichnungen schließlich war die WeinTrophy fürs Lebenswerk: ZDF-Nachrichtenmoderatorin Gundula Gause würdigte Hanno Zilliken aus Saarburg an der Saar als Magier des fruchtigen Saar-Rieslings. Frenetischer Applaus für den Saarburger Winzer, der das Tagesgeschäft inzwischen an seine Tochter Dorothee übergeben hat.

Nominees Dinner
Beim anschließenden "Nominees Dinner" durfte, neben einer Auswahl von feinen Weinen der nominierten Weingüter, freilich auch das passende Wasser nicht fehlen. "Gerolsteiner engagiert sich bereits seit vielen Jahren für die Weinkultur und die Information zum Zusammenspiel von Mineralwasser und Wein. Daher sind wir Mitinitiator der Falstaff Wein Trophy und unterstützen diese Initiative zur Förderung höchster deutscher Weinkultur bereits seit ihren Anfängen", so Markus Macioszek, Marketingleiter der Gerolsteiner Brunnen GmbH & Co. KG.

Die Falstaff-Redaktion nominierte pro Kategorie jeweils drei Kandidaten. Bundesweit wurde eine Experten-Jury eingeladen, in geheimer Wahl jeweils einen Sieger zu ermitteln. Die fachkundigen Juroren sendeten ihre Stimmzettel an einen Notar. Dieser ermittelte aus den Nominierten die Sieger der Trophy:

Newcomer des Jahres
Moritz Haidle, Stetten (Württemberg)

Moritz Haidle nahm einen Umweg, bevor er im elterlichen Weingut durchstartete. »Gezwungenermaßen« musste er zuhause im Weingut anpacken, Haidle aber sprühte lieber Graffitis und träumte davon, als Designer zu arbeiten. Erst als er seinem Vater Hans zuliebe ein Praktikum bei Paul Fürst absolvierte, habe er, Zitat, »die Faszination von Wein verstanden«. Dann ging es Schlag auf Schlag: Nach Stationen in Australien, Kalifornien, in Burgund und bei Thomas Seeger in Baden kam das Studium in Geisenheim. Seit dem Abschluss 2014 trägt Haidle zuhause die volle Verantwortung – und lässt mit kompromisslosen Weinen aufhorchen.

Sommelier des Jahres
Bernd Kreis, Weinhandlung Bernd Kreis, Stuttgart

Bernd Kreis, geboren 1963, gehört zu jener Generation von Sommeliers, die das deutsche Wein- und Gastronomiewunder der neunziger Jahre aus nächster Nähe miterlebt und mitgeprägt haben. Von 1991 bis 2001 wirkte Kreis als Chefsommelier in der Stuttgarter Wielandshöhe, in diese Zeit fällt auch seine Auszeichnung als »meilleur sommelier d'Europe« 1992. 1996 eröffnete Kreis seine eigene Weinhandlung, die er heute mit großem Erfolg an zwei Standorten in Stuttgart führt. Kreis gibt dem Sommelierberuf die weitest mögliche Interpretation: So ist er im Lauf der Jahre immer wieder als Förderer junger Winzertalente in Erscheinung getreten, zudem bewirtschaftet er einen 20 Ar großen Weinberg im Steilhang des Degerlocher Scharrenberg.

Winzer des Jahres
Mathieu Kauffmann, Weingut Reichsrat von Buhl, Deidesheim (Pfalz)

Der gebürtige Elsässer Mathieu Kauffmann war lange Jahre Chef de cave beim legendären Champagnerhaus Bollinger, ehe ihn der Pfälzer Unternehmer Achim Niederberger für das Weingut Reichsrat von Buhl gewinnen konnte. Seit Kauffmanns erstem Jahrgang 2013 sorgen seine Weine und Sekte in der Fachwelt für Gesprächsstoff. Dabei merkt man, wie der nachdenkliche und bescheidene Önologe von Jahr zu Jahr besser Tritt fasst. Erwartete man sich anfangs von ihm vor allem erstklassigen Sekt – so werden seine stillen Rieslinge inzwischen in der Fachwelt ebenso hoch gehandelt.

Lebenswerk
Hanno Zilliken, Saarburg (Saar)

Das historische Weingut des preußischen Forstmeisters Geltz kann auf eine Familientradition bis zum Jahr 1742 zurückblicken. Doch die Zeitläufte machten es der zehnten Generation im Saarburger Weingut nicht leicht, diese Tradition weiterzuführen. Der Betrieb war schon immer für seine naturreinen fruchtigen Rieslinge bekannt gewesen, für Kabinett, Spätlese, Auslese, und für edelsüße Prädikate. Als jedoch während der 1990er Jahre die Mode immer mehr zum trockenen Riesling schwenkte, benötigte Hans-Joachim – genannt »Hanno« – Zilliken einen langen Atem, um diese Baisse zu überstehen. Den Ertrag bester Saarburger und Ockfener Lagen gegen seine Überzeugung trocken auszubauen, war für Zilliken keine Option. Und siehe da: Im Lauf der Nuller-Jahre kehrte die Begeisterung für das einzigartige Spiel fruchtigen Saar-Rieslings zurück. Zilliken hatte die Durststrecke überwunden. Heute zählen seine fabelhaft reifenden Weine aus den vergangenen drei Dekaden zu den gesuchtesten Weinen des Sammlermarktes.

Über den Falstaff Verlag
Genuss, Wein, Essen und Reisen: Falstaff ist DAS High-End Magazin für kulinarischen Lifestyle und Marktführer im deutschsprachigen Raum. Mit individuellen Länderausgaben für Deutschland, Österreich und die Schweiz, renommierten Wein-, Bar- und Restaurant-Guides sowie einem breit gefächerten Digital-Angebot bietet Falstaff hochwertigen Content rund um Wein- und Gourmet-Themen. In Deutschland erscheint Falstaff mit einer IVW-geprüften Auflage von mehr als 68.000 Exemplaren, die Website www.falstaff.de erzielt monatlich rund 186.000 Visits und mehr als 570.000 Page Impressions.


 

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