Die 500 besten Weingüter Deutschlands

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Die deutschen Winzer standen im Jahr 2024 aufgrund eines sehr warmen Frühlings, eines katastrophalen Spätfrosts und intensiver Regenfälle vor außergewöhnlichen Herausforderungen. Trotz dieser Widrigkeiten präsentieren sich die Weine des aktuellen Jahrgangs überraschend kraftvoll, extraktreich und aromatisch. Sie zeigen, was kühle Weinregionen Besonderes leisten können.

Die Zeitschrift Der Feinschmecker stellt die 500 besten Weingüter Deutschlands in ihrem jährlich erscheinenden Wein Guide vor. Für die Ausgabe 2026 verkosteten dreizehn Juroren über eine Woche lang die rund 4000 von den Betrieben eingereichten Weine. Der Guide erscheint zusammen mit der Feinschmecker-Ausgabe 1/2026 und bietet Beschreibungen, Bewertungen und Weintipps für verschiedene Preisklassen.

Jahrgang 2024: Charakterstark trotz Widrigkeiten

Die Jury hob die Qualität der Weine hervor, die unter schwierigen Bedingungen entstanden sind. Gabriele Heins, Chefredakteurin von Der Feinschmecker, erklärte die Eindrücke der Verkostung: "Besonders die Burgundersorten glänzen dieses Jahr mit intensiver Aromatik, während die Rieslinge eine ausgewogene Balance aus Frucht, Säure und mineralischem Rückgrat zeigen." Sie ergänzte, dass der Riesling auch als Sekt in diesem Jahrgang eine sehr gute Figur mache, wobei hochwertige deutsche Schaumweine inzwischen aus nahezu allen deutschen Weinregionen stammten. Die Chefredakteurin fasste zusammen: "Was zunächst nach einem schwierigen Jahr aussah, entpuppt sich im Glas als beeindruckende Kollektion charakterstarker, aromatisch klarer Gewächse."

Auszeichnungen und besondere Leistungen

Die Top-Auszeichnungen des Feinschmecker Wein Guide 2026 gehen an folgende Betriebe:

Winzer des Jahres: Sebastian Fürst aus Franken. Die Jury begründete die Wahl damit, dass kaum irgendwo sonst im Land so konstant so gute Spätburgunder erzeugt würden. Sie hob hervor, wie feinfühlig und souverän Fürst das Erbe seines Vaters Paul in die Zukunft führe, auch mit Blick auf naturschonenden Wein. Die Jahrgänge 2023 und 2022 wurden als große Weine bezeichnet, "die im Werden begriffen sind."

Entdeckung des Jahres: Der 32-jährige Hans-Christoph Stolleis aus der Pfalz. Er überzeugte die Jury mit einer starken, stimmigen Kollektion. Die Expertenmeinung lautete: "Vom Easy-Drinking-Riesling bis zum pointierten Lagen-Charakter ist jeder der biozertifizierten Weine auf den Punkt."

Kollektion des Jahres: Die Weingüter Geheimrat J. Wegeler aus dem Rheingau. Ihre ausschließlich aus Riesling bestehende Kollektion beeindruckte die Juroren mit stilistischer Klarheit, handwerklicher Präzision und Klasse.

Aufsteiger des Jahres und Markttrends

Die Aufsteiger des Jahres verteilen sich über mehrere Regionen und zeigen die Dynamik des deutschen Weinbaus:

  1. Weingut Eva Fricke, Rheingau
  2. Griesel & Compagnie, Hessische Bergstraße
  3. Weingut Toni Jost, Mittelrhein
  4. Weingut Joh. Bapt. Schäfer, Nahe
  5. Weingut Schwedhelm, Pfalz
  6. Weingut Gröhl, Rheinhessen
  7. Weinbau Meyer, Franken
  8. Weingut Leon Gold, Württemberg
  9. Weingut Carlo Schmitt, Mosel
  10. Weingut Andreas Dilger, Baden

Zum Thema alkoholfreie Weine hielt die Jury fest, dass diese trotz offizieller Berichte ein Nischenthema zu bleiben scheinen. Hohe Produktionskosten, hohe Zuckerwerte und oft eine wenig überzeugende Aromatik bremsten die Nachfrage, weshalb sie in den Verkostungen der Jury kaum vertreten waren. Positiv entwickelt sich demgegenüber der Erlebnisfaktor in der Branche: Kreative Formate wie Yoga und Konzerte im Weinberg oder Weinhotel-Angebote machen Wein für Gäste erlebbarer denn je.

Die Jury für den Wein Guide 2026 setzte sich zusammen aus: Kristine Bäder, Ina Finn, Gabriele Heins, Miguel Montfort, Carine Patricio, Dr. Jens Priewe, Christoph Raffelt, Nicole Retter, Sebastian Russold, Ingo Swoboda, Levent Tarhan, Kersten Wetenkamp und Maximilian Wilm.


 

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