Forschungsprojekt: Fleischersatz aus Gemüse- und Saft-Reststoffen

| Industrie Industrie

Reste aus der regionalen Lebensmittel- und Getränkeherstellung könnten Forschern zufolge künftig nach aufwendiger Verarbeitung zum Fleischersatz werden. Etwa aus Möhren-, Zwiebel-, Apfel- oder Traubenresten lasse sich mit einem im Labor erfolgreich erprobten Verfahren eine vitaminreiche Proteinmasse herstellen. Das sagte der Leiter des Forschungsprojekts an der Hochschule Hamm-Lippstadt, Thomas Kirner, der Deutschen Presse-Agentur. Diese Masse könne zu Fleisch- und Wurstalternativen weiterverarbeitet oder auch Bestandteil von Proteinriegeln oder Müslis werden. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) fördert das Vorhaben mit rund 425 000 Euro.

Inzwischen ernähren sich laut DBU rund sechs Prozent der Menschen vegan oder vegetarisch - Tendenz steigend. In Deutschland sei ein neues, kritisches Bewusstsein für den Konsum tierischer Produkte zu beobachten. Viele der immer stärker nachgefragten Fleischersatzprodukte seien aber aus Soja hergestellt, für dessen Anbau nicht selten Regenwald gerodet werde. Zahlreiche Menschen reagierten zudem allergisch auf Soja. Positiv am Vorhaben in Hamm sei es auch, dass Reststoffe nutzbar gemacht werden, die noch dazu in der Region anfallen - also ohne lange Transportwege verfügbar seien.

Projektleiter Kirner betonte, es handele sich bei den verwerteten Resten um Wertstoffe in einwandfreiem Zustand. «Die Substrate unterliegen selbstverständlich einer Qualitätskontrolle.» Das nun abgeschlossene Testverfahren im Labor habe eine Siegener Firma - Quh-Lab Lebensmittelsicherheit - entwickelt. Weiterer Kooperationspartner sei ein Beratungsunternehmen im Bereich Lebensmittel-Technologie (Oltmer Food Consulting). Nun gehe es darum, die getestete Methode in den Produktionsmaßstab umzusetzen, erläuterte der Experte für Chemie und Bio-Mikrostrukturtechnik.

Wie funktioniert das Verfahren? Pilze und Bakterien - etwa Milchsäurebakterien - werden eingesetzt. Mit ultraviolettem Licht lasse sich eine in den Pilzen enthaltene natürliche Substanz zu Vitamin D2 umwandeln, schilderte Kirner. Mikroorganismen reicherten das Produkt mit B12 an. Das sei zentral, weil die Versorgung mit lebenswichtigen Vitaminen auch bei einer rein pflanzlichen Ernährung sichergestellt sein müsse. Nun werde ein Bioreaktor gebaut - also ein Hightech-Gerät, in dem Bestandteile unter Optimalbedingungen kultiviert werden.

Er sehe für die angestrebte Vitamin-Proteinmasse einen gewaltigen Markt, sagte Kirner. Wann genau und in welcher Produktform die Angebote in die Ladenregale kommen, sei aber noch ungewiss. (dpa)


Zurück

Vielleicht auch interessant

Die französische Le Duff Group übernimmt die spanische Panamar Bakery Group. Laut Unternehmensangaben ist es die bislang größte Akquisition des Konzerns und Teil einer internationalen Expansionsstrategie. Die Le Duff Group verfolgt eigenen Angaben zufolge mit ihren verschiedenen Geschäftsbereichen ein Umsatzziel von 3,5 Milliarden Euro.

Pressemitteilung

Rentokil ist jetzt Premium-Branchenpartner des DEHOGA Bayern. Der Verband holt sich damit einen Spezialisten mit tiefem Verständnis für die hygienischen, rechtlichen und operativen Anforderungen von Gastronomie und Hotellerie an seine Seite. Die Kooperation ist auf drei Jahre angelegt und soll Mitgliedsbetrieben zusätzliche Sicherheit und fachliche Unterstützung im Schädlingsmanagement bieten.

Der Spargelanbau in Deutschland ist laut Statistischem Bundesamt rückläufig. Erntemenge, Anbaufläche und Zahl der Betriebe sind in den vergangenen zehn Jahren gesunken, während die Importe leicht gestiegen sind.

Unilever bestätigt Gespräche mit McCormick über ein mögliches Geschäft mit der Lebensmittelsparte. Zuvor hatte Bloomberg über Überlegungen zu einer Abspaltung des Bereichs berichtet.

NGG und Deutsche See haben sich nach Streiks und Verhandlungen auf einen neuen Tarifvertrag geeinigt. Für rund 1.800 Beschäftigte bedeutet dies ein durchschnittliches Lohnplus von 5 Prozent.

Die ProWein in Düsseldorf hat 2026 weniger Besucher und Aussteller gezählt als im Vorjahr. Die Messe Düsseldorf verweist zugleich auf eine strategische Neuausrichtung und neue Formate der Veranstaltung.

Die Internorga 2026 in Hamburg zog über 1.200 Aussteller und rund 85.000 Besucher an. Mit neuen Schwerpunkten in den Bereichen Robotik, Nachhaltigkeit und Wein setzte die Fachmesse auf eine inhaltliche Erweiterung ihrer Ausstellungsflächen.

Pressemitteilung

Die zweite Ausgabe der 370GRAD hat ihre Positionierung als Plattform für Entscheider aus Hotellerie, Gastronomie und Catering bestätigt. Vom 13. bis 16. März 2026 traf sich die Branche im Empire Riverside Hotel in Hamburg zu vier Tagen voller Inspiration, persönlichem Austausch und neuen Partnerschaften.

Deutsche Winzer sind unter Druck. Das Gläschen am Abend ist bei vielen Konsumenten keine Selbstverständlichkeit mehr, der Absatz sinkt - und dann kommt noch Donald Trump mit hohen Zöllen um die Ecke.

Die neue Kalk&Kegel-Liste 2026 benennt 104 deutsche Weingüter als zukunftsweisend für die Branche. Gewählt von führenden Sommeliers, stehen handwerkliche Präzision und ökologische Bewirtschaftung im Fokus der Auswahl.