ProWein meldet weniger Besucher und Aussteller – Messe verweist auf Neuausrichtung

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Die ProWein in Düsseldorf hat 2026 weniger Besucher und Aussteller verzeichnet. Wie die Messe Düsseldorf mitteilte, präsentierten sich vom 15. bis 17. März 3.400 Aussteller aus 63 Nationen. Die Zahl der Fachbesucher lag nach Angaben des Unternehmens bei 31.000 aus 105 Ländern. Im vergangenen Jahr waren noch rund 42.000 Besucher und 4.200 Aussteller gezählt worden waren.

Damit setzt sich der Rückgang bei der Düsseldorfer Weinmesse fort. Zudem steht die ProWein im Wettbewerb mit der Veranstaltung Wine Paris, die im Februar laut Veranstalter rund 64.000 Besucher und 6.500 Aussteller verzeichnete. Noch vor zwei Jahren galt die ProWein als größte Weinmesse der Welt.

Messe Düsseldorf verweist auf strategische Weiterentwicklung

Die Messe Düsseldorf stellt die diesjährige Veranstaltung in den Zusammenhang einer strategischen Neuausrichtung. Nach Angaben des Unternehmens soll die ProWein künftig stärker auf Handelsrelevanz, Entscheidungsprozesse und Geschäftsanbahnung ausgerichtet werden. Ein besonderer Fokus habe auf Einkäufern aus Deutschland, Belgien, den Niederlanden, Skandinavien und den USA gelegen. Unterstützt worden sei dies durch ein neu strukturiertes Hosted-Buyer-Programm.

Nach Angaben der Messe wurden vor und während der Veranstaltung über die ProWein-App mit dem integrierten System „Fair Match“ 72.488 qualifizierte Geschäftskontakte zwischen Ausstellern und Fachbesuchern initiiert.

Marius Berlemann, Geschäftsführer der Messe Düsseldorf, erklärte laut Mitteilung: „Mit der Entwicklung der ProWein in den vergangenen Jahren können wir uns nicht zufrieden geben – unser Anspruch ist es, die Messe konsequent weiterzuentwickeln. Deshalb schärfen wir die ProWein klar in Richtung Handelsrelevanz und Entscheidungsdichte. Mit Frank Schindler haben wir seit Oktober 2025 einen Director an Bord, der die Branche kennt und diesen Weg mit klarem Fokus vorantreibt.“

DWI zieht positives Fazit

Das Deutsche Weininstitut (DWI), das nach eigenen Angaben in die Organisation der ProWein eingebunden war, bewertete den Messeverlauf trotz der gesunkenen Teilnehmerzahlen positiv. Geschäftsführerin Melanie Broyé-Engelkes erklärte laut Mitteilung, das Interesse der Besucher an Weinen aus deutschen Anbaugebieten sei groß gewesen. „Gefragt waren vor allem die frisch-fruchtigen Weiß- und Roséweine, die weltweit im Trend liegen.“

Weiter teilte das DWI mit, die deutschen Aussteller seien mit dem Messeverlauf zufrieden gewesen. Broyé-Engelkes erklärte dazu: „Die internationale Weinwelt war in Düsseldorf vertreten.“

Neue Formate und organisatorische Maßnahmen

Die Messe Düsseldorf verweist in ihrer Mitteilung auf mehrere Formate, mit denen die Veranstaltung weiterentwickelt werden solle. Genannt werden die „ProWein Agora“ für Marktanalysen und Diskussionen, „Sparkling Visions“ für das Schaumweinsegment, „ProWein Zero“ für alkoholfreie und alkoholreduzierte Produkte sowie der ausgeweitete Spirituosenbereich „ProSpirits“. Dort präsentierten sich nach Angaben des Unternehmens rund 500 Aussteller aus 50 Ländern in zwei Hallen.

Am letzten Messetag reagierte die Messe laut Mitteilung auf einen Streik im Nahverkehr mit einem Shuttle-Service aus 30 Bussen, die Besucher und Aussteller zur Messe sowie anschließend zum Flughafen und Hauptbahnhof gebracht hätten.

Die nächsten Schritte des mehrjährigen Entwicklungsprozesses will die Messe Düsseldorf nach eigenen Angaben Ende Mai vorstellen. Die nächste ProWein in Düsseldorf ist vom 7. bis 9. März 2027 geplant. Im April sollen zudem die Veranstaltungen ProWine Tokyo und ProWine Singapore folgen.


 

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