Hoffnungsvoller Beginn der Hauptweinlese

| Industrie Industrie

Wie das Deutsche Weininstitut (DWI) erläutert, hat der sonnige September nach dem kühlen und regnerischen Sommer der Traubenreife extrem gutgetan. Die Mostgewichte legten in den letzten zwei Wochen etwa bei den Burgundersorten um bis 17 Grad Oechsle und beim Riesling je nach Region bis zu 21 Grad Oechsle zu. Bei den amtlichen Reifemessungen bewegen sich nahezu alle Sorten im Mittel bereits auf dem Qualitätsweinniveau.

Frisch-fruchtige Weine bei trockener Witterung

Entsprechend vorsichtig optimistisch schauen die Weinerzeuger auf die entscheidenden nächsten Wochen. Wenn die Witterung weiterhin möglichst trocken bleibt und idealerweise in einen goldenen Oktober übergeht, steht einem tollen Jahrgang mit frisch-fruchtigen Weinen nichts im Wege. Trockenes Wetter wäre insbesondere für die später reifende Rebsorte Riesling wichtig, die erst Ende September ihre Lesereife erreichen wird.

Aktuell bieten animierende Fruchtsäuregehalte in den Beeren bereits beste Voraussetzungen für erstklassige Sekt­grundweine.

Gesundheitszustand regional sehr unterschiedlich

Auch wenn die problemlos verlaufene Rebenblüte in diesem Jahr zu einem insgesamt guten Fruchtansatz geführt hat, ist die Ertragssituation in den Weinbergen aufgrund des äußerst heterogenen Gesundheitszustands der Reben regional sehr unterschiedlich. Dementsprechend wird in vielen Fällen auch eine selektive Lese nötig sein.

In Teilen von Baden und Württemberg haben zudem Spätfröste die zu erwartenden Erträge reduziert und in Saale-Unstrut schädigten starke Winterfröste im Februar einen erheblichen Teil der Reben.

Sehr gute Qualitäten an der Ahr

An der Ahr fielen rund zehn Prozent der Rebfläche den Fluten zum Opfer. Die verschonten Weinberge stehen dafür jedoch auch dank der kollegialen Hilfe aus anderen Anbaugebieten gut da. Aktuell werden bereits die ersten Frühburgundertrauben gelesen und der vor Ort dominierende Spätburgunder kann in etwa zwei Wochen eingebracht werden. Aus qualitativer Sicht erwarten die Ahrweinerzeuger trotz aller Schwierigkeiten einen sehr guten Jahrgang, der vollständig im Anbaugebiet verarbeitet werden kann.

Leicht unterdurchschnittliche Erntemenge

Bundesweit gehen erste vorsichtige Ertragsschätzungen von einer Erntemenge aus, die sich etwas unter dem Niveau des zehnjährigen Mittels von rund neun Millionen Hektolitern bewegt. Eine genauere Prognose wird erst in einigen Wochen möglich sein, wenn die Lese weiter fortgeschritten ist.


Zurück

Vielleicht auch interessant

Pflanzliche Alternativen: Die Milch bekommt Konkurrenz

Die Milch bekommt Konkurrenz. Drinks aus Hafer beispielsweise haben kräftig an Beliebtheit gewonnen. Bei den hohen Zuwachsraten steigen immer mehr Unternehmen in das Geschäft ein. Die Milchwirtschaft will zugleich das Image der Milch aufpolieren.

Mehlwürmer erhalten EU-Zulassung als Lebensmittel

Erstmals hat ein Insekt in der Europäischen Union die Zulassung als Lebensmittel erhalten. Die EU-Länder stimmten am Dienstag einem Vorschlag der Europäischen Kommission zu, wonach der Verzehr von getrockneten gelben Mehlwürmern künftig erlaubt sein soll.

Gastro-Lockdowns sorgen bei Metro für rote Zahlen

Die coronabedingten Lockdowns in vielen Ländern haben den Großhandelskonzern Metro von Januar bis März in die roten Zahlen gezogen. Unter dem Strich stand ein Minus von 131 Millionen Euro nach einem Verlust von 87 Millionen ein Jahr zuvor, wie das mitteilte.

Autovermieter Sixt mit Quartalsverlust

Der Autovermieter Sixt hat im ersten Quartal weiter unter den Beschränkungen in der Corona-Pandemie gelitten. Der operative Konzernumsatz fiel im Jahresvergleich um knapp ein Drittel auf 328 Millionen Euro.

Starker Euro belastet Unilever

Der starke Euro hat den Umsatz des britischen Konsumgüterkonzerns Unilever im ersten Quartal belastet. Die Erlöse sanken um 0,9 Prozent. Ohne Wechselkurseffekte sowie Zu- und Verkäufe erzielte das Unternehmen jedoch ein Wachstum von 5,7 Prozent

Henkell Freixenet setzt auf steigenden Umsatz nach Corona-Lockerung

Die Sektkellerei Henkell Freixenet setzt nach dem Ende der strikten Corona-Regeln für die Gastronomie und den Tourismus auf eine neue Lust an Schaumwein. Für 2021 rechnet das Unternehmen mit einem leichten Plus bei Umsatz und Ergebnis.

Partner mit Top-Angeboten für Hoteliers und Gastronomen gesucht

Auf der neuen Plattform „Tageskarte Deals“ präsentieren Zulieferer und Industriepartner Hoteliers und Gastronomen ab sofort attraktive Angebote zum hoffentlich baldigen Re-Start. Winterhalter, Dr. Oetker, Lightspeed und viele andere sind bereits dabei…

NGG erklärt Verhandlungen in Fleischindustrie vorerst für beendet

Für Freitag hatte die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten vor zwei Tönnies-Werken zu Protesten für höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen aufgerufen. Die Beteiligung blieb eher verhalten.

Alkoholfreies Bier lässt Brauer in der Krise hoffen

Geschlossene Kneipen, verdorbenes Fassbier: Die Brauwirtschaft leidet weiter schwer in der Corona-Pandemie. Zum Tag des Bieres feiert die Branche daher ein ehemaliges Nischenprodukt als Hoffnungsträger.

Frittenland Belgien: Kartoffelindustrie in der Krise

«Esst zweimal statt einmal pro Woche Fritten»: Diese Bitte traf die pommesverliebten Belgier zu Beginn der Corona-Pandemie ins Mark. Schließlich war die wichtige Kartoffelindustrie schwer von der Krise gebeutelt. Braucht es ein Jahr danach einen neuen Aufruf?