Lebensmittel-Hersteller warnen vor leeren Supermarktregalen

| Industrie Industrie

Die Lebensmittelwirtschaft hat angesichts der Energiekrise vor weitreichenden Lieferengpässen gewarnt. Sollte es keine unmittelbare Entlastung von den hohen Energiekosten geben, müsse man davon ausgehen, «dass da jetzt nicht ein Teil von Lebensmitteln fehlen wird, sondern das wird ein richtiger Kahlschlag, der komplett durch die Regale gehen wird», sagte Vehid Alemic, Hauptgeschäftsführer des Verbands der Ernährungswirtschaft (VdEW) in Niedersachsen, Bremen und Sachsen-Anhalt, am Freitag in Hannover.

«Die Unternehmen müssen im Vergleich zum Vorjahr teilweise mehr als das Fünfzehnfache an Energiekosten zahlen. Das sind teilweise Millionenbeträge», sagte Alemic. «Bleiben die Preise so, bedeutet das für Tausende Betriebe in Deutschland das Aus.» Alemic berief sich auf eine Umfrage des VdEW unter rund 300 Mitgliedsbetrieben.

Zur Rettung der Unternehmen forderte der Verband allem voran einen sofortigen Preisdeckel für Strom und Gas. Die vom Bund in Aussicht gestellte Unterstützung kleiner und mittlerer Unternehmen bei den Energiekosten sei wichtig, werde aber nur ausreichen, wenn «ein signifikanter Teil der Mehrkosten» übernommen werde.

Auch die Unternehmerverbände Niedersachsen (UVN) schlagen Alarm: Viele Unternehmen erhielten keine Angebote mehr von ihren Strom- und Gasversorgern - und wenn doch, dann zu zehn- bis fünfzehnfachen Preisen im Vergleich zum Vorjahr. Die Arbeitgeber forderten daher eine Reduzierung der Steuern und Umlagen auf Strom und Gas sowie eine Entkopplung des EU-Strommarkts vom Gasmarkt. Die jetzige Krise sei «kritischer als die Corona-Pandemie», hieß es von den UVN. (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Pressemitteilung

Die Fachmesse für Wein am 28. Februar und 1. März 2027 in der Messe Karlsruhe wirft ihre Schatten voraus: Interessierte haben noch bis 31. Juli 2026 die Gelegenheit, bei ihrer Anmeldung als Ausstellende von Frühbucher-Konditionen zu profitieren. Zudem sind ab sofort die EUROVINO Classrooms als neues Programmformat der EUROVINO 2027 buchbar genauso wie das EUROVINO Discover Programm. 

Der Ausstellungs- und Messe-Ausschuss hat seine Jahrespublikation veröffentlicht. Der Dachverband der deutschen Messewirtschaft bilanziert darin, welche Entwicklungen die Branche aktuell prägen und welche Herausforderungen und Chancen die Zukunft bestimmen.

Der ehemalige BrewDog-Mitgründer James Watt strebt einen Rückkauf des Unternehmens von Tilray Brands an, stößt jedoch auf deutliche Ablehnung beim aktuellen Eigentümer.

Wie jeden Sommer steht der Italo-Drink mit seinem leuchtenden Orange wieder überall auf den Tischen. Allerdings ist in den Gläsern nicht immer das Original. Jetzt geht der Mutterkonzern dagegen vor.

Handarbeit statt Maschinen: Für Frankens Steillagen-Winzer gibt’s bald mehr Geld. Doch reicht das, wenn immer mehr Betriebe aufgeben und der Markt schrumpft?

Nach der gescheiterten Rettung will die insolvente Brauerei Eichbaum die noch vorhandenen Aufträge bis Ende September abwickeln. Der Betrieb solle mit einem kleinen Abwicklungsteam geordnet auslaufen, heißt es in einer Mitteilung des Mannheimer Unternehmens. 

Das Deutsche Weininstitut registriert einen anhaltenden Trend zu trockenen Weinen. Gleichzeitig nimmt der Anteil von Rotweinen weiter ab, während die Menge der qualitätsgeprüften Weine im Jahr 2025 zurückging.

Die Brauwirtschaft gerät tiefer in die Krise: Der Bierkonsum in Deutschland geht 2026 weiter zurück. Das hat Auswirkungen auf das Sortiment im Handel und die Preise. Insolvenzen, Schließungen und Verkäufe von Brauereien werden an immer mehr Standorten ein Thema. 

Anzeige

Steigende Energiepreise, anhaltender Kostendruck und höhere Anforderungen an Nachhaltigkeit verändern die Rahmenbedingungen für Gastronomie, Hotellerie und Lebensmittelhandel. Gleichzeitig rücken technische Bereiche stärker in den Fokus, die lange Zeit vor allem als notwendige Infrastruktur betrachtet wurden. Dazu gehört die gewerbliche Kühltechnik.

Alkoholfreies Bier hat in Deutschland weitere Marktanteile gewonnen. Die größeren Brauereien produzierten 2025 rund 616 Millionen Liter, wie das Statistische Bundesamt berichtet. Das waren 6,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.