Liköre festigen Spitzenposition im deutschen Spirituosenmarkt

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Der deutsche Spirituosenmarkt verzeichnete im Jahr 2025 zwar eine leicht rückläufige Gesamttendenz, dennoch konnten Liköre ihre Position als absatzstärkstes Segment erfolgreich verteidigen. Mit einem Marktanteil von rund 28 Prozent rangiert die Warengruppe deutlich vor Wodka mit 16 Prozent sowie Korn und anderen klaren Spirituosen mit 15 Prozent. Diese Zahlen gehen aus aktuellen Daten hervor, die der Bundesverband der Deutschen Spirituosen-Industrie und -Importeure e. V. (BSI) veröffentlicht hat.

Konsumgewohnheiten und Markttreiber

Die Dominanz der Liköre stützt sich maßgeblich auf eine fortschreitende Premiumisierung und eine hohe Innovationskraft der Hersteller. Laut einer Studie der NielsenIQ (Germany) GmbH im Auftrag des BSI konsumieren rund 68 Prozent der Verwender Liköre eher selten bis gelegentlich, was etwa ein- bis dreimal pro Monat entspricht. Dabei steht weniger die Menge als vielmehr die Qualität im Fokus. Der Genuss findet vorwiegend am Wochenende und in Gesellschaft statt, wobei Aspekte wie Geselligkeit, besondere Anlässe und der Geschmackssinn im Vordergrund stehen.

Die Warengruppe profitiert zudem von einem stabilen In-Home-Konsum und der wachsenden Beliebtheit als Basis für Mixgetränke. Während Kräuter- und Halbbitterliköre weiterhin die Basis des Marktes bilden, kommen Wachstumsimpulse verstärkt von Frucht- und Aperitiflikören sowie modernen Geschmacksrichtungen, den sogenannten Fun-Flavours. Letztere sprechen insbesondere jüngere erwachsene Zielgruppen an.

Trends: Weniger Zucker und regionaler Bezug

Ein zentraler Trend innerhalb des Segments ist die Veränderung der Geschmacksprofile. Die Nachfrage nach Produkten mit reduziertem Zuckergehalt, natürlichen Inhaltsstoffen und einem ausgeprägten Kräutercharakter nimmt zu. Viele Konsumenten bevorzugen zudem regionale Spezialitäten und Manufakturprodukte, bei denen Herkunft und Authentizität eine wesentliche Rolle spielen.

Parallel dazu treibt der Wunsch nach bewussterem Genuss den Low-Alcohol-Trend voran. Liköre mit geringerem Alkoholgehalt werden verstärkt als Longdrinks oder in Spritz-Varianten positioniert. Hierbei verzeichnen insbesondere italienisch inspirierte Zitruskonzepte sowie regionale Alternativen auf Wein- oder Verjus-Basis steigende Absätze.

Rechtliche Definition von Likören

Die Bezeichnung Likör unterliegt in Deutschland und der Europäischen Union strengen rechtlichen Vorgaben gemäß der EU-Spirituosenverordnung 2019/787. Damit ein Erzeugnis als Likör deklariert werden darf, muss es einen Mindestalkoholgehalt von 15 Prozent aufweisen, wobei Eierlikör mit einer Untergrenze von 14 Prozent eine Ausnahme darstellt. Zudem ist ein Mindestzuckergehalt von 100 Gramm Invertzucker pro Liter vorgeschrieben, wobei für bestimmte Kategorien wie Kräuter- oder Kirschliköre abweichende Werte gelten. Die Herstellung erfolgt durch die Aromatisierung von Ethylalkohol landwirtschaftlichen Ursprungs oder Destillaten unter Verwendung von Zucker, Honig oder ähnlichen Süßungsmitteln.

Ausblick auf das Jahr 2026

Für das kommende Jahr wird eine Fortsetzung der aktuellen Marktentwicklung erwartet. Die Branchenexpertin und BSI-Geschäftsführerin Angelika Wiesgen-Pick prognostiziert für 2026 keine grundlegenden Marktverschiebungen. „Der Likörmarkt in Deutschland bleibt ein attraktives Spielfeld für etablierte Marken ebenso wie für neue Anbieter. Innovationskraft und die Fähigkeit, sich an veränderte, gesundheitsbewusste Konsumgewohnheiten anzupassen, machen Liköre zu einem zukunftsfähigen Segment der Spirituosenbranche“, erklärt Wiesgen-Pick. Besonders das Segment der Aperitifs dürfte durch die anhaltende Beliebtheit mediterraner Konsummuster weiter an Bedeutung gewinnen.


 

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