Neue Qualitätseinteilung für deutsche Weine

| Industrie Industrie

Mit dem Jahrgang 2026 ist in Deutschland eine neue Qualitätspyramide Pflicht. «Die neue Qualitätseinteilung wurde bereits im Jahr 2021 im Rahmen einer Weinrechtsänderung beschlossen, bis zum 2025er-Jahrgang galt jedoch noch eine Übergangsfrist», sagt der Sprecher des Deutschen Weininstituts (DWI), Ernst Büscher. Was sich jetzt ändert: 

Was g.g.A. und g.U. bedeutet 

Die neue Qualitätspyramide basiert auf dem gleichen Prinzip wie in romanischen Ländern. Für die Qualität ist die Herkunft der Trauben entscheidend. «Dabei gilt der Grundsatz: Je enger die Herkunft, desto höher die zu erwartende Qualität», erläutert Büscher. 

Die Herkunft bezieht sich einmal auf die 26 gesetzlich definierten Landweingebiete. Sie gelten als «Region mit geschützten geografischen Angaben» (g.g.A.). 

Zum anderen geht es um die Qualitätswein-Anbaugebiete. Sie haben den qualitativ höheren Status g.U. für «geschützte Ursprungsbezeichnung». Sie müssen zu 100 Prozent aus einem der 13 deutschen Weinanbaugebiete kommen. 

Vierstufige Pyramide 

Innerhalb der g.U.-Weine gibt es eine vierstufige Pyramide. Auch dabei geht es um die Herkunft. 

  • Die Basis bilden Weine, deren Trauben aus dem gesamten Anbaugebiet stammen können.
  • Auf der nächsten Stufe stehen die «Regionenweine», etwa aus einem definierten Bereich eines Anbaugebiets wie dem Kaiserstuhl oder aus einer früheren Großlage.
  • Stufe drei umfasst die sogenannten Ortsweine, deren Trauben nur noch aus einer einzigen Gemeinde oder einem Ortsteil stammen dürfen.
  • An der Spitze stehen die Lagenweine. «Sie bringen die bodenspezifischen und mikroklimatischen Besonderheiten der jeweiligen Einzellage in besonderer Weise zum Ausdruck», sagt Büscher.

Spitzenweine 

Um die Spitze deutscher Weine zu stärken, wird es auch die Möglichkeit geben, die Begriffe «Großes Gewächs» und «Erstes Gewächs» zu verwenden. Sie waren bisher weitestgehend den Mitgliedsbetrieben des Verbands der Prädikatsweingüter (VDP) vorbehalten. Die Kriterien dafür werden aber noch erarbeitet - vom VDP und dem Deutschen Weinbauverband. 

Prädikatsweine bleiben 

Prädikate wie Kabinett, Spätlese oder Auslese bleiben bestehen, werden aber in die Herkunftspyramide integriert. Damit kann es auf den verschiedenen Ebenen sowohl einen trockenen Tropfen als auch eine süße Auslese geben. 

«Die bisherige alleinige Qualitätseinteilung nach Prädikatsstufen, die auf den Zuckergehalten in den Trauben basiert, stammt aus der Zeit vor dem Klimawandel», erläuterte Büscher. Die Mostgewichte in der Qualität von Spätlese und Auslese seien jedoch inzwischen Normalität. Für die trockenen Weine, die mehr als die Hälfte aller qualitätsgeprüften Weine ausmachten, sei die Prädikatspyramide nicht so gut geeignet. (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Pressemitteilung

Die zweite Ausgabe der 370GRAD hat ihre Positionierung als Plattform für Entscheider aus Hotellerie, Gastronomie und Catering bestätigt. Vom 13. bis 16. März 2026 traf sich die Branche im Empire Riverside Hotel in Hamburg zu vier Tagen voller Inspiration, persönlichem Austausch und neuen Partnerschaften.

Deutsche Winzer sind unter Druck. Das Gläschen am Abend ist bei vielen Konsumenten keine Selbstverständlichkeit mehr, der Absatz sinkt - und dann kommt noch Donald Trump mit hohen Zöllen um die Ecke.

Die neue Kalk&Kegel-Liste 2026 benennt 104 deutsche Weingüter als zukunftsweisend für die Branche. Gewählt von führenden Sommeliers, stehen handwerkliche Präzision und ökologische Bewirtschaftung im Fokus der Auswahl.

Alkoholfreier Wein kommt bei immer mehr Verbraucherinnen und Verbrauchern in Deutschland gut an. Wie das Deutsche Weininstitut (DWI) zum Auftakt der Weinmesse ProWein in Düsseldorf mitteilte, zogen der Absatz und Umsatz mit dieser Weinart im vergangenen Jahr um 25 Prozent an.

Heute startet in Hamburg die Branchenveranstaltung 370Grad. Vier Tage lang treffen sich Entscheider aus Hotellerie, Gastronomie und Catering im Empire Riverside Hotel zum Austausch über Konzepte, Produkte und Entwicklungen der Branche.

Die INTERNORGA 2026 setzt in Hamburg auf ein erweitertes Rahmenprogramm mit Kongressen, Wettbewerben, neuen Themenbereichen und Netzwerkformaten für Hotellerie, Gastronomie und Foodservice.

Lukull steht schon immer für weit mehr als seinen beliebten Klassiker, die Sauce Hollandaise. Nun wird die Range des Marktführers um zwei neue, vegetarische Saucen erweitert, die den Küchenalltag erleichtern. Die milde Champignon Sauce und die kräftige, glutenfreie Rotwein Sauce.

Extremer Regen löst im wichtigsten Kaffee-Anbauland Brasilien Erdrutsche mit verheerenden Folgen aus. Das wird auch hier an der Kaffeemaschine spürbar. Deutschland ist mittlerweile der größte Abnehmer brasilianischen Kaffees.

Die Münchener Kaffeekette Coffee Fellows steigt in den Markt für trinkfertige Dosengetränke ein. Ab April sind sechs Kaffee- und Matcha-Sorten im Handel und in den Filialen erhältlich.

Pressemitteilung

Am 1. und 2. März wurde die Messe Karlsruhe erneut zum Treffpunkt für die nationale und internationale Weinbranche: Zur dritten Ausgabe der EUROVINO kamen über 500 Ausstellende sowie Fachpublikum aus Handel, Gastronomie und Hotellerie nach Karlsruhe. In konzentrierter wie persönlicher Atmosphäre entstanden interessierte Gespräche, neue Geschäftskontakte sowie die Möglichkeit, Partnerschaften zu intensivieren.