Paderborner Brauerei wartet auf Entscheidung über ihre Zukunft

| Industrie Industrie

Für die rund 113 Beschäftigten der Paderborner Brauerei könnte am Donnerstag eine Entscheidung über die Zukunft ihres Arbeitsplatzes fallen. Die Haus Cramer Gruppe, zu der auch die Warsteiner Brauerei gehört, hat für den Nachmittag des 29. Oktober 2026 eine Mitarbeiterversammlung angekündigt. Dabei soll Konzernchef Bodo-Joachim Wendenburg über den Stand der Gespräche mit möglichen Investoren informieren. Sollte sich kein Käufer finden, könnte der Produktionsstandort zum Jahresende geschlossen werden.

Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet, bestätigte eine Konzernsprecherin die geplante Versammlung. Zuvor hatte die „Neue Westfälische“ darüber berichtet. Der Konzern hatte angekündigt, bis Ende Oktober über den weiteren Verlauf des Verkaufsprozesses zu informieren. Eine Entscheidung war für den Herbst in Aussicht gestellt worden.

Haus Cramer Gruppe will über Zukunft des Standorts Paderborn informieren

Nach Angaben der dpa sind derzeit drei Entwicklungen denkbar: Der Verkauf des Standorts könnte beschlossen sein, die Gespräche mit möglichen Investoren könnten fortgesetzt werden oder es könnte feststehen, dass kein Käufer einsteigt und der Betrieb geschlossen wird. Welche dieser Möglichkeiten eintritt, ist bislang offen.

Die Unsicherheit besteht seit Mai 2026. Damals hatte die Haus Cramer Gruppe angekündigt, den Produktionsstandort Paderborn zum Verkauf anzubieten. Das Unternehmen leitete nach eigenen Angaben einen strukturierten Verkaufsprozess ein. Sollte bis zum Jahresende kein geeigneter Käufer gefunden werden, müsse der Betrieb am Standort Ende 2026 eingestellt werden.

Die Marke Paderborner soll nach den ursprünglichen Plänen des Konzerns unabhängig von der Zukunft des Produktionsstandorts bestehen bleiben. Das hatte die Haus Cramer Gruppe in ihrer Mitteilung vom 7. Mai erklärt. Die Biere sollten weiterhin nach Originalrezept gebraut werden. Auch bestehende Partnerschaften mit Vereinen, Veranstaltungen und Sponsoring-Engagements sollten fortgeführt werden.

Gewerkschaft vereinbart Sozialtarifvertrag für Beschäftigte an beiden Brauereistandorten

Die angekündigte Trennung von Paderborn ist Teil einer Neuordnung der Produktionsstandorte. Bereits im Mai hatte der Konzern mitgeteilt, auch den Brauereibetrieb in Herford im zweiten Halbjahr 2026 einstellen zu wollen.

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) kritisierte die Pläne und warf dem Management Wortbruch vor. Ende Juli gab die Gewerkschaft den Abschluss eines Sozialtarifvertrags für insgesamt 220 betroffene Beschäftigte in Herford und Paderborn bekannt. Dieser sieht unter anderem Abfindungen vor.

Für den Fall eines gescheiterten Verkaufs der Paderborner Brauerei hatte es damals geheißen, dass Kündigungen frühestens im November verschickt würden. In seiner ursprünglichen Mitteilung hatte der Konzern zudem erklärt, dass ein Teil der Beschäftigten bei einer Schließung möglicherweise am Standort Warstein übernommen werden könnte.

Brauereikonzern reduziert Produktionskapazitäten und bündelt Bierproduktion in Warstein

Mit der Trennung von den beiden Brauereien in Ostwestfalen-Lippe reduziert die Haus Cramer Gruppe ihre Produktionskapazitäten um rund 30 Prozent. Als Gründe für die Einschnitte nennt das Unternehmen den rückläufigen Bierkonsum in Deutschland sowie gestiegene Rohstoff- und Energiekosten.

In der Mitteilung vom Mai verwies der Konzern auf den Rückgang des jährlichen Pro-Kopf-Bierverbrauchs in Deutschland von 125 Litern im Jahr 2000 auf 88 Liter. Die Angaben stammen aus Zahlen des Deutschen Brauer-Bundes.

Die Produktion der Marken Herforder und Paderborner soll künftig in Warstein gebündelt werden. Damit sollen die bestehenden Produktionsanlagen am Stammsitz stärker ausgelastet werden. Nach Angaben des Unternehmens wird dort unter anderem in Anlagen und nachhaltige Produktionsprozesse investiert.

Parallel zu den Standortentscheidungen hat der Konzern weitere personelle Veränderungen angekündigt. Bodo-Joachim Wendenburg rückte im Juli an die Spitze der Haus Cramer Gruppe. Der als Sanierer tätige Manager kündigte nach Angaben der dpa vor wenigen Wochen den Abbau von weiteren 125 Arbeitsplätzen am Standort Warstein bis Ende 2026 an.

Ob die Paderborner Brauerei unter einem neuen Eigentümer fortgeführt werden kann oder der Produktionsstandort zum Jahresende geschlossen wird, ist bislang offen. Die für Donnerstagnachmittag angesetzte Mitarbeiterversammlung soll Aufschluss über den Stand des Verkaufsprozesses geben.

Bei der Erstellung dieses Artikels kamen KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz. Die Inhalte wurden redaktionell überprüft. Feedback nehmen wir gerne unter news@tageskarte.io entgegen.


Zurück

Vielleicht auch interessant

Pressemitteilung

Südtirol steht im Zeichen zertifizierter Nachhaltigkeit. Mit unserem ersten internationalen GreenSign Community Circle im Hotel Rogen am 24. September 2026 haben wir einen Meilenstein gesetzt und zeigen, wie geprüfte Nachhaltigkeit wirtschaftlich profitabel wird.

Pressemitteilung

GreenSign Hotel stärkt sein internationales Zertifizierungsnetzwerk: Künftig führen drei renommierte, unabhängige Zertifizierungsstellen – VERIS Certifications, TÜV Rheinland Cert und Control Union Certifications – die Audits in spezifischen Märkten durch. So schafft GreenSign mehr regionale Nähe und effizientere Prozesse auf dem Weg zur anerkannten GreenSign Hotel Zertifizierung.

Deutschland ist ein zentraler Standort der europäischen Kaffeewirtschaft. Eine aktuelle Studie beziffert deren Wirtschaftsleistung auf 70,2 Milliarden Euro und die Zahl der damit verbundenen Arbeitsplätze auf rund 517.000.

Pressemitteilung

Nach erfolgreicher Pilotphase ist Click & Collect im Deutsche Bank Park an neun Kiosken verfügbar. Supreme Sports Hospitality betreibt den Service gemeinsam mit Eintracht Frankfurt und entwickelt ihn kontinuierlich weiter. Ziel: kürzere Wartezeiten und ein noch angenehmeres Stadionerlebnis. Entwickelt und umgesetzt wurde das Projekt gemeinsam mit Innovationspartner New Spice.

Russland hat das Geschäft der Metro AG unter vorübergehende Zwangsverwaltung gestellt. Der Konzern bleibt formal Eigentümer seiner russischen Tochtergesellschaft, hat nach eigenen Angaben aber keine operative Kontrolle mehr.

Der schwächelnde Bierabsatz führt bei der Warsteiner-Brauerei zu einem herben Personalabbau. Wie die Haus Cramer Gruppe als Eigentümer der Brauerei mitteilte, sollen bis Jahresende 125 Arbeitsplätze wegfallen. Die Anzahl der Jobs wird dadurch auf rund 600 sinken. 

Sazerac plant ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot für sämtliche Aktien der Berentzen-Gruppe. Geboten werden 5,55 Euro je Aktie; nach einem erfolgreichen Vollzug beabsichtigt der Bieter ein Delisting.

Pressemitteilung

Die 370GRAD Roadshow geht am 27. Oktober 2026 in München in die zweite Runde – mit rund 40 Ausstellern und damit noch einmal größer als bei der Premiere im vergangenen Jahr. In der Design Offices Macherei präsentieren Unternehmen aus ganz unterschiedlichen Bereichen ihre Produkte, Konzepte und Lösungen für Hotellerie, Gastronomie und Catering.

Weinanbau im Norden wird angesichts steigender Temperaturen immer populärer. Auch in Niedersachsen setzen einige Betriebe vorwiegend auf weiße Trauben - das Wichtigste: Sie müssen pilzresistent sein.

Berentzen Apfelkorn könnte bald aus demselben Haus kommen wie amerikanischer Whiskey. Das US-Schwergewicht Sazerac erwägt ein Übernahmeangebot.