Weinabsatz 2019 leicht rückläufig - Sorgen um Exporte

| Industrie Industrie

Die leicht rückläufige Nachfrage nach Wein hat sich im vergangenen Jahr für deutsche Winzer kaum bemerkbar gemacht. Der Absatz von Weinen aus den 13 deutschen Anbaugebieten blieb 2019 stabil, wie das Deutsche Weininstitut (DWI) in Bodenheim bei Mainz mitteilte. Dies ergab eine Marktanalyse des vom DWI beauftragten Marktforschungsinstituts GfK. Der Weinabsatz insgesamt ging unterdessen um 0,9 Prozent zurück, was sich somit vor allem auf Importe aus dem Ausland auswirkte.

Eine Analyse der Weinkäufer im Lebensmitteleinzelhandel ergab, dass heimische Weine bei jungen Menschen stärker gefragt waren. «Dies ist insbesondere angesichts der demografischen Entwicklung in Deutschland sehr positiv zu bewerten», erklärte DWI-Geschäftsführerin Monika Reule. 32 Prozent in der Altersgruppe der unter 30-Jährigen kaufen demnach deutschen Wein - 2 Prozentpunkte mehr als 2018. Stärkste Altersgruppe sind die über 60-Jährigen.

Deutsche Weine konnten im Gesamtmarkt ihren Anteil von 45 Prozent behaupten. Danach folgten italienische Weine mit 16 Prozent vor Frankreich mit zwölf und Spanien mit neun Prozent. Von allen eingekauften Weinen waren 46 Prozent Weiß-, 44 Prozent Rot- und zehn Prozent Rosé-Weine.

Der Lebensmitteleinzelhandel ist die erste Adresse für den Weineinkauf: Dort wurden im vergangenen Jahr 79 Prozent aller Weine erworben, 50 Prozent allein bei Discountmärkten. Der mittlere Preis der im Einzelhandel eingekauften Weine stieg binnen Jahresfrist um drei Cent auf 3,12 Euro je Liter. Allein für deutsche Weine waren es durchschnittlich 3,31 Euro - acht Cent pro Liter weniger als 2018. Das Deutsche Weininstitut führt dies auf das größere Angebot nach der reichen Ernte des Jahrgangs 2018 zurück. Im Weinfachhandel und direkt beim Erzeuger werden deutlich höhere Preise erzielt - dort stieg der mittlere Preis um neun Cent auf 6,89 Euro.

Bei den Exporten konnten deutsche Weine im vergangenen Jahr nach Daten des Statistischen Bundesamts um drei Prozent auf 1,04 Millionen Hektoliter zulegen. Der Wert der ausgeführten Weine sank um 0,6 Prozent auf 305 Millionen Euro, der Durchschnittspreis um elf Cent auf 2,93 Euro.

Die im Oktober eingeführten stark erhöhten US-Zölle von 25 Prozent auf deutsche Weine wirkten sich nach Einschätzung des Deutschen Weininstituts 2019 noch nicht auf die Handelsbilanz aus - ein negativer Einfluss wird aber für dieses Jahr erwartet. «2020 wird herausfordernd sein», sagte ein Sprecher des Weininstituts. So könne noch niemand sagen, wie stark der erwartete Einbruch wegen des Coronavirus im chinesischen Markt sein werde. Zusätzliche Sorge bereite die Ungewissheit der noch ausstehenden Vereinbarung zwischen der EU und Großbritannien. Zudem muss die die Branche in diesem Jahr mit der Verschiebung der Fachmesse ProWein in Düsseldorf auf eine wichtige Plattform zur Exportförderung verzichten."


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Tarifabschluss: Mehr Geld für Coca-Cola-Mitarbeiter

Die rund 7500 Coca-Cola-Mitarbeiter in Deutschland erhalten nach einer Tarifeinigung mehr Geld. Das teilten Coca-Cola European Partners Deutschland und die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) mit.

34 Kilo Honig pro Volk: Deutschlands Imker nur mit mäßiger Ernte

Deutschlands Imker haben dieses Jahr nur eine mittelmäßige Honigernte einholen können. Es sei zu trocken gewesen - viele Blumen hätten zwar üppig geblüht, hätten aber zu wenig Nektar gehabt, hieß es vom Deutschen Imkerbund.

Eva Lanzerath von der Ahr ist 72. Deutsche Weinkönigin

Die neue Deutsche Weinkönigin heißt Eva Lanzerath und kommt von der Ahr. Als Deutsche Weinprinzessinnen komplettieren Anna-Maria Löffler aus der Pfalz und Eva Müller aus Rheinhessen das Trio der Deutschen Weinmajestäten 2020/2021.

Österreich: Brauer verzeichnen große Umsatzeinbußen in der Gastronomie

Seit Montag gelten in Österreich wieder verschärfte Corona-Maßnahmen, die abermals schwere Auswirkungen für die heimische Gastronomie mit sich bringen. Davon betroffen sind auch Österreichs Brauer. Nun wird die Forderung nach einer Senkung der Biersteuer laut.

Gegen das Branchensterben: Gin-Tonic- und Viagra-Bratwurst

Schokolade in der Bratwurst? Oder doch eher Trüffel? Eine Metzgerei in Franken überlebt das Branchensterben mit immer neuen Ideen. Um den Beruf interessanter zu machen, lassen sich die Fleischfachleute aber noch mehr einfallen.

80 Millionen Kohlköpfe warten auf die Ernte

Dithmarschens Kohlbauern bereiten sich auf die Ernte vor. Die rund 220 Landwirte in Europas größtem zusammenhängenden Kohlanbaugebiet feiern am Dienstag den offiziellen Erntebeginn. Mehr als 80 Millionen Kohlköpfe müssen in Handarbeit von den Feldern geholt werden.

Ambiente und Heimtextil verschoben: Frankfurt verzichtet bis April auf fast alle Messen

Die Frankfurter Messe verzichtet wegen der Corona-Pandemie bis einschließlich März 2021 auf fast alle Präsenzveranstaltungen auf ihrem Heimatgelände. Die große Konsumgütermesse Ambiente und die Veranstaltung Heimtextil erhalten neue Termine in April und Mai.

Bürger-Protest gegen Brunnen - Coca-Cola verteidigt Wassernutzung

Der Plan der Firma Coca-Cola für einen dritten Grundwasserbrunnen sorgt in Lüneburg für Aufregung. In Zeiten des Klimawandels sollte nicht noch mehr Wasser kommerziell gefördert und verkauft werden, fordern Bürger. Das Unternehmen sieht das anders.

Airbus will 2035 Wasserstoff-Flugzeug bauen

Der europäische Luftfahrtkonzern Airbus will in 15 Jahren ein Passagierflugzeug mit Wasserstoffantrieb herstellen. «Unser Ehrgeiz ist es, eine solche Maschine als erster Hersteller 2035 in Betrieb zu nehmen», sagte Konzernchef Guillaume Faury.

Vollkornnudeln im Öko-Test: Elf Produkte mit Schimmelpilzgiften verunreinigt

In Vollkornnudeln stecken im Vergleich zu herkömmlicher Pasta unter anderem mehr Ballasstoffe, Eisen, Magnesium und Vitamine. Damit müssten sie eigentlich gesund sein. Doch die Untersuchung von Öko-Test zeigt: Etwas mehr als die Hälfte der überprüften Produkte hat ein Problem mit Schimmelpilzgiften.