Weinlese startet so früh wie nie

| Industrie Industrie

Am Montag, und damit so früh wie noch nie, wurde in diesem Jahr im rheinhessischen Lörzweiler der offizielle Start der Weinlese für den Federweißen ausgerufen. Die gelesenen Trauben der frühreifen Rebsorte Solaris waren laut Deutschem Weininstitut mit einem Mostgewicht von über 90 Grad Oechsle bereits außergewöhnlich süß.

Auch in der Pfalz und in Baden wird in den nächsten Tagen die Lese für die beliebte Herbstspezialität beginnen. Teilweise werden parallel dazu außerdem schon erste Trauben für die Sektherstellung eingebracht, bei denen auf eine frische Fruchtsäure Wert gelegt wird. 

Auch die Hauptweinlese wird früh starten

Mit der Hauptlese für die Weinbereitung von Sorten wie beispielsweise Müller-Thurgau oder Frühburgunder rechnet man in diesem Jahr ebenfalls bundesweit mit einem besonders frühen Start Ende August. Dies gilt sogar erstmals auch für das nördlichste deutsche Weinbaugebiet Saale-Unstrut. Später reifende Sorten wie Riesling oder Spätburgunder dürften in diesem Jahr bereits Mitte September statt Anfang Oktober lesereif sein. Eingeleitet wurde diese Entwicklung durch den wärmsten April seit Beginn der Wetteraufzeichnungen, der schon zu einer verfrühten Blüte führte. Der sehr sonnige Sommer hat die weitere Reife zusätzlich beschleunigt, sodass der Entwicklungsstand der Reben aktuell rund drei Wochen vor dem langjährigen Mittel liegt.

Trotz der seit nunmehr rund acht Wochen andauernden Trockenheit sind die älteren Reben dank ihres tiefen Wurzelwerks bislang noch erstaunlich vital. Doch insbesondere auf flachgründigen Böden und in jüngeren Rebanlagen müssen die Pflanzen zwischenzeitlich bewässert werden, weil dort die Wasservorräte weitestgehend aufgebraucht sind. Es bleibt spannend, wie die Weinberge die prognostizierte trocken-heiße Witterung überstehen werden.

Ausgezeichneter Reife- und Gesundheitszustand

Ein zufriedenstellender Behang sowie ein ausgezeichneter Reife- und Gesundheitszustand der Trauben bieten aktuell sehr gute Ertrags- und Qualitätsvoraussetzungen für den Jahrgang. Allerdings könnte ein weiterhin lang anhaltender Wasser­mangel diese Aussichten ebenso schmälern, wie eine längere Regenperiode Ende August oder im September. Von daher wünschen sich die Weinerzeuger möglichst bald einen flächendeckenden, ausgiebigen Sommerregen, zur Hauptweinerntezeit aber einen trockenen Spätsommer, idealerweise mit warmen Tagen und kühlen Nächten. Dann steht einem sehr guten und vollreifen Weinjahrgang 2018 nichts mehr im Wege.
 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Lukull steht schon immer für weit mehr als seinen beliebten Klassiker, die Sauce Hollandaise. Nun wird die Range des Marktführers um zwei neue, vegetarische Saucen erweitert, die den Küchenalltag erleichtern. Die milde Champignon Sauce und die kräftige, glutenfreie Rotwein Sauce.

Extremer Regen löst im wichtigsten Kaffee-Anbauland Brasilien Erdrutsche mit verheerenden Folgen aus. Das wird auch hier an der Kaffeemaschine spürbar. Deutschland ist mittlerweile der größte Abnehmer brasilianischen Kaffees.

Die Münchener Kaffeekette Coffee Fellows steigt in den Markt für trinkfertige Dosengetränke ein. Ab April sind sechs Kaffee- und Matcha-Sorten im Handel und in den Filialen erhältlich.

Pressemitteilung

Am 1. und 2. März wurde die Messe Karlsruhe erneut zum Treffpunkt für die nationale und internationale Weinbranche: Zur dritten Ausgabe der EUROVINO kamen über 500 Ausstellende sowie Fachpublikum aus Handel, Gastronomie und Hotellerie nach Karlsruhe. In konzentrierter wie persönlicher Atmosphäre entstanden interessierte Gespräche, neue Geschäftskontakte sowie die Möglichkeit, Partnerschaften zu intensivieren.

Die Traditionsmanufaktur Kahla in Thüringen kämpft erneut mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten und hat ein Insolvenzverfahren zur Sanierung eingeleitet. Trotz einer drastisch reduzierten Belegschaft und schwieriger Rahmenbedingungen durch hohe Energiekosten, soll die Produktion am historischen Standort fortgesetzt werden.

Henkell Freixenet erwirbt die restlichen Anteile an Freixenet S.A. und wird nach acht Jahren partnerschaftlicher Zusammenarbeit zum alleinigen Eigentümer des spanischen Weltmarktführers für Cava. Während die Familie Ferrer künftig auf eigene Weingüter setzt, bleibt die Führung der Marke in Wiesbaden konzentriert.

Die finanzielle Schieflage von BrewDog mündet in einer Teilübernahme durch Tilray Brands. Für 33 Millionen Pfund sichert sich der US-Konzern die Markenrechte und elf Bars, während 38 Standorte schließen müssen und das deutsche Geschäft in die Liquidation geht.

Jägermeister stemmt sich gegen die flaue Nachfrage nach Hochprozentigem: Trotz weltweit rückläufiger Spirituosenmärkte habe sich das Unternehmen gegen den Trend behauptet und Marktanteile gewonnen, wie die Mast-Jägermeister SE in Wolfenbüttel mitteilte.

Der französische Konzern Groupe SEB streicht weltweit 2100 Stellen, um auf sinkende Gewinne im Jahr 2025 zu reagieren. Besonders betroffen sind auch Werke und Arbeitsplätze in Deutschland: An drei Traditionsstandorte ist zudem geplant, die Fertigung von Kochgeschirr, Backformen und Messern einzustellen.

Brandenburgs Spargelbauern setzen auf einen frühen Start in die Saison. An Ostern soll das erste Gemüse geerntet sein. Doch die Landwirte bangen um ihre Konkurrenzfähigkeit.