Zimmer von Drittanbietern: Booking bastelt an der Strategie

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Einige internationale Medien berichteten in der letzten Woche, dass Booking neuerdings Unterkünfte von Drittanbietern verkauft. Nun ist das Weiterreichen von Konditionen und Verfügbarkeiten an dritte Plattformen nichts Neues. Dass Booking allerdings die Tür für andere (Online-)Reisebüros öffnet, könnte ernsthafte Konsequenzen für die Hotellerie haben., sollte die Sache im großen Stil umgesetzt werden.

Das neue Angebot nennt sich Booking.basic und wird scheinbar derzeit in asiatischen Märkten getestet. Booking.basic-Preise, die von dritten Anbietern kommen, sind besonders günstig und mit deutlichen Restriktionen versehen. Gezahlt wird nicht im Hotel, sondern vorab. Die Zimmer sind nicht stornierbar und bei Stornierungen erfolgt keine Erstattung. Booking spricht bezüglich der Basic-Angebote von einer Testphase. Der Hintergrund dürfte klar sein: Für Booking geht es wohl darum, immer den besten Preis für das jeweilige Hotelzimmer anbieten zu können.


Wie die Zimmer und Konditionen auf die Webseiten von Booking gelangt sind, ist noch unklar. PhocusWire hat Preise und Verfügbarkeiten von Booking-Tochter Agoda und Ctrip, dem Mega-OTA in China, gefunden, mit dem die Booking Holdings eine strategische Partnerschaft vereinbart und stark in Aktien investiert hat.

Bereits seit März 2018 verweist Booking.com in seiner Datenschutzrichtlinie auf Booking.basic und macht den Testlauf damit offiziell: „Booking.Basic: Wir gestatten Ihnen möglicherweise, eine sog. Booking.Basic-Buchung vorzunehmen. Booking.Basic bedeutet, dass Ihre Buchung über einen Reiseanbieter abgewickelt wird, der nicht selbst die gebuchte Unterkunft anbietet. Im Rahmen des Buchungsprozesses müssen wir die relevanten personenbezogenen Daten mit diesem Geschäftspartner teilen. Wenn Booking.Basic genutzt wird, sehen Sie sich bitte die Informationen im Buchungsprozess oder in der Buchungsbestätigung an, um mehr über den Reiseanbieter und dessen Verarbeitung Ihrer personenbezogenen Daten zu erfahren.“

Cesar Lopez von der spanischen Hotelberatung Mirai spekuliert, was es bedeuten könnte, wenn der Test von Booking zu einer permanenten Einrichtung  werde und hält zunächst fest, dass es nicht überraschen sollte, dass Booking dort auf dritte Anbieter zurückgreife, wo das Unternehmen selbst nicht die besten Preise biete, um seine Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern. Doch können Hotels einer Teilnahme bei Booking.basic widersprechen? Wissen die Hotels überhaupt, dass sie an dem Programm teilnehmen? Wird wird Booking.basic mit der Ratenparität umgehen, wenn das Unternehmen zum Beispiel als Netto-Raten verhandelte Preise von Reiseveranstaltern zum Kauf anbietet?

Auf jeden Fall sollte sich jeder Hotelier, der sein Hotel auf Booking.basic sieht, Sorgen machen, so die Mirai-Experten. Denn entweder würden seine ermäßigten Raten zu Bedingungen und in Märkten verkauft, für die sie eventuell nicht vorgesehen waren oder das Hotel habe Verträge unterzeichnet, die nun in der Konsequenz dazu führten, dass zwei potenziellen Kunden möglicherweise unterschiedliche Preise für die gleichen Bedingungen angezeigt würden.

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