Ausgangsbeschränkungen im Landkreis Rottal-Inn in Bayern greifen

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Wegen rasant steigender Corona-Zahlen gelten im niederbayerischen Landkreis Rottal-Inn seit Mitternacht strikte Ausgangsbeschränkungen. Die eigene Wohnung dürfen die rund 120 000 Menschen in der Gegend an der österreichischen Grenze nur noch aus triftigen Gründen verlassen, wie das Landratsamt mitteilte. Dazu zählen die Arbeit, Einkäufe oder Sport an der frischen Luft. Schulen und Kitas sind zunächst für die nächsten zehn Tage geschlossen. Die Gastronomie darf nur noch Speisen zum Mitnehmen anbieten. Allerdings bleiben anders als im Frühjahr viele Geschäfte weiter geöffnet.

Am Dienstag beschäftigt sich auch das Kabinett mit der steigenden Zahl der Corona-Infektionen. Vor der nächsten Ministerpräsidentenkonferenz am Mittwoch dürfte dabei im Zentrum stehen, wie die ungebremste Ausbreitung des Virus gestoppt werden kann. Erklärtes Ziel der Staatsregierung ist es, durch frühzeitiges regionales Handeln einen landesweiten Lockdown zu verhindern.

Am Montag zeigte die bayerische Corona-Ampel für 28 von 96 Kreisen und kreisfreien Städten Dunkelrot, weil es dort zuletzt mehr als 100 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen gab. Städte wie Augsburg und Schweinfurt haben besonders hohe Zahlen und kratzten an der 200er-Marke.

Nach dem Kreis Berchtesgadener Land ist Rottal-Inn schon der zweite Landkreis in Bayern, in dem das öffentliche Leben wieder drastisch eingeschränkt wird. In anderen Bundesländern gibt es bisher keine vergleichbaren Maßnahmen.

Der Landrat des Landkreises Rottal-Inn, Michael Fahmüller, sieht in der Nähe zu Österreich einen der Gründe für die enorm gestiegenen Corona-Zahlen. «Das muss man offen sagen», sagte er - auch wenn man diesen Zusammenhang jedoch nicht beweisen könne. In dem Nachbarland seien die Maßnahmen lange Zeit nicht so streng gewesen wie im Freistaat.

Am Dienstag steht ein Treffen von Bayerns Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) mit Österreichs Europaministerin Karoline Edtstadler (ÖVP) an - das Thema könnte dort zur Sprache kommen. (dpa)


 

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