Baden-Württemberg erleichtert Weiterbeschäftigung ausländischer Azubis nach der Prüfung

| Politik Politik

Baden-Württemberg hat eine neue Regelung eingeführt, die ausländischen Auszubildenden, nach erfolgreichem Abschluss ihrer Lehre, den unmittelbaren Übergang in eine Vollzeitbeschäftigung erleichtert. Damit reagiert die Landesregierung auf Kritik aus der Gastronomie- und Hotelleriebranche, insbesondere vom DEHOGA.

Aufenthaltstitel künftig drei Monate länger gültig

Bisher endete der Aufenthaltstitel für Auszubildende aus Drittstaaten am Tag der Abschlussprüfung. Dieses Vorgehen führte dazu, dass Betriebe die jungen Fachkräfte nicht ohne Unterbrechung weiterbeschäftigen konnten, da ein neuer Aufenthaltstitel als Fachkraft erst nach Vorlage des Prüfungszeugnisses beantragt werden durfte.

Die neue Regelung des Justizministeriums sieht nun vor, dass Azubi-Aufenthaltstitel automatisch drei Monate über den regulären Ausbildungsabschluss hinaus gültig bleiben. In dieser Übergangszeit ist eine Beschäftigung in Vollzeit möglich.

Übergangsregelungen und Fiktionsbescheinigung angepasst

Für neu ausgestellte Aufenthaltstitel gilt die verlängerte Laufzeit direkt. Bestehende Aufenthaltstitel werden nicht geändert, jedoch ergänzt eine Fiktionsbescheinigung künftig den Hinweis auf die erlaubte Vollzeitbeschäftigung.

Auch wenn weiterhin ein neuer Aufenthaltstitel als Fachkraft beantragt werden muss, haben Absolventinnen und Absolventen nun ausreichend Zeit, um den Antrag zu stellen, ohne dass eine Beschäftigungslücke entsteht.

Reaktionen aus der Branche

Der DEHOGA Baden-Württemberg hatte die bisherige Praxis mehrfach kritisiert, da sie sowohl für Betriebe als auch für die betroffenen Auszubildenden ein erhebliches Hindernis darstellte.

„Der Einsatz unseres Verbandes hat sich gelohnt“, erklärte DEHOGA-Landesvorsitzender Fritz Engelhardt. „Die jetzt getroffene Regelung beseitigt ein absurdes und ärgerliches Beschäftigungshemmnis. Sie verbessert unsere Chancen, die Ausbildung junger Menschen aus dem Ausland zur Fachkräftegewinnung zu nutzen. Und sie ist vor allem für die jungen Menschen positiv, die jetzt nach erfolgreich bestandener Prüfung ohne aufenthaltsrechtliche Probleme bei uns weiterarbeiten können.“

Bedeutung für Gastronomie und Hotellerie

Die Anpassung schafft für Betriebe in Hotellerie und Gastronomie mehr Planungssicherheit bei der Fachkräftesicherung. Junge Menschen aus Drittstaaten können nach ihrer Ausbildung sofort und ohne Einschränkungen in den Arbeitsmarkt eintreten. Das erleichtert sowohl die Integration in die Betriebe als auch die langfristige Gewinnung von qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken verteidigt die Pläne der schwarz-roten Koalition, die verpflichtende Krankschreibung ab dem ersten Tag einzuführen und die telefonische Krankschreibung abzuschaffen. Es sei zwar das Ende der telefonischen Krankschreibung vereinbart, nicht aber die Möglichkeit eines Attests per Video. 

Die Stadt Bamberg will die Umwandlung von Wohnraum in Ferienwohnungen in weiten Teilen des Stadtgebiets künftig verhindern. Neue Bebauungspläne und Veränderungssperren sollen den Wohnungsmarkt langfristig schützen.

Mit den Worten „Die Minijobs bleiben“ hat sich CSU-Chef Markus Söder klar gegen eine Abschaffung der geringfügigen Beschäftigung ausgesprochen. Seine Aussage erfolgt wenige Tage nach einem Brandbrief von Wirtschaftsverbänden und vor der für den Herbst angekündigten Entscheidung der Bundesregierung.

Eine breite Allianz von Wirtschaftsverbänden, darunter der DEHOGA, hat die Bundesregierung eindringlich davor gewarnt, Minijobs im Zuge der geplanten Sozial- und Rentenreformen faktisch abzuschaffen oder deutlich zu verteuern. In einem Brandbrief fordern sie den Erhalt der Minijobs in ihrer heutigen Form. 

Für die rund 80.000 Beschäftigten im Hotel- und Gaststättengewerbe im Norden beginnen die Tarifverhandlungen. Die Gewerkschaft NGG hat mit Forderungen nach einem Lohnplus von fast 6 Prozent vorgelegt.

Die staatlichen Wirtschaftshilfen während der Corona-Pandemie haben nach einer ZEW-Analyse zahlreiche Arbeitsplätze gesichert. Die zunächst befristete Mehrwertsteuersenkung für Speisen in der Gastronomie kam hingegen nicht so gut an bei den Forschern.

Hochprozentige alkoholische Getränke sollen bald teurer werden – durch einen Aufschlag bei der Steuer. Das soll nicht nur dazu beitragen, den Haushalt zu sanieren.

Die Bundesärztekammer begrüßt die Pläne der Bundesregierung Alkohol, Tabak und gesüßte Getränke stärker zu besteuern - fordert aber noch weitergehende Schritte: Bei Alkohol greife die Beschränkung auf einzelne Produktgruppen wie Spirituosen oder Schaumwein zu kurz.

Mehr Ausgaben und höhere Schulden: Das sind Kernpunkte des Bundeshaushalts 2027. Finanzminister Lars Klingbeil schließt Milliardenlücken, muss dazu aber in eine Rücklage greifen. Zur Konsolidierung des Haushalts plant die Regierung zudem den Abbau von Finanzhilfen.

Branchenverbände sehen in den Koalitionsbeschlüssen ein Signal für den Fortbestand der Minijobs. Bundeskanzler Friedrich Merz kündigte die Entscheidung über den rentenpolitischen Umgang mit Beschäftigungsverhältnissen jedoch erst für den Herbst an.