Bundesagentur: Geld für Kurzarbeit über den Winter ist da

| Politik Politik

Die Bundesagentur für Arbeit ist nach Angaben ihres Vorstandschefs Detlef Scheele für eine mögliche neue Welle von Kurzarbeitern gewappnet, sollte sich die Corona-Pandemie problematisch entwickeln. Bis zum 31. März bestehe im neuen Haushalt für das Jahr 2022 ein ausreichendes Polster, sagte Scheele der Deutschen Presse-Agentur in Nürnberg. 

Die Kurzarbeit sei bereits seit Mitte November wieder spürbar gestiegen. «Von einem niedrigem Niveau, aber das relativ sprunghaft», sagte Scheele. Wir müssen deshalb wieder Personal umschichten, um das Aufkommen zu bewältigen. «Aber wir hoffen, dass das Ende März wieder vorbei ist», sagte er. Betroffen sei etwa das Gastgewerbe, vor allem in den Hochinzidenzgebieten Bayerns und der neuen Bundesländer.

 

Es gebe keinen Anlass zu der Annahme, dass Leistungen nicht gezahlt würden - auch die neue Bundesregierung plane hier nach seiner Sicht keinen Kurswechsel. Es sei denkbar, dass die Frühjahrsprognose der Bundesregierung anders aussehen werde als die Herbstprognose, auf deren Basis der neue Haushalt kalkuliert worden sei. «Wenn nach dem März noch was kommt, kann es sein, dass wir wieder nachjustieren müssen», sagte Scheele. 

Dann müsse aber der Bund einspringen. «Kurzarbeitergeld ist ein Rechtsanspruch», sagte Scheele. Er gehe aber davon aus, dass der Ansatz ausreiche. Von 2023 an werde die Bundesagentur nach jetzigem Stand wieder eine Rücklage bilden können - nachdem der Beitragssatz für die Arbeitslosenversicherung wie bisher vorgesehen wieder um 0,2 Prozentpunkte gestiegen sei und damit 2,6 Milliarden Euro zusätzlich in die Kassen der Nürnberger Behörde gespült würden.

Die Bundesagentur will nach derzeitigem Ansatz für das kommende Jahr 38 Milliarden Euro ausgeben - davon 1,7 Milliarden für die Kurzarbeit. Das ist deutlich weniger als im laufenden Jahr, als rund 20 Milliarden Euro für Kurzarbeit und die verbundenen Sozialleistungen flossen. Die Kurzarbeit hatte vor allem in den Lockdown-Phasen der bisherigen Corona-Krise erheblich dazu beigetragen, dass es nicht zu einer Flut von Arbeitslosen gekommen ist, sondern die Menschen in ihren Jobs gehalten werden konnten. (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Mehr Transparenz auf der Speisekarte – oder mehr Bürokratie in der Küche? Die geplante Tierhaltungskennzeichnung spaltet die Branche. Zwischen politischem Anspruch und betrieblicher Realität geht es um mehr als nur ein Label. Ein Kommentar von Marc Schnerr.

Der Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) in Rheinland-Pfalz ist gegen die Einführung einer Bettensteuer. Der Verband plädiert dagegen für einen zweckgebundenen Gästebeitrag.

Die Europäische Union hat sich vorläufig auf eine Reform der Koordinierung der Sozialversicherungssysteme verständigt. Wie aus einer Mitteilung des Geschäftsreiseverbades BT4Europe hervorgeht, betrifft die Einigung insbesondere die Abschaffung der A1-Bescheinigung für kurzfristige grenzüberschreitende Geschäftsreisen.

Caroline von Kretschmann äußert sich zur Entlastungsprämie und nennt eine Beispielrechnung: Für die Auszahlung an alle Mitarbeiter wären 3,3 Millionen Euro zusätzlicher Umsatz erforderlich. Auch der DEHOGA Hessen kritisiert das Maßnahmenpaket der Bundesregierung.

Als Reaktion auf gestiegene Kosten durch den Iran-Krieg ermöglicht die Koalition eine steuerfreie Krisenprämie für Arbeitnehmer. Die Wirtschaft hat aber schon verhalten reagiert.

Der Kanzler hat mit einer Äußerung zur gesetzlichen Rente für Empörung gesorgt. Auf dem CDA-Kongress versucht er, die Gemüter zu beruhigen. Und er hat eine Botschaft für den Koalitionspartner.

Sollten Steueraufschläge für Cola und Limo kommen, um Anreize für gesündere Ernährung zu setzen? Die Gesundheitsministerin ist dafür. Doch das letzte Wort in der Regierung ist noch nicht gesprochen.

Ein Verbändebündnis warnt vor einer Ausweitung der Kennzeichnung der Tierhaltung auf verarbeitete Lebensmittel und die Gastronomie. Die Verbände befürchten steigende Preise für Verbraucher und einen bürokratischen Mehraufwand für die Betriebe.

Der Hotelverband Deutschland plant mit „IHA Inside 2026“ ein Branchentreffen am Nürburgring. Auf dem Programm stehen Fachvorträge, Wettbewerbe und ein begleitendes Rahmenangebot.

Ein Verbändebündnis warnt vor einer Ausweitung der Tierhaltungskennzeichnung auf verarbeitete Lebensmittel und die Gastronomie. Die Verbände befürchten steigende Preise für Verbraucher und einen bürokratischen Mehraufwand für die Betriebe.