DEHOGA fordert Änderung von Coronaregeln für die Gastronomie in Hessen

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Der DEHOGA in Hessen hat angesichts häufiger Unwetter eine Änderung der Coronaregeln für die Gastronomie gefordert. Diese starre Regelung, nur vollständig geimpfte, genesene oder aktuell getestete Menschen in Innenräume lassen zu dürfen, mache den Gastwirten das Leben unnötig schwer, sagte Hauptgeschäftsführer Julius Wagner am Dienstag in Wiesbaden. Die aktuellen Bestimmungen sehen selbst für Unwetter keine Ausnahmen vor - wer nicht geimpft, getestet oder genesen ist, muss draußen bleiben.

Für die Gastwirte gebe es kaum einen Ausweg aus diesem Dilemma, so Wagner. Zwar könnten sie theoretisch Selbsttests vor Ort anbieten. Bei einem aufziehenden Gewitter noch schnell regelkonform etliche Gäste zu testen, sei nicht praktikabel.

Eine Möglichkeit zumindest für Gastwirte in einigen Regionen könne sein, die Gäste bereits bei der Buchung auf das Dilemma hinzuweisen und zu empfehlen, sicherheitshalber eine aktuelle Testbescheinigung mitzubringen. Überall anwendbar sei dieser Tipp allerdings nicht, schränkte Wagner ein. «Es gibt Landkreise, da müssen die Leute weit bis zu einem Testcenter fahren oder diese öffnen am Wochenende gar nicht.» 

Mehr Kontakt, weniger Maske: Hessen lockert seine Corona-Regeln

Mit Blick auf die stabil niedrigen Zahlen bei den Neuinfektionen lockert Hessen seine Corona-Regeln deutlich. Das betrifft unter anderem private Kontakte, Einkaufen und die Gastronomie. An den Schulen werde die Maskenpflicht im Unterricht entfallen, kündigte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am Dienstag in Wiesbaden an. Schülerinnen und Schüler müssten nur noch im Gebäude, in den Gängen und bis zum Platz eine Schutzmaske tragen. Es soll weiterhin zweimal die Woche einen Corona-Test geben.

Die neue Verordnung gilt landesweit einheitlich ab dem 25. Juni und zunächst für vier Wochen. Sie mache eine «weitgehende Rückkehr zu mehr Normalität möglich», erklärte Bouffier. So können ab diesem Freitag wieder alle Geschäfte ohne Quadratmeterbegrenzung zum Einkaufen geöffnet werden. Es gilt beim Shoppen aber weiter eine Maskenpflicht - wie auch im öffentlichen Nahverkehr. Sozialminister Kai Klose (Grüne) kündigte an, dass Bordelle wieder öffnen dürfen - es gelten Testpflicht, Hygienevorgaben und Kontaktdatenerfassung.

Für den Besuch von Schwimmbädern müsse sich weiter angemeldet werden, sagte Bouffier. Es gelte zudem eine Personenbegrenzung. Fitnessstudios können mit einer Kontaktdatenerfassung für die Besucher sowie einem Abstands- und Hygienekonzept ihre Türen öffnen.

Die Corona-Regeln für private Treffen werden weitgehend aufgehoben. Die Menschen dürfen nach den Worten von Bouffier draußen unbeschränkt zusammenkommen - bis zu einer Gruppengröße von 25 werden lediglich das Einhalten der Abstands- und Hygieneregeln und gegebenenfalls auch Tests empfohlen. Ab einer Gruppengröße von 25 gelte das Treffen als eine Veranstaltung, dann gibt es Corona-Regeln. Dies sind nach Angaben der Staatskanzlei ein Abstands- und Hygienekonzept, Testpflicht in Innenräumen sowie Kontaktdatenerfassung. Ausnahmen gibt es weiterhin für berufliche Treffen.

«Wir haben eine erfreuliche Entwicklung», sagte Bouffier mit Blick auf die Inzidenzen, also die Zahl der Neuinfektionen binnen sieben Tagen je 100 000 Einwohner. Das eröffne die Möglichkeiten für Öffnungen. Die sinkenden Werte zeigten, dass die Maßnahmen gegriffen hätten und dass sie von der Bevölkerung angenommen worden seien.

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Hessen war am Dienstag noch einmal leicht gesunken. Der landesweite Wert lag nach Angaben des Robert Koch-Instituts bei 9,2. Die Behörden meldeten demnach binnen eines Tages 41 neue Corona-Infektionen sowie 20 weitere Todesfälle, die mit Sars-CoV-2 in Verbindung gebracht wurden.

Der Ministerpräsident warnte aber auch: «Die Pandemie ist nicht vorbei, wir sind mittendrin.» Er verwies unter anderem auf die Delta-Variante des Coronavirus und den Reiseverkehr im Sommer. Sollten die Infektionen wieder zunehmen, könnten erneute Einschränkungen notwendig werden, sagte Bouffier. Dies geschehe dann auf Basis des hessischen Eskalationskonzeptes. «Wir müssen auch weiterhin besonnen und achtsam bleiben, um das Erreichte nicht zu verspielen.» Bei einem Infektionsgeschehen an einer Schule könnte dort beispielsweise die Maskenpflicht im Unterricht wieder eingeführt werden.

Klose ergänzte: «Der Blick auf die aktuell massive Ausbreitung der Delta-Variante in Portugal, England oder Russland sollte uns mahnen, die endlich möglichen Freiheiten über den Sommer hinaus sorgsam zu bewahren.»

Aktuell seien die Belegungszahlen der Krankenhäuser und Intensivstationen mit Covid-19-Patientinnen und -Patienten stark zurückgegangen, die Todeszahlen im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion deutlich gefallen, erläuterte Klose. Mehr als 50 Prozent der Hessen seien mindestens einmal geimpft worden, fast 30 Prozent hätten bereits den vollen Impfschutz. (dpa)


 

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