DEHOGA kritisiert geplante 1.000-Euro-Prämie als falschen Ansatz

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Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) hat die von der Bundesregierung geplante steuer- und abgabenfreie Entlastungsprämie von 1.000 Euro für Beschäftigte kritisiert. DEHOGA-Präsident Guido Zöllick erklärte laut Mitteilung am 16. April 2026 in Berlin, die Maßnahme sei „der falsche Weg“.

DEHOGA sieht wachsende Belastung für Betriebe im Gastgewerbe

Zöllick erklärte: „Deutschland steckt in einer tiefen Krise und politische Entscheidungen drohen, sie weiter zu verlängern.“ Statt gezielter Entlastung werde Verantwortung zunehmend auf Unternehmen verlagert. Das „vermeintliche Entlastungsversprechen von 1.000 Euro auf Kosten Dritter“ sei nicht zielführend.

Nach Angaben des Verbandes sei die wirtschaftliche Lage im Gastgewerbe angespannt. Zöllick verwies auf weiterhin unter dem Vorkrisenniveau liegende reale Umsätze sowie steigende Kosten für Personal, Energie und Lebensmittel. „Viele Betriebe arbeiten am Limit, Insolvenzen steigen deutlich an“, sagte er.

Arbeitgeberverbände und Handwerk äußern ebenfalls Kritik an Prämie

Auch andere Wirtschaftsvertreter äußerten Kritik an dem Vorhaben. Wie die „Bild“-Zeitung berichtet, sagte BDA-Präsident Steffen Kampeter, die Prämie treffe einseitig die Unternehmen. „Wir haben eine Insolvenzwelle, und viele Unternehmen können das einfach nicht leisten“, wird Kampeter zitiert.

Er kritisierte zudem die Bundesregierung: „Das Erste, was sie vorschlägt, ist eine Belastung der Unternehmen. Da haben die, glaube ich, Plus und Minus verwechselt.“ Weiter sagte er laut „Bild“-Zeitung: „Man kann nicht eine Party bestellen und sie andere Leute zahlen lassen.“

Der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks, Jörg Dittrich, stellte in Medien infrage, ob viele Betriebe die Prämie angesichts der wirtschaftlichen Lage zahlen könnten. Es fehlten kurzfristige Entlastungsschritte für Unternehmen.

Unterschiedliche Einschätzungen zur Umsetzbarkeit der Prämie in Unternehmen

Der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland (HDE), Stefan Genth, erklärte laut Bericht: „Die Bürgerentlastung aufgrund externer Faktoren ist eine rein staatliche Aufgabe und wird so einfach auf die Unternehmen abgewälzt.“ Auch er verwies darauf, dass Betriebe selbst von steigenden Kosten betroffen seien.

Die Gewerkschaft Verdi betonte laut Bericht, dass Einmalzahlungen in Tarifverhandlungen kein Ersatz für dauerhafte Entgelterhöhungen sein sollten.

Bundesregierung prüft Ausweitung der Steuerfreiheit bis ins Jahr 2027

Die geplante Entlastungsprämie ist Teil einer angekündigten Entlastungsoffensive der Bundesregierung. Nach Angaben von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil wird derzeit geprüft, die Steuerfreiheit der Prämie auf das Jahr 2027 auszuweiten. Dies werde im Rahmen des Gesetzgebungsverfahrens beraten. „Da wird es auch eine Einigung geben“, sagte Klingbeil am Rande der Frühjahrstagung des Internationalen Währungsfonds in Washington laut Bericht.

Bereits im Jahr 2022 hatte die Bundesregierung eine Inflationsausgleichsprämie eingeführt. Kampeter sagte laut „Bild“-Zeitung, er rechne damit, dass „deutlich weniger“ Unternehmen die aktuelle Prämie auszahlen werden als damals.


 

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