EU-Kommission will Tourismusabhängigkeit von Inseln und Küstenregionen verringern

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Die Europäische Kommission hat erstmals eigene Strategien für die Entwicklung von Inseln und Küstengemeinden in der Europäischen Union vorgestellt. Im Mittelpunkt stehen Regionen, deren Wirtschaft in vielen Fällen stark vom Tourismus geprägt ist und die gleichzeitig besonders unter den Folgen des Klimawandels leiden.

Nach Angaben der Kommission leben rund 17 Millionen Menschen auf mehr als 4.000 Inseln in 16 EU-Mitgliedstaaten. Weitere 95 Millionen Menschen wohnen entlang der europäischen Küsten und in Küstenregionen von 22 Mitgliedstaaten. Zu den bekanntesten touristischen Destinationen gehören etwa Mallorca, Sizilien oder die Ostseeinsel Rügen.

Die neuen Strategien sollen einen gemeinsamen europäischen Rahmen schaffen, um wirtschaftliche, ökologische und demografische Herausforderungen dieser Regionen gezielter zu adressieren. Ein zentrales Ziel besteht laut Kommission darin, die teils starke wirtschaftliche Abhängigkeit vom Tourismus zu reduzieren und die lokalen Wirtschaftsstrukturen breiter aufzustellen.

EU sieht Tourismus als wirtschaftliche Chance und Risiko zugleich

Viele Inseln und Küstenregionen profitieren erheblich vom Tourismus. Gleichzeitig verweist die Kommission auf strukturelle Risiken, die mit einer hohen Abhängigkeit von saisonalen Besucherströmen verbunden sind. Besonders Küstenregionen stünden unter Druck durch unausgewogenen Tourismus, steigende Wohnkosten, saisonale Beschäftigung und begrenzte wirtschaftliche Alternativen.

Die Kommission schlägt deshalb vor, lokale Wirtschaften stärker zu diversifizieren. Neben dem Tourismus sollen unter anderem maritime Wirtschaftszweige, die Bioökonomie sowie erneuerbare Energien zusätzliche Einkommensquellen schaffen. Auch die Digitalisierung und die Förderung lokaler Unternehmen sind Teil der geplanten Maßnahmen.

Klimawandel erhöht Druck auf beliebte Urlaubsregionen

Nach Angaben der Kommission zählen Inseln und Küstenregionen zu den Gebieten Europas, die besonders stark von den Folgen des Klimawandels betroffen sind. Genannt werden unter anderem Wasserknappheit, steigende Risiken durch extreme Wetterereignisse, Küstenerosion sowie der Verlust mariner Artenvielfalt.

Diese Entwicklungen könnten langfristig sowohl die Lebensqualität der Bewohner als auch die wirtschaftliche Entwicklung touristisch geprägter Regionen beeinflussen. Zusätzlich verweist die Kommission auf Herausforderungen wie geografische Isolation, hohe Transportkosten und den Rückgang der Bevölkerung in einigen Gebieten.

Für Inseln soll die neue Strategie deshalb unter anderem Investitionen in Verkehrsanbindungen, Energieversorgung, öffentliche Dienstleistungen und Klimaanpassungsmaßnahmen fördern. Küstengemeinden sollen stärker in die maritime Raumplanung eingebunden werden und Unterstützung bei Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel erhalten.

Separate Strategie für Regionen außerhalb Europas angekündigt

Die Strategien gelten nicht für die sogenannten Regionen in äußerster Randlage der Europäischen Union. Dazu gehören unter anderem die Kanarischen Inseln, die Azoren sowie Französisch-Guayana. Für diese Gebiete will die Kommission im Laufe des Jahres eine eigenständige Strategie vorlegen.

Die beiden Programme wurden nach Angaben der Kommission auf Grundlage öffentlicher Konsultationen sowie unter Beteiligung regionaler Interessengruppen entwickelt. Sie ergänzen bestehende EU-Initiativen zu Klimaschutz, Regionalförderung und nachhaltiger Entwicklung.

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