Dehoga NRW: Auszahlung des Kurzarbeitergelds lässt auf sich warten

| Politik Politik

Die Einführung veränderter Kurzarbeitergeldregelungen stößt auf großen Zuspruch in Gastronomie und Hotellerie. Allerdings monieren 82,1 Prozent befragter Unternehmen aus dem Gastgewerbe, dass die Zahlungen für den Monat März immer noch nicht eingegangen sind. Das ist ein Ergebnis einer Umfrage, die der Dehoga bundesweit durchgeführt hat und an der sich 1.050 Gastronomen und Hoteliers aus Nordrhein-Westfalen beteiligten.

Der Verband fordert deshalb eine Gesetzesänderung, die es den Arbeitsagenturen ermöglicht, das Kurzarbeitergeld (KuG) künftig direkt an die Arbeitnehmer auszubezahlen. Momentan müssen die Unternehmer noch in Vorleistung treten und das KuG an ihre Beschäftigten überweisen, bevor die Arbeitsagenturen die Gelder erstatten.

"Das größte Problem der Branche besteht momentan in der häufig fehlenden Liquidität. Das zu spät ausgezahlte Kurzarbeitergeld verschärft für viele Betriebe die Situation, zumal jetzt der nächste Lohngang ansteht. Die Politik sollte die Voraussetzungen schaffen, dass die Arbeitsagenturen direkt auszahlen können", fordert Klaus Hübenthal, Hauptgeschäftsführer des Dehoga Nordrhein-Westfalen.

Auch die Auszahlung der NRW-Soforthilfe stockt weiterhin zum Leidwesen der Branche. "Es gilt das Gleiche wie beim Kurzarbeitergeld. Die Bewilligung reicht nicht aus. Wir brauchen das Geld auf dem Konto, um die Ausgaben bezahlen zu können", unterstreicht Hübenthal.

Im Gastgewerbe NRW arbeiteten vor der Corona-Krise in rund 51.000 Betrieben mehr als 400.000 Beschäftigte und erwirtschafteten dabei einen Umsatz von rund 16,5 Milliarden Euro. 


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Der CDU-Parteitag hat eine Steuer auf gezuckerte Getränke abgelehnt. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther will aber noch nicht aufgeben und hat jetzt andere Pläne.

Mehrkosten fürs Mitnehmen? Potsdam will dem Beispiel Tübingen folgen und eine Verpackungssteuer einführen. Die Wirtschaft befürchtet, dass es am Ende der Kunde zu spüren bekommt.

Der Hotelverband Deutschland (IHA) knüpft die Unterstützung für den Digitalen Euro an klare Bedingungen. Für den Erfolg in Hotellerie und Gastronomie fordert der Verband Gebührenfreiheit bei Kleinbeträgen und feste Transaktionsgebühren statt prozentualer Kosten.

Knausern viele Wirte beim Lohn? Der Dehoga Bayern weist Vorwürfe der Gewerkschaft NGG entschieden zurück und betont, dass die Mehrwertsteuersenkung direkt in Lohnsteigerungen und Beschäftigungssicherung fließt.

85 Kilo pro Kopf: Frankreich isst deutlich mehr Fleisch als Deutschland. Jetzt ruft die Regierung zu weniger Konsum auf – aber um die genaue Formulierung gab es Streit.

Die Denkfabrik „Zukunft der Gastwelt“ fordert ein umfassendes Belastungsmoratorium für das Gastgewerbe. In ihrem Schreiben an Bundestagsabgeordnete werden Insolvenzen, wie die der Revo Hospitality Group, als strukturelles Branchenproblem dargestellt. Marc Schnerr beleuchtet in einem Kommentar, warum er diese Argumentation ein wenig einseitig findet.

Die Kommission zur Sozialstaatsreform plant eine Neuausrichtung der Einkommensanrechnung und eine Vereinfachung von Sozialleistungen. Der Branchenverband DEHOGA verweist in diesem Zusammenhang auf die Bedeutung für geringfügig Beschäftigte im Gastgewerbe und warnt vor möglichen Fehlanreizen für Schwarzarbeit.

In Tübingen und Konstanz kennt man sie bereits - in Freiburg gibt es seit Jahresbeginn die Verpackungssteuer auf Speisen zum Mitnehmen. Aus der Gastronomie kommt Gegenwind - die Stadt äußert sich.

Die GEMA muss die Gebühren für Fernsehnutzung neu berechnen. Gastronomen und Hoteliers mit Bildschirmen bis 65 Zoll könnten von rückwirkenden Erstattungen und angepassten Tarifstrukturen profitieren.

Das Bundesarbeitsgericht setzt der Mitbestimmung bei Lieferdiensten Grenzen: Reine Liefergebiete ohne eigene Leitungsebene dürfen keine eigenen Betriebsräte wählen – auch wenn die Arbeit komplett per App gesteuert wird. Die Gewerkschaft NGG fordert nun gesetzliche Nachbesserungen.